Seit Wochen hat der 1. FC Köln ein Problem auf der Sechs. Das liegt daran, dass Eric Martel immer wieder in der Innenverteidigung aushelfen muss.
Wie gelingt es Gerhard Struber, dem 1. FC Köln wieder mehr Stabilität und Spielkontrolle zu verleihen? Über weite Strecken der Rückrunde fehlt dem FC der Zugriff auf das gegnerische Aufbauspiel. Vor allem im Mittelfeld kommen die Geißböcke nur schwer in die Zweikämpfe. Es fehlt ein Dirigent.
Dieser soll eigentlich Eric Martel sein. Doch der Sechser muss seit Monaten immer wieder in der Dreierkette aushelfen, weil immer wieder mindestens ein Innenverteidiger verletzt oder krank fehlt. Nun aber bekommt Struber personell wieder die Auswahl. Die Konsequenz müsste lauten: Martel rückt wieder auf die Sechs.
Vier Innenverteidiger wieder fit
Seit Dienstag trainiert auch Timo Hübers wieder mit der Mannschaft. Der Kapitän hat seine Krankheit auskuriert. Weil zudem Joel Schmied, Dominique Heintz und Julian Pauli ebenfalls (wieder) fit sind, kann FC-Coach Struber für die Dreierkette aus dem Vollen schöpfen. Die logische Konsequenz wäre, Martel wieder auf die Sechs vorzuziehen.
Vor einigen Wochen wollte Struber mit Martel noch den flexiblen Part in der Startelf haben, der zwischen der Sechs und der Dreierkette fließend hin und her wechseln kann. Doch eine der Erkenntnisse der letzten Wochen lautet: Außer Martel hat der FC keinen Sechser mit gehobenem Niveau im Kader.
Kein Top-Sechser außer Martel
Mathias Olesen ist spielerisch zu schwach, Florian Kainz nicht zweikampfstark genug, Denis Huseinbasic und Dejan Ljubicic zu formschwankend. Und so wird Struber gegen Preußen Münster an Ostersonntag wohl wieder auf Martel setzen, um die größten Probleme der vergangenen Wochen zu beheben. Denn mit Martel bekommt der FC mehr als nur Lauf- und Zweikampfstärke auf der Sechs hinzu.
Martel kann nicht nur als alleiniger Sechser fast alle Lücken schließen. Der 22-Jährige ist längst zum Lautsprecher und Anführer im FC-Kader gereift, trug zuletzt nicht umsonst die Kapitänsbinde in Vertretung für Hübers. Martel könnte als Dirigent wieder dafür sorgen, dass sich die Abstände zwischen Defensive und Offensive im Pressing verbessern, dass die Pressing-Auslöser nicht mehr willkürlich gewählt werden und dass der FC im Spielaufbau wieder zu mehr Klarheit findet.
Mit mehr Spielkontrolle zum Aufstieg
Zwar ist auch Martel kein Passwunder, kein Spieler, der einen vertikalen Schnittstellen-Pass auf den nächsten folgen lässt. Doch der U21-Nationalspieler hat sich im Spiel nach vorne stark verbessert. Auf der Schlüsselposition im zentral-defensiven Mittelfeld gibt es in der 2. Bundesliga keinen Besseren, und genau diese Stärke braucht der FC wieder, um in den letzten fünf Spielen auch über mehr Kontrolle zu den Resultaten zu kommen, die es zum Aufstieg braucht.








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