Steffen Baumgart. (Foto: Bucco)

Steffen Baumgart. (Foto: Bucco)

Hoffenheim-Spiel findet statt: FC nach Entscheidung sauer

Die Deutsche Fußball Liga ist ihren eigenen Worten nicht gefolgt. Der Wunsch des 1. FC Köln für eine Verlegung des Spiels gegen die TSG Hoffenheim wurde abgelehnt. Damit müssen die Geißböcke 48 Stunden nach ihrer Rückkehr aus Tschechien am Sonntagabend gegen die Kraichgauer antreten. Beim FC ist man bedient, Steffen Baumgart schimpft.

Aus Uherské Hradiště berichten Sonja Eich und Marc L. Merten

Die Entscheidung fiel vor dem Anpfiff des Spiels des 1. FC Köln beim 1. FC Slovacko. Die Geißböcke gewannen die Partie zwar, zahlten jedoch einen hohen Preis. Erstens verletzten sich gleich mehrere Spieler (Maina, Skhiri), zweitens waren bereits am Abend zuvor zwei Spieler (Hector, Uth) vorzeitig angeschlagen abgereist. Und drittens verlief die Partie derart kräftezehrend, dass die Geißböcke eigentlich mehrere Tage Pause bräuchten.

Doch wenn die Mannschaft am Freitagabend gegen 20 Uhr in Köln ankommen wird, wird die Pause keine 48 Stunden betragen. Denn das Bundesliga-Spiel gegen die TSG Hoffenheim muss am Sonntag stattfinden. “Es haben kluge Leute festgelegt, dass 48 Stunden für eine Regeneration reichen”, schimpfte Steffen Baumgart nach dem Sieg in Tschechien. “Es geht nicht mehr um den Spieler oder den Menschen. Es ist wichtig, dass wir am Sonntag spielen.”

Baumgart emotional, Keller nüchtern

Und weiter: “Es haben sich viele Leute bemüht, das Spiel umzulegen. Es scheint aber nicht möglich zu sein.” Einmal in Fahrt, redete sich Baumgart in Rage und flüchtete sich in Sarkasmus: “Spätestens nach dem Spiel am Sonntag wird es keinen interessieren, ob es eine Benachteiligung gegeben hat. Falls einer fragt: Wir werden rotieren.”

Während sich Baumgart ärgerte, versuchte Sportchef Christian Keller die Entscheidung nüchtern zu sehen und Schuldzuweisungen zu vermeiden. “Der Regelrahmen ist bekannt: Es gibt die 48-Stunden-Regel, und darin bewegen wir uns. Von jetzt, also dem Schlusspfiff heute, bis Sonntag um 19.30 Uhr sind es mehr als 48 Stunden. Das kann man gut finden oder nicht, aber es ist so”, sagte Keller. “Das heißt: Formell muss die DFL nicht aktiv werden. Man könnte das Spiel nur dann verlegen, wenn sich alle Parteien gemeinsam auf einen neuen Termin einigen.”

Genau das hatte der FC umgehend nach der Spielabsage am Donnerstagabend versucht. Die TSG Hoffenheim zeigte sich sofort bereit das Spiel zu verlegen. Doch weitere Parteien hätten zustimmen müssen. “Die beteiligte Parteien sind nicht nur Hoffenheim, Köln und die DFL, sondern auch Stadionbetreiber, Sicherheitsdienst, Polizei sowie Dienstleister ohne Ende – an einem Spieltag arbeiten rund 2000 Menschen”, sagte Keller. “Das ist nicht so leicht. Am Ende haben wir leider keinen Termin gefunden, an dem alle gesagt haben: Ja, da würde es klappen.” Der Sportchef schob nach: “Es lag an niemandem.”

DFL verhindert Terminansetzung während Rückrunde

Der 1. FC Köln hätte am liebsten am 18. Januar 2023 die Partie nachgeholt. Doch Hoffenheim lehnte diesen Termin ab. Spätere Termine im Laufe der Rückrunde wollte wiederum die DFL nicht, weil man mit der Ansetzung hätte warten und auf die weiteren Verläufe der Pokal- und Europa-Wettbewerbe hätte warten müssen. “Die DFL wollte den Termin jetzt finden”, bestätigte Keller.

Damit folgte die DFL jedoch ihren eigenen Worten nicht, europäisch spielenden Mannschaften “möglichst mindestens zwei volle Tage Regenerationszeit vor dem darauffolgenden Bundesliga-Spiel einzuräumen und damit auch die Integrität des eigenen Wettbewerbs zu schützen”. Und so muss der 1. FC Köln am Sonntag im Heimspiel gegen Hoffenheim ran – komme, was wolle. “Die Jungs sind müde und leer. Erstens ist alleine schon das Reisen anstrengend. Zweitens mussten wir gestern ewig warten und dann improvisieren. Dann war das heute ein anstrengendes Spiel, ein richtiger Fight”, sagte Keller. “Und wenn dann noch hinterher die eine oder andere nicht so positive Nachricht dazu kommt, ist es nicht positiv.” Es sei “müßig über eine Wettbewerbsverzerrung zu reden. Wir wollen am Sonntag das bestmögliche Ergebnis erzielen, und dafür müssen wir das Beste daraus machen.”

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