Christian Keller, Thomas Kessler, Steffen Baumgart, Lukas Berg. (Foto: Bucco)

Christian Keller, Thomas Kessler, Steffen Baumgart, Lukas Berg. (Foto: Bucco)

Die Befürchtungen des Sommers haben sich bewahrheitet

Der 1. FC Köln hat sich mit einer Niederlagen-Serie in die Winterpause verabschiedet. Die Geißböcke konnten die kräftezehrenden Monate in den letzten drei Spielen nicht mehr ausblenden. Vor allem aber konnten sie die Probleme nicht mehr kaschieren, die es schon seit dem Sommer im Kader gibt. Das muss sich die sportliche Führung ankreiden und nun versuchen zu korrigieren.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Die Befürchtungen des Sommers haben sich bewahrheitet. Der GEISSBLOG hatte Anfang September nach der Transferperiode gefragt: “Hält der FC die Power-Wochen durch?” Freiburg, Leverkusen, Hertha – drei Spiele in sechs Tagen zum Abschluss der langen, kräftezehrenden Europa-Wochen – ob der Kader des 1. FC Köln dafür gemacht wäre? Die Antwort lautet nach drei Niederlagen: Nein!

Der 1. FC Köln konnte die Verletzungen nicht kompensieren. Die zum Ende des Transfersommers getätigten Transfers konnten nicht überzeugen (Adamyan, Soldo). Der Kader erwies sich auf mehreren Positionen (Innenverteidiger, Rechtsverteidiger, Mittelstürmer) als nicht ausreichend besetzt. Insbesondere die Lücke, die Anthony Modeste hinterließ, war zu groß. Der Glaube, Steffen Tigges und Florian Dietz seien bereits Bundesliga-Mittelstürmer, erwies sich als Fehleinschätzung.

Ursache und Wirkung

Daraus resultierten die zwei Entwicklungen: Die Defensive machte immer mehr Fehler und die Offensive erzielte immer weniger Tore. Formschwache Spieler mussten trotzdem ran, weil es keinen Ersatz mehr gab. Formstarke Spieler konnten ihre Form nicht mehr halten, weil sie häufiger spielen mussten als geplant. Und dann lastete plötzlich auch noch Verantwortung auf unerfahrenen Talenten, denen eigentlich die nötige Zeit gegeben werden sollte, um sich in der Bundesliga zu akklimatisieren.

Den FC-Bossen Naivität vorzuwerfen, wäre nicht korrekt. Christian Keller, Thomas Kessler und Steffen Baumgart wussten wohl recht genau, worauf sie sich einließen, als sie im Sommer lieber noch einen Spieler mehr abgaben, ohne Ersatz zu holen oder ohne sich darüber hinaus noch weiter zu verstärken. Wer kein Geld hat, dem sind eben die Hände gebunden. Doch nun rächt sich, dass man dabei auch gänzlich auf Leihspieler verzichtete, weil man befürchtete, sich einen “Söldner” ins Teamgefüge zu holen.

Der FC muss zwingend nachbessern

Die Verantwortlichen haben gezockt – und lange Zeit ging es gut. Doch in den letzten Wochen hat der FC für diese Wette bezahlt und verloren, inklusive vier der letzten fünf Bundesliga-Spiele. Daher ist der FC nun gefordert. Keller und Co. müssen nachbessern, insbesondere im Sturmzentrum. Gelingt dies, hätte der FC – zusammen mit den zurückkehrenden Verletzten – einen Kader für die Rückserie, der stark genug sein sollte, die aufkeimenden Abstiegssorgen zu vertreiben. Doch sollte Köln erneut Risiko gehen und die offen gelegten Probleme nicht beheben, würde man wohl alles riskieren. Und das kann sich der Klub nicht erlauben.

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