Christian Keller übernimmt am 1. April beim 1. FC Köln. (Foto: IMAGO / Eibner)

Christian Keller übernimmt am 1. April beim 1. FC Köln. (Foto: IMAGO / Eibner)

Diese Woche legt Keller los: Das sind die größten Baustellen

Am Montag ruft Steffen Baumgart seine Mannschaft nach vier freien Tagen wieder auf dem Trainingsplatz zusammen. Am Donnerstag fliegt der 1. FC Köln nach Berlin, und am Freitag steigt das Auswärtsspiel beim 1. FC Union Berlin. Just an diesem Tag, den 1. April, wird Christian Keller seine Arbeit bei den Geißböcken aufnehmen. Der künftige Sport-Geschäftsführer wird sofort durchstarten müssen.

Noch hält man sich beim 1. FC Köln bedeckt. Steht man mit Christian Keller in Kontakt? Wird Keller schon in Berlin vor Ort sein? Wann stellt sich der neue Mann der Mannschaft, den Mitarbeitern der Geschäftsstelle sowie der Öffentlichkeit vor? Wenig ist bislang bekannt, wie Kellers erste Stunden und Tage beim FC verlaufen werden. Klar ist jedoch: Baustellen gibt es genug, um die sich der 43-Jährige wird kümmern müssen. Und so manche sind durchaus dringend.

1. Der Trainer-Vertrag

“Die Personalie des Trainers genießt höchste Priorität”, sagte Noch-Sportchef Jörg Jakobs am Freitag dem Kölner Stadt-Anzeiger. Jakobs wird Keller in dessen neuen Job einführen, zusammen mit Neu-Geschäftsführer Philipp Türoff. Jakobs machte mit der Aussage klar: Kellers erste Aufgabe wird sein, mit Steffen Baumgart zu verlängern. “Christian Keller weiß, dass es das große Thema sein wird”, sagte Jakobs. “Der Trainer weiß, dass Christian auf ihn zukommen wird.” In Köln anfangen, Baumgart kennenlernen, mit dem Trainer verlängern – damit der FC Klarheit über 2023 hinaus hat. Denn das wird bei dem anstehenden Umbruch im Spielerkader von großer Wichtigkeit sein.

2. Der Modeste-Poker

Kein Druck ist dagegen bei Anthony Modeste auf dem Kessel. So sehr so mancher Möchtegern-Lobbyist dem Franzosen einen neuen Vertrag herbeireden möchte und den FC versucht öffentlich unter Druck zu setzen, so wenig Sinn geben diese Forderungen gerade. Modeste besitzt einen Vertrag bis 2023 bei den Geißböcken zu Höchstkonditionen, die der Klub nicht ansatzweise über 2023 hinaus zahlen wird. Erstens, weil kein Spieler auf Sicht einen Vertrag mit einem Jahresgehalt von deutlich über drei Millionen Euro erhalten wird. Zweitens, weil Modeste im Sommer 2023 35 Jahre alt sein wird und selbst nicht erwartet, dass der FC ihm dann noch mal einen dicken Vertrag über eine längere Laufzeit geben wird.

Kellers Aufgabe lautet beim Modeste-Poker somit eher, den öffentlichen Forderungen nicht nachzugeben, gleichzeitig mit dem Franzosen zu einer Einigung zu kommen, ob der bald 34-Jährige überhaupt über die Saison in Köln bleiben möchte – und wenn ja, unter welchen Bedingungen. Wenn zu diesen Bedingungen eine Vertragsverlängerung gehören sollte, so müsste sich Modeste im Klaren sein, dass diese nur zu einem deutlich geringeren Gehalt möglich wäre.

3. Die Özcan-Zukunft

Neben Baumgart wird Keller vor allem versuchen müssen, den 2023 auslaufenden Vertrag von Salih Özcan frühzeitig zu verlängern. Der Deutsch-Türke hat sich nun zur türkischen Nationalmannschaft bekannt. Nun soll er sich nach Wunsch der Geißböcke am besten noch zum FC bekennen. Doch auch hier hat Jakobs bereits klar gestellt: “Du musst Salih eine entsprechende Vertragsverlängerung und andere Bezüge anbieten, und da muss man ein gewisses Risiko eingehen.”

4. Die Neuzugänge

Keller wird zudem zusammen mit Jakobs und Thomas Kessler die Kaderplanung für die nächste Saison vorantreiben. Schmitz, Kainz und Köbbing haben verlängert, Ostrak hat seinen Abschied bekannt gegeben. Kilian kann per Kaufoption (zwei Mio. Euro) gehalten werden, Schaub und Horn warten noch auf mögliche Vertragsangebote. Entgegen eines früheren GEISSBLOG-Berichts hat Schaub doch noch kein neues Angebot des FC erhalten – und so obliegt es Keller zu entscheiden, ob Schaub und Horn für die Zukunft noch eine Rolle spielen werden.

Darüber hinaus muss der FC den Vorteil des vorzeitigen Klassenerhalts in frühe Transfers ummünzen. Die Kölner Attraktivität ist durch den Erfolg und die Person Baumgart deutlich gestiegen. Wen können die Geißböcke als Verstärkungen an Land ziehen? Das Gerücht hält sich hartnäckig am Geißbockheim, dass der FC mindestens einen Transfer schon unter Dach und Fach gebracht haben soll. Doch noch schweigt man sich aus – womöglich auch, weil Keller noch nicht da ist.

5. Der Zugang zum Team

Keller hat aber nicht nur geschäftliche Aufgaben zu erledigen. Der 43-Jährige wird sich auch in eine neue Struktur integrieren müssen. Beim FC hat sich in den letzten Monaten fast alles verändert: das Trainerteam, die Betreuer, der Teammanager, die sportliche Leitung bis hin zum neuen Geschäftsführer Türoff. Fast keine Abteilung im sportlichen Bereich ist unangetastet geblieben – und gleichzeitig schnell durch den sportlichen Erfolg und die menschliche Arbeit insbesondere Baumgarts hinter den Kulissen zusammengewachsen.

Keller kommt neu dazu – nicht als einer unter vielen, sondern als neuer Chef einer Abteilung, die zuletzt ohne den starken Mann im Büro des Sport-Geschäftsführers funktionieren musste – und bewiesen hat, dass sie es kann. Keller muss nun beweisen, dass er diesen Fluss aufnehmen und seine Ideen einbringen kann, ohne ihn zu stoppen. Und so dürften gerade die ersten Gespräche mit Baumgart zu Schlüsselmomenten werden: Denn aktuell ist der FC-Trainer der starke Mann. Ohne ihn geht nichts. Ein gutes Verhältnis zwischen Keller und Baumgart wird daher essentiell sein für die kommenden Monate beim FC.

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