Steffen Baumgart und Florian Kainz. (Foto: Bucco)

Steffen Baumgart und Florian Kainz. (Foto: Bucco)

“Kein A oder B”: Wer hat seinen Stammplatz schon sicher?

Der 1. FC Köln startet am Dienstag in seine vierte Trainingswoche der Sommer-Vorbereitung. Zwölf Tage vor dem ersten Pflichtspiel trennt sich so langsam die Spreu vom Weizen im Kölner Kader. Und so gelten mehrere Positionen in der Stammelf schon als vergeben – auch wenn Steffen Baumgart das naturgemäß anders sieht.

Als Steffen Baumgart im Laufe der vergangenen Rückrunde auf einer Pressekonferenz gefragt wurde, was Florian Kainz als “uneingeschränkten Stammspieler” so wertvoll für den FC mache, korrigierte der FC-Trainer. “Kainzi ist bei uns kein Stammspieler.” Alle Statistiken widerlegten diese Aussage zwar, doch Baumgarts Naturell verbietet es, von “Stammspielern” zu sprechen.

Und dennoch hätte der Spieler Baumgart wohl dem Trainer Baumgart widersprochen, wenn der Spieler Baumgart – wie Kainz in der vergangenen Saison – von 32 Bundesliga-Spielen, in denen er im Kader stand, 31 von Anfang an gemacht hätte. Der ehrgeizige Mittelstürmer Baumgart hätte wohl selbstbewusst erklärt, dass er natürlich Stammspieler sei.

Letzte Saison waren neun von elf Positionen vergeben

Nun ist Baumgart aber inzwischen Trainer, und so verwundert es nicht, dass er nach den Testspielen am Samstag (1:2 gegen den AC Milan) und Sonntag (2:0 bei Kickers Offenbach) erklärte: “Wir haben kein A und kein B. Das haben wir im letzten Jahr bewiesen.” Und zu Sargis Adamyan sagte Baumgart: “Wenn man die Leistungen von Tim (Lemperle) und Flo (Dietz) sieht, kann man davon ausgehen, dass hier niemand herkommt und direkt spielt, nur weil er neu ist.”

Klar ist: Jeder Spieler muss sich seinen Platz unter Steffen Baumgart erst einmal verdienen. Doch klar ist auch: Baumgart gehört nicht zu den Trainern, die wichtige Spieler sofort wieder aus der Startelf nehmen, wenn sie mal schlecht spielen. Und so galten in der letzten Bundesliga-Saison unter dem 50-Jährigen mehrere Spieler eindeutig als Stammspieler: Benno Schmitz und Jonas Hector, Ellyes Skhiri und Florian Kainz sowie Anthony Modeste. Im Laufe der Saison zählten zudem Luca Kilian, Timo Hübers, Salih Özcan und Mark Uth dazu. Neun von elf Positionen – mit Torhüter zehn – waren praktisch dauerhaft vergeben. Das belegen die entsprechenden Einsatzzeiten.

Aktuell scheinen sieben Spieler gesetzt zu sein

In der kommenden Saison könnte sich diese Konstellation verändern, sollte sich der FC für die Gruppenphase der Conference League qualifizieren und dadurch deutlich mehr Pflichtspiele in kürzerer Folge anstehen. Doch die Geißböcke wollen und werden ihren Schwerpunkt erneut auf die Bundesliga legen. Und dafür wird Baumgart wohl erneut einen Kern an Spielern finden, denen er dauerhaft vertraut.

Nach den ersten drei Wochen der Vorbereitung kristallisiert sich deutlich heraus, wer dies sein dürfte: Marvin Schwäbe im Tor, Timo Hübers als Abwehrchef, Kapitän Jonas Hector (sobald er wieder fit ist), Ellyes Skhiri (sofern er bleibt), Mark Uth auf der Zehn und Anthony Modeste im Sturmzentrum. Auch Benno Schmitz scheint hinten rechts weiterhin gesetzt zu sein.

Offensive hängt von Spielidee und Gegnern ab

Dies würde vier Positionen offen lassen: die Position des zweiten Innenverteidigers neben Hübers, auf der eigentlich Luca Kilian gesetzt war. Doch der nun fest verpflichtete Ex-Mainzer muss körperlich aufholen, seine Leistung gegen Offenbach zeigte viel Luft nach oben. Dazu die beiden Flügelpositionen links und rechts, wo Florian Kainz als so gut wie gesetzt gilt. So gut wie deshalb, weil Baumgart künftig mit mehr Tempo spielen will und dieses dem Österreicher fehlt. Linton Maina, Dejan Ljubicic und Jan Thielmann sind allerdings noch deutlich hinten dran.

Und schließlich die Position neben Modeste in der Sturmspitze: Dort tummeln sich zahlreiche Bewerber, und so wird der Mann neben dem Franzosen im Laufe der Saison wohl genauso variieren sowie von Spielidee und Gegner abhängen wie die beiden offensiven Außenbahnen: Sargis Adamyan wurde als Wunschlösung neben Modeste verpflichtet, Steffen Tigges aber ebenso. Dazu kommen Lemperle, Thielmann, Dietz und – solange er noch in Köln ist – Sebastian Andersson.

Es scheint, als habe Adamyan perspektivisch aufgrund seiner Flexibilität und seinen Qualitäten, die man im FC-Kader in dieser Kombination kein zweites Mal findet, die besten Chancen. Doch das werden erst die nächsten Wochen zeigen. Und eines ist ohnehin sicher: Baumgart wird dies anders sehen und intern wie extern anders kommunizieren. Denn der FC-Trainer sagt: “Bis auf Jonas Hector hatte in der letzten Saison niemand den Status, ständig zu spielen.”

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