„Waffen entschärfen“: Struber warnt vor Top-vier-Team Münster

Im Hinspiel gewann Gerhard Strubers 1. FC Köln knapp mit 1:0 bei Preußen Münster. (Foto: IMAGO / HMB-Media)
Im Hinspiel gewann Gerhard Strubers 1. FC Köln knapp mit 1:0 bei Preußen Münster. (Foto: IMAGO / HMB-Media)

Mit nur einem Punkt aus zwei Spielen hat es der 1. FC Köln zuletzt geschafft, sein Vier-Punkte-Polster aufrechtzuerhalten. Gegen Kellerkind Preußen Münster soll endlich wieder ein Sieg her. Doch eine Selbstverständlichkeit dürfte dieses Erfolgserlebnis nicht werden.

Auf dem Papier trifft ein potenzieller Aufsteiger auf einen möglichen Absteiger. Ganz so leicht dürfte es für den 1. FC Köln allerdings nicht werden, wenn am Sonntag der Tabellen-16. Preußen Münster im RheinEnergieStadion gastiert. So einige Statistiken zeigen, dass für das Team von Sascha Hildmann mehr drin gewesen wäre als Abstiegskampf.

Auffällig ist zum einen, dass Münster mit 37 Gegentreffern – nur drei mehr als Köln – die sechstbeste Defensive der 2. Liga stellt. „Sie kassieren wenig, haben ein sehr enges Verteidigungsnetz. Das Verteidigen ist sehr großgeschrieben“, weiß auch Gerhard Struber.

Warum Struber vor Münster warnt

Der FC-Trainer warnt zudem: „Bei Standards und Einwürfen entwickeln sie immer wieder Ideen und sind gefährlich. Bei dem xG nach Standards sind sie die viertbeste Mannschaft der Liga. Wir müssen ihre Waffen entschärfen.“

Der von Struber angesprochene hohe Wert bei den zu erwartenden Toren führt zu einer ebenfalls hohen Anzahl an erwarteten Punkten. Laut der xG-Logik, die die Wahrscheinlichkeit eines Torerfolgs beschreibt, hätte Münster 41 statt der realen 29 Treffer erzielen und damit sage und schreibe 13 Punkte (!) mehr holen müssen. In der Expected-Points-Tabelle steht Preußen auf Platz acht und nicht auf Relegationsrang 16.

Wir müssen voll in der Überzeugung sein, dem Gegner vom Beginn weg den Schneid abzukaufen.

Gerhard Struber

Dass die Münsteraner, die vor allem mit langen Bällen operieren (Platz eins vor Fürth), aus ihren aussichtsreichen Gelegenheiten zu wenig herausholen, steht natürlich auf einem anderen Blatt – und sorgt dafür, dass die Westfalen eben doch um den Klassenerhalt bangen müssen.

Der FC im Übrigen hat zwei Punkte mehr erobert, als aufgrund der Chancenqualität zu erwarten gewesen wären. Der Hamburger SV hat sogar fünf Zähler mehr herausgeholt, als statistisch wahrscheinlich gewesen wären, sodass die Kölner die Expected-Points-Tabelle vor dem Spieltag angeführt haben.

Struber: „Konsequenz sollen drei Punkte sein“

Auch wenn in Münsters Mannschaft grundsätzlich mehr als Abstiegskampf stecken mag, will Struber am Sonntag für klare Verhältnisse sorgen: „Wir müssen voll in der Überzeugung sein, dem Gegner vom Beginn weg den Schneid abzukaufen, um zu Hause ganz klar den Takt und den Rhythmus vorzugeben. Die Konsequenz sollen drei Punkte sein.“ Drei Punkte in der realen Tabellen, unabhängig von allen statistischen Spielereien.

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