Luca Kilian feiert sein 1:0. (Foto: IMAGO / Treese)

Luca Kilian feiert sein 1:0. (Foto: IMAGO / Treese)

Trotz Modeste-Theater: 1. FC Köln siegt nach Drexler-Rot

Der 1. FC Köln hat dem Transfer-Theater um Anthony Modeste getrotzt und den FC Schalke 04 am ersten Bundesliga-Spieltag mit 3:1 (0:0) besiegt. Die Geißböcke profitierten dabei von einem wegen Abseits aberkannten Schalker Führungstor sowie einer Roten Karte für den Ex-Kölner Dominick Drexler. Nach dem Seitenwechsel brachte ein Tor von Luca Kilian den FC auf die Siegerstraße. 

Aus Müngersdorf berichten Sonja Eich & Marc L. Merten

Vor dem Anpfiff am Sonntagnachmittag gab es im RheinEnergieStadion nur ein Thema – und dessen Folgen: Anthony Modeste stand nicht im Kader und wechselt stattdessen zu Borussia Dortmund. Das Fehlen des Franzosen vergrößerte die Personalsorgen in der Kölner Offensive noch einmal erheblich. Nicht nur Mark Uth fehlte, sondern auch Modeste – und dann setzte Steffen Baumgart auch noch Sargis Adamyan auf die Bank und brachte stattdessen Kingsley Schindler, Jan Thielmann und Florian Dietz neben Dejan Ljubicic und Florian Kainz in der Offensive. Ein Angriff, der zu Beginn der Vorbereitung in dieser personellen Konstellation für ein Bundesliga-Spiel noch gänzlich undenkbar schien.

Moment des Spiels

In der 10. Minute lief angeblich Jonas Hector Dominick Drexler in die Hacken. Weder pfiff Robert Schröder, noch hob dessen Assistent an der Seitenlinie die Fahne. Das Spiel lief weiter, doch nach drei, vier Sekunden pfiff Schröder dann doch. Den anschließenden Freistoß konnte der FC nicht abwehren und Rodrigo Zalazar jagte die Kugel aus 16 Metern in den Winkel. Das 0:1 – dachten alle. Doch in der Zeitlupe wurde klar, dass Schalke-Kapitän Maya Yoshida direkt vor Marvin Schwäbe im Abseits gestanden und diesem die Sicht verdeckt hatte. Obwohl der FC-Keeper wohl auch mit freier Sicht nicht an den Ball gekommen wäre, erkannte Schröder das Tor ab.

Der Platzverweis

In der 35. Minute machte Jonas Hector in der Nähe der Mittellinie gegen Dominick Drexler eine klassische Jonas-Hector-Bewegung. Rechts antäuschen, links den Ball mitnehmen. Drexler fiel darauf herein und trat dem FC-Kapitän beim Versuch das Kunstleder doch noch zu erobern, in die Hacke. So zumindest schien es. Doch aus dem einfachen Freistoß für den FC wurde plötzlich ein VAR-Einsatz. Denn Drexler hatte Hector mit offener Sohle von hinten mitten auf der Wade getroffen. Robert Schröder besah sich die Aktion und zeigte dem Ex-Kölner daraufhin die Rote Karte. Pech für Drexler, weil keine Absicht, aber das Regelwerk ließ keine andere Entscheidung zu – der FC war fortan in Überzahl.

Die Tore

Nachdem der FC schon in der ersten Halbzeit mehrere gute bis sehr gute Torchancen vergeben hatte – unter anderem zweimal in Person von Florian Dietz (22./25.) – durften die FC-Fans in der 49. Minute jubeln. Nach einer kurz ausgeführten Ecke steckte Dejan Ljubicic den Ball in den Strafraum zu Jonas Hector durch. Der FC-Kapitän nahm den Ball mit und passte im Fallen vor das Schalker Tor. Dort lauerten drei Kölner, und Luca Kilian war es, der den Querpass per Grätsche über die Torlinie beförderte. Das 1:0 für die Geißböcke!

In der 61. Minute wechselte Steffen Baumgart zum ersten Ball und brachte Sargis Adamyan. Und der Neuzugang war direkt entscheidend am 2:0 beteiligt. Nach einem Einwurf von Jonas Hector störte Florian Dietz seinen Gegenspieler ebenso wie Schalke-Keeper Alexander Schwolow. Schon Adamyan hätte dann den Ball ins nahezu leere Tor schießen können, doch zwei Schalker gingen dazwischen. Der Abpraller landete jedoch vor dem Fuß von Florian Kainz, und der Österreicher brachte ihn schließlich im Tor unter. Das 2:0 für die Geißböcke gegen zehn Schalker!

Inder 76. Minute musste der FC wieder zittern. Nach einem Freistoß von der linken Seite ließ Jonas Hector den eingewechselten Marius Bülter einlaufen und konnte den Schalker nicht mehr am Kopfball hintern. Dieser visierte das kurze Eck an und überwand so Marvin Schwäbe, der nicht mehr reagieren konnte. Das 1:2 aus Schalker Sicht – das Spiel war wieder offen!

In der 80. Minute antworteten die Geißböcke umgehend wieder. Linton Maina trieb den Ball über links nach vorne und suchte mit einem hohen Ball Adamyan halbrechts im Strafraum. Dieser legte auf Jan Thielmann zurück, der wiederum über rechts in die Box zog und in die Mitte flankte. Dort stand Dejan Ljubicic völlig blank und konnte mit etwas Glück über den Innenpfosten und Alexander Schwolow zum 3:1 einköpfen. Der Schalke-Torhüter lenkte den Pfostentreffer selbst über die Linie. Die erneute Zwei-Tore-Führung für die Geißböcke!

Fazit

Der 1. FC Köln kann einmal kräftig durchatmen. Der 3:1-Erfolg gegen Schalke 04 war in seinem Zustandekommen verdient, auch schon vor der Roten Karte. Die Geißböcke brauchten eine Viertelstunde, um in die Partie zu kommen. Danach wurde der FC immer besser und hätte schon in den ersten 45 Minuten in Führung gehen können. Nach der Pause machte der FC sich die Überzahl zunutze und schnürte die Schalker praktisch komplett hinten ein. Das Freistoß-Gegentor machte es noch einmal unnötig spannend, doch der starke Ljubicic machte den Deckel drauf. So lässt sich jetzt die Personalie Modeste in Ruhe abwickeln und den Blick in die Zukunft richten.

Schema

So spielte der FC: Schwäbe – Schmitz, Kilian, Chabot (77. Pedersen), Hector – Skhiri – Schindler (61. Adamyan), Ljubicic (85. Olesen), Kainz (77. Maina) – Thielmann, Dietz (85. Lemperle)

Tore: 1:0 Kilian (49.), 2:0 Kainz (63.), 2:1 Bülter (76.), 3:1 Ljubicic (80.).

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