Die Stimmen zum FC-Frust: „Heute sind wir ein richtig großer Depp“

Frust beim 1. FC Köln nach dem 1:1 gegen Regensburg. (Foto: IMAGO / RHR-Foto)
Frust beim 1. FC Köln nach dem 1:1 gegen Regensburg. (Foto: IMAGO / RHR-Foto)

Der 1. FC Köln verpasst mit dem 1:1 (0:0) gegen den SSV Jahn Regensburg erneut einen großen Schritt in Richtung Aufstieg und zieht den Unmut der eigenen Fans auf sich. So reagieren die Spieler und die Verantwortlichen nach dem enttäuschenden Remis.

Aus Müngersdorf berichten Sonja Gauer, Juline Mittag, Martin Zenge und Marc L. Merten

Timo Hübers

„Das Pfeifkonzert deckt sich in etwa mit der Stimmungslage, die wir nach dem Abpfiff hatten. Es ist Wut und Enttäuschung dabei, dass wir das Spiel heute als vorher Tabellenerster gegen den Letzten nicht gewinnen konnten. Deswegen ist da Verständnis dabei. Es kommt ja auch nicht von ungefähr, wir haben die letzten zwei Spiele gar kein gutes Gesicht gezeigt. Dann ist das der Lauf der Dinge in Köln. Ich hatte das Gefühl, dass wir gut eingestellt sind und eine gute Energie hatten. Da habe ich mich dann auch getäuscht in dem Auftreten. Ob es Angst oder zu viel Respekt vor dem großen Ziel ist, weiß ich nicht. Es ist kein Motivationsthema, hier schlurft niemand über den Platz. Wir haben es nicht geschafft, so dominant aufzutreten, wie es unser Anspruch ist. Das hat wenig mit dem Gegner zu tun, sondern nur mit uns. Fußball ist immer ein Tagesgeschäft und mal bist du der Depp – heute sind wir ein richtig großer Depp. Wir müssen jetzt nochmal den Schalter umlegen, ansonsten wird es sehr eng. Wir müssen jetzt intern sprechen und uns nicht von Nebenkriegsschauplätzen oder äußeren Einflüssen leiten lassen. Es bringt nichts, sich die Köpfe einzuschlagen. Der Grundton fühlt sich gerade nach Abstiegskampf an, aber letztlich können wir eine Riesen-Sache schaffen und die ist absolut im Rahmen des Möglichen. Die Rhetorik erinnert mich aber ein bisschen an vor einem Jahr. Die positiven Bilder müssen in die Köpfe, aber es braucht auch den nötigen Tritt in den Hintern.“

Marvin Schwäbe

„Man hat gesehen, dass wir wollten und gut eingestellt waren. Die Räume, die wir bespielen wollten, haben wir auch bespielt. Es war aber ein Stück weit unsauber und wir waren im letzten Drittel nicht so effizient. Regensburg stellt sich dann in den eigenen Sechzehner und wir spielen Handball, das macht es nicht einfacher. Beim Gegentor waren wir nicht gut zugeordnet, den ersten Ball habe ich noch halten können, aber nicht mehr zur Seite gekriegt. Das darf uns nicht passieren, da müssen wir souveräner agieren. Angst spielt bei uns keine Rolle. Wir haben uns vor die Fans gestellt und uns ein paar Takte angehört, wir haben uns auch gerade vom Trainer ein paar Takte angehört. Es ist absolut verständlich, dass die Situation unzufriedenstellend ist. Man darf aber nicht vergessen, dass wir immer noch auf einem Aufstiegsplatz stehen. Das haben wir uns über lange Phasen erarbeitet. Wenn wir am Freitag in Nürnberg daran anknüpfen, bin ich fest davon überzeugt, dass wir unser Ziel erreichen.“

Christian Keller

„Ich habe eine Mannschaft gesehen, die versucht hat, alles für das Spiel zu investieren. Die Mannschaft hat sich viele Torchancen herausgespielt und war dominant. Man kann die ein oder andere Situation im letzten Drittel besser lösen, um zu noch klareren Torchancen zu kommen. Im Endeffekt hatten wir aber genug Torchancen, um den Gegner zu besiegen. Das haben wir nicht geschafft und das nervt. Die Stimmung ist, als ob wir etwas total versaut hätten. Wir haben eine große Chance vergeben, aber wir haben nach wie vor alles in der eigenen Hand.“

Gerhard Struber

„Das Ergebnis ist richtig enttäuschend und niederschmetternd. Wir hatten die Erwartung, klar ins Punkten zu kommen. Wir wollten auch unser Torekonto aufpolieren. Es gab viele Möglichkeiten, die Führung auszubauen, um drei Punkte zu holen. Wir waren aber zu ineffizient. Das ist ernüchternd, weil wir ganz andere Erwartungen hatten. Wir haben weiter eine komfortable Situation. Wir müssen jetzt klar am Ruder bleiben und die Situation managen.“

Andreas Patz

„Wir sitzen hier mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wir sind sehr stolz, wie sich die Mannschaft präsentiert hat. Andererseits tut es mir extrem leid, wie die Gesamtsituation ist. Umso beeindruckender, wie sich die Mannschaft reingehauen hat. Das macht mich unglaublich stolz. Das weinende Auge überwiegt mit dem Abstieg. Das tut mir unglaublich leid, und wir werden versuchen, uns bestmöglich aus der Liga zu verabschieden. Das ist uns hier in Köln schon gut gelungen.“

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