Linton Maina vergibt eine Großchance. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)

Linton Maina vergibt eine Großchance. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)

FC verliert nach Chancen-Wucher und Adamyan-Wahnsinn

Der 1. FC Köln stolpert in die Winter-Krise. Am 15. und letzten Bundesliga-Spieltag des Jahres setzte es trotz einer starken ersten Halbzeit bei Hertha BSC eine 0:2 (0:1)-Pleite. Die Geißböcke kassierten damit die dritte Niederlage in Folge, auch weil der FC einen Chancenwucher betrieb, der durch Sargis Adamyan auf die Spitze getrieben wurde.

Aus Berlin berichtet Marc L. Merten

Nun ist es also vorbei, das Fußball-Jahr 2022 des 1. FC Köln. Am Samstag um 17.25 Uhr im Berliner Olympiastadion endete die lange Reise, die im Frühjahr nach Europa geführt hatte und nun nach 15 Bundesliga- und insgesamt 24 Pflichtspielen der Saison 2022/23 vor der Winter-WM zu Ende ging. Steffen Baumgart hatte noch einmal Vollgas-Fußball versprochen und personell alles reingeworfen, was sein Kader hergab. Etwas überraschend stürmte Adamyan statt Tigges, doch darüber hinaus war es die erwartete Elf der Geißböcke. Am Ende der 90 Minuten stand jedoch eine große Enttäuschung.

Moment des Spiels

Es lief die 15. Minute. Der 1. FC Köln war gerade mit 0:1 in Rückstand geraten. Dann zündete Linton Maina über rechts den Turbo, ließ Plattenhardt stehen und drang in den Strafraum ein. Das würde der Ausgleich sein, ganz klar. Nur noch ein Verteidiger und Torhüter Christensen waren vor Maina, dahinter aber lief Adamyan in Position. Der Pass kam perfekt zwischen den beiden Berlinern hindurch. Adamyan musste den Ball aus vier Metern nur noch ins leere Tor schieben. Doch der Stürmer traf die Kugel so, dass sie – wie einst bei Mario Gomez gegen Österreich – per Bogenlampe nicht ins Tor, sondern auf die Latte und dann über das Tor ging. Unglaube und Entsetzen beim FC und den mitgereisten Fans, nachdem Skhiri am Mittelkreis schon die Hände zum Jubel in die Höhe gerissen hatte.

Die Tore

Das Spiel begann, wie die letzte Auswärtspartie der Geißböcke in Freiburg geendet hatte: mit einem Tiefschlaf der FC-Abwehr bei einem Einwurf (!) des Gegners auf dessen linker Angriffsseite. Plattenhardt führte aus, Richter legte den Ball zum Linksverteidiger zurück. Schmitz (bei Richter) und Martel (im leeren Raum) rückten nicht raus, sodass der Linksfuß seelenruhig flanken konnte. Und im Strafraum konnte sich Kanga (wie Gregoritsch in Freiburg) zu einfach von Kilian lösen und aus fünf Metern einköpfen. Das frühe 0:1 für die Hertha nach einer Kopie des Gegentores vor einer Woche im Breisgau (9.).

Danach war die Zeit gekommen, dass der FC seine Großchancen in Reihe vergab. Erst Adamyan aus vier Metern (15.) und dann nach einer Kainz-Ecke (24.), nur Sekunden später Maina alleine vor Christensen nach feiner Adamyan-Vorarbeit (25.). Auch die Hertha hatte eine Großchance, doch Kanga traf nach Lukebakios Flankenlauf aus fünf Metern nur das Außennetz (28.). Der FC war besser, hätte zu diesem Zeitpunkt sogar führen müssen, doch weil Maina in der 45.+2 nur aus dem Abseits das vermeintliche 1:1 erzielte, ging die Hertha mit 0:1 in die Halbzeitpause.

In der 50. Minute musste Schmitz wie schon gegen Bayer verletzt vom Feld, wie schon am Mittwoch kam Schindler. Und wie schon am Mittwoch war es Schindler, der die Entscheidung verschuldete. Innerhalb weniger Sekunden spielte der Ersatz-Rechtsverteidiger auf seiner Abwehrseite einen Fehlpass und verlor dann zwei Laufduelle – alles während eines Hertha-Angriffs. Das zweite verlorene Laufduell gegen Kanga bis zur Grundlinie zwang Schwäbe schließlich zu einer unglücklichen Grätsche. Der abgewehrte Ball fiel Richter vor die Füße, der den Ball halblinks aus elf Metern unter die Latte jagte. Das 0:2 und damit die Vorentscheidung (54.). Denn der FC kam danach nicht mehr zurück.

Fazit

Der 1. FC Köln hat sich bei Hertha BSC selbst zuzuschreiben, dass auch das vierte der letzten fünf Bundesliga-Spiele verloren ging. Wer solche Fehler in der Defensive immer und immer wiederholt und wer solche Großchancen immer und immer wieder vergibt, der muss sich nicht wundern, dass der Blick nach einem guten Saisonstart nun plötzlich in Richtung Abstiegskampf geht. Der FC war in Berlin nicht die schlechtere Mannschaft. Im Gegenteil: Nach 45 Minuten hätte Köln niemals mit einem Rückstand in die Pause gehen dürfen. Doch Steffen Baumgart und sein Team müssen in der Winterpause einen Weg zurück zur nötigen Konsequenz finden, ohne die es in der Bundesliga eben nicht geht – defensiv wie offensiv.

Schema

So spielte der FC: Schwäbe – Schmitz (50. Schindler), Hübers, Kilian, Hector – Skhiri, Martel (69. Tigges) – Duda (56. Huseinbasic), Kainz – Maina, Adamyan (56. Thielmann)

Tore: 0:1 Kanga (9.), 0:2 Richter (54.)

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