Jeff Chabot verlässt nach der Roten Karte den Platz. (Foto: Bucco)

Jeff Chabot verlässt nach der Roten Karte den Platz. (Foto: Bucco)

Ungestüm statt überlegt: Kritik an Rot-Sünder Chabot

Jeff Chabot hat dem 1. FC Köln im Playoff-Hinspiel gegen Fehérvár FC (1:2) einen Bärendienst erwiesen. In der 20. Minute flog der Innenverteidiger nach einer Notbremse mit einer Roten Karte vom Platz. Steffen Baumgart übte hinterher Kritik am 24-Jährigen und forderte eine schnelle Lernkurve. Denn das FC-Spiel nimmt Situationen, in die Chabot geriet, in Kauf.

Timo Hübers unterlief einen Kopfball und verlängerte diesen unglücklich in den Lauf von Palko Dardai. Jeff Chabot nahm das Laufduell nicht an, sondern trat dem Ungarn mit einem Schritt in dessen Laufweg und brachte den Sohn von Ex-Bundesliga-Trainer Pal Dardai gut 24 Meter vor dem FC-Tor zu Fall. Das Problem: Chabot war letzter Mann gewesen.

Schiedsrichter Tiago Martins zögerte keine Sekunde und schickte Chabot mit Rot unter die Dusche. Fortan verlor der FC komplett seine Linie, geriet trotz 1:0-Führung mit 1:2 in Rückstand und konnte die Niederlage trotz einer Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte nicht abwenden. In Unterzahl fehlte dem FC der letzte Punch in der Offensive.

Unnötig, hopp oder top zu spielen

STeffen Baumgart

Das Bittere: In Gleichzahl hätte der 1. FC Köln wohl selbst dann den Platz mit hoher Wahrscheinlichkeit als Sieger verlassen, hätte Chabot Dardai einfach ziehen lassen und hätte dieser dann Marvin Schwäbe tatsächlich überwunden. Die Geißböcke hatten das Spiel mit Elf gegen Elf bis dato komplett dominiert, und der Führung von Florian Dietz hätten sie wohl noch weitere Tore folgen lassen können. Doch Chabots ungestümer Zweikampf hatte nicht nur persönliche Folgen für den Verteidiger, sondern auch für den FC.

Daraus machte auch Steffen Baumgart nach der Partie keinen Hehl. “Du musst als Spieler anders reagieren. Wir müssen lernen, dass es unnötig ist, hopp oder top zu spielen”, sagte der FC-Trainer. “Aus meiner Sicht hätte man es anders lösen, mitlaufen und darauf vertrauen können, dass unser Torhüter eine Eins-gegen-Eins-Situation hält.” Chabot hingegen entschied sich für den harten Zweikampf. Eine Entscheidung, die dieser häufiger trifft und auch deshalb als Mann der vielen Gelben Karten gilt. Als letzter Mann jedoch gibt es für solche Vergehen in der Regel Rot.

Fehérvár hatte auf solche Situationen spekuliert

“Das ärgert uns, und Jeff ärgert es am meisten”, sagte Baumgart. Er forderte von Chabot, aber insgesamt von allen Verteidigern in solchen Situationen “mehr Ruhe im Zweikampf. Sie sollen den Druck aufrecht erhalten und unserem Torwart vertrauen.” Und vor allem: “Es ist wichtig, dass du auf dem Platz bleibst.” Chabot musste in die Kabine und zusehen, wie dem FC das Spiel entglitt.

Eine Lehre dürfte diese Situation für die FC-Profis allemal sein. Denn Baumgarts System ist zugunsten der eigenen Offensive darauf ausgelegt, dass in der Defensive auch mal etwas luftiger verteidigt wird. Fehérvár-Trainer Michael Boris bestätigte, dass die Ungarn darauf spekuliert hatten, dass mal ein Ball durchrutscht. “Der FC verteidigt im Zwei gegen Drei, wenn dann einer von zehn Bällen durch geht, kann es zu solchen Situationen kommen.”

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