„Bringt nichts“: Darum stand Ljubicic gegen Nürnberg nicht im FC-Kader

Dejan Ljubicics Vertrag beim 1. FC Köln läuft zum Saisonende aus. (Foto: Bucco)
Dejan Ljubicics Vertrag beim 1. FC Köln läuft zum Saisonende aus. (Foto: Bucco)

Friedhelm Funkel hat gegen den 1. FC Nürnberg auf Dejan Ljubicic verzichtet. Warum aber musste der Mittelfeldspieler des 1. FC Köln zuhause bleiben? Darf der Österreicher noch auf einen letzten Einsatz hoffen?

Friedhelm Funkel ist nicht nur dafür bekannt, dass er eine Mannschaft mit seiner Offenheit in die Arme schließt. Friedhelm Funkel ist auch dafür bekannt, dass er vor harten Entscheidungen nicht zurückschreckt, wenn er das Gefühl hat, sie würden dem Kader gut tun. Am vergangenen Donnerstag traf der 71-Jährige beim 1. FC Köln eine solche.

Zum Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg ließ Funkel mit Dejan Ljubicic einen vermeintlichen Leistungsträger zuhause. Der Österreicher ist seit Monaten außer Form, hat sich zudem entschieden den FC zu verlassen und schien in den vergangenen Wochen im Kopf schon nicht mehr in Köln zu sein. Eine nachvollziehbare Entscheidung also?

Kessler erklärt Funkels Entscheidung

Am Freitagabend nach dem 2:1-Sieg in Nürnberg wollte Sportdirektor Thomas Kessler jedoch etwas die Schärfe aus der Personalie nehmen. Ljubicic habe alleine aufgrund „einer rein sportlichen Einschätzung von Friedhelm“ gefehlt. „Friedhelm hat sich unter der Woche ein paar Gedanken gemacht und hat auch mit Dejo gesprochen“, erklärte Kessler. Vor allem sei es dabei um die Auswirkungen einer Verletzung gegangen.

Ljubicic leidet bekanntlich seit Wochen an einer Fußverletzung, wegen der er immer wieder fit gespritzt werden musste. „Friedhelm hatte das Gespür und sagte: Ich würde ihn gerne zuhause lassen, weil ich glaube, dass es in dieser Situation nichts bringt, wenn er sich durchquälen muss. Wir haben viele andere Jungs, die das Vertrauen auch verdient haben. Deswegen ist die Entscheidung so gefallen.“

Nicht vergleichbar mit Emmanuel Dennis

Laut Kessler sei die Entscheidung „mit den Eindrücken der Trainingsleistungen und auch mit den Gesprächen, die Friedhelm geführt hat“, gefallen. Was jedoch offen ließ, ob die Trainingsleistungen auch zustande kamen, weil Ljubicic vor einem Vereinswechsel steht. Funkel hatte bereits in der Vergangenheit vergleichbare Entscheidungen getroffen. So hatte er im Schlussspurt der Saison 2020/21 mit Emmanuel Dennis einen lustlosen Stürmer aus dem Kader gestrichen.

Der Unterschied: Dennis war komplett aus dem Trainingsbetrieb genommen worden, um auch nicht mehr nah an der Mannschaft zu sein. Das ist bei Ljubicic anders. Der Österreicher soll auch in der kommenden Woche versuchen mit dem FC zu trainieren, um sich für den 34. Spieltag gegen den 1. FC Kaiserslautern zu empfehlen. Dann könnte der Österreicher ein letztes Mal für den FC auflaufen. Zumindest, sofern Funkel ihn nominiert.

Funkel hat beim Kader die Qual der Wahl

Nach den Eindrücken von Freitagabend dürfte es Funkel schwer fallen, Veränderungen am Aufgebot für Kaiserslautern vorzunehmen. Max Finkgräfe fehlte krank und wird alles daran setzen, für den FCK fit zu werden. Steffen Tigges flog erst in Nürnberg noch kurzfristig als 21. Mann aus dem Kader.

Ljubicic muss also in der Trainingswoche überzeugen, um noch mal eine Chance zu bekommen, sich von den FC-Fans zu verabschieden und den möglichen Aufstieg auf dem Rasen mitzuerleben. Andernfalls könnte sein enttäuschender Auftritt gegen Jahn Regensburg der letzte Einsatz im FC-Trikot gewesen sein. Mit vier Toren und drei Assists blieb der Österreicher in dieser Saison weit hinter den Erwartungen zurück und wird wegen seines auslaufenden Vertrags den FC im Sommer ablösefrei verlassen.

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