Der Vorstand des 1. FC Köln am Geißbockheim. (Foto: imago images / beautiful sports)

Der Vorstand des 1. FC Köln am Geißbockheim. (Foto: imago images / beautiful sports)

Alternativlose Nominierung – aber mit einer Warnung

Der Mitgliederrat hat den aktuellen Vorstand des 1. FC Köln für eine weitere Amtszeit vorgeschlagen. Werner Wolf, Eckhard Sauren und Carsten Wettich sollten nun aber nicht den Fehler machen zu glauben, ihre Nominierung sei die einzig logische und richtige Entscheidung gewesen. Vielmehr ist sie mit einer Warnung versehen und war nur deshalb alternativlos, weil es dem Klub an echten Alternativen mangelt. Ein Kommentar.

Was müssen ein erfolgreicher Präsident oder erfolgreiche Vizepräsidenten des 1. FC Köln mitbringen? Diese Frage hat sich der Mitgliederrat in den vergangenen Monaten stellen müssen. Nachdem man im Vorfeld der Wahl 2019 neue Anforderungsprofile für die einzelnen Positionen formuliert hatte, musste nun überprüft werden: Erfüllt das amtierende Trio diese Profile noch? Oder gibt es geeignetere Kandidaten?

Die Antwort des Mitgliederrates lautete nun: Werner Wolf, Eckhard Sauren und Carsten Wettich sind aus Sicht des Gremiums das bestmögliche Team für diesen Job. Das darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es durchaus kritische Stimmen und Widerstand im Mitgliederrat gegeben hat – und dies fand sich auch in der Mitteilung des Gremiums wieder.

Zahlreiche Kritikpunkte

Die Umsetzung der FC-Strategie liege hinter den Erwartungen zurück, hieß es. Zwar habe man mit der neuen Geschäftsführung wichtige Personalentscheidungen getroffen, doch es sei vor allem den neuen Geschäftsführern zu verdanken, dass in die Anwendung des FC-Matchplans eine neue Dynamik gekommen sei. Nach GEISSBLOG-Informationen ging es intern zudem um zwei weitere Kritikpunkte: mangelnde Kommunikation und mangelnde Kritikfähigkeit.

Das Trio konnte sich bislang zu keiner Zeit als echte Repräsentanten des 1. FC Köln erweisen. Keiner aus dem amtierenden Vorstand fühlt sich in der Rolle wohl, den FC in der Öffentlichkeit in exponierter Position zu verkaufen und zu kommunizieren, wofür dieser Klub stehen will. Das Trio scheut mediale Auftritte, insbesondere jeweils alleine. Beispiele für diese Probleme gab es in den ersten zweieinhalb Jahren Amtszeit zur Genüge.

Kommunikation als große Schwäche

Wolf, Sauren und Wettich bringen fraglos Qualitäten mit, die in den Anforderungsprofilen des Mitgliederrates aufgelistet sind: unter anderem Unternehmensführung, Finanzierung, Recht – drei Bereiche, die für eine erfolgreiche Arbeit im Hintergrund vonnöten sind. Und genau deshalb hat man sie nun im Sinne der Kontinuität und im Sinne des gerade erst begonnenen Umbruchs beim FC erneut vorgeschlagen. Doch in einer Stadt wie Köln, in einer Branche wie dem Profifußball, braucht es auch kommunikative Fähigkeiten.

Diese fehlen. Auch deshalb rief der Mitgliederrat öffentlich zu Bewerbungen auf, traf sich mit einem zweiten Vorstandstrio, das sich beworben hatte. Teile des Gremiums wären offen gewesen für eine Veränderung im Präsidium. Am Ende entschied man sich jedoch aus nachvollziehbaren Gründen für ein personelles “Weiter so”.

Noch hat der Vorstand keine Erfolge vorzuweisen

Ein inhaltliches “Weiter so” darf es allerdings nicht geben. Zwar hat sich der 1. FC Köln dank des Vorstands im operativen Bereich personell neu aufgestellt. Dem Klub wurde eine Strategie verschrieben, der sich alle Abteilungen unterordnen sollen. Und in der Tat verliefen die vergangenen Monate, auch wegen des sportlichen Erfolgs, erstaunlich krisenfrei und zukunftsorientiert.

Der Vorstand darf nun aber nicht den Fehler machen und sich einbilden, dass diese Ruhe die Folge des eigenen Handelns war. Sie war vornehmlich die Arbeit von Steffen Baumgart und Jörg Jakobs. Denn: Die personellen Veränderungen in der Geschäftsführung müssen erst noch greifen. Die finanzielle Rettung muss erst noch gelingen. Die Etablierung in der Bundesliga hat gerade erst begonnen. Das amtierende Präsidium wurde also aus Gründen der Kontinuität erneut vorgeschlagen, nicht wegen seiner Erfolge.

Nominierung als Bewährungschance

Es darf kein Vertun geben: Der Mitgliederrat hat das Präsidium nicht wegen dessen bisheriger Bilanz bestätigt, sondern dem Trio um Werner Wolf eine Chance gegeben zu zeigen, dass der eingeschlagene Weg tatsächlich der Richtige ist. Daher war die Nominierung letztlich zwar konsequent und alternativlos, allerdings auch verbunden mit einer Warnung: Der Vorstand muss sich nun bewähren und beginnen Ergebnisse vorzuweisen.

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