Krisensitzung beim FC: Keller und Struber müssen sofort gehen!

Gerhard Struber und Christian Keller am Samstag nach dem 1:1 gegen Regensburg. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)
Gerhard Struber und Christian Keller am Samstag nach dem 1:1 gegen Regensburg. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)

Christian Keller und Gerhard Struber müssen den 1. FC Köln sofort verlassen. Das ist das Ergebnis einer Krisensitzung der FC-Bosse am Sonntagabend.

Dieser Artikel wurde um 22:52 Uhr aktualisiert

Sehr spät, aber womöglich nicht zu spät ist beim 1. FC Köln der noch amtierende Vorstand aufgewacht und hat sich seiner satzungsgemäßen Kernaufgabe erinnert. Und diese lautet: Kontrolle der Geschäftsführung. So kam es, dass am Sonntag ein Krisengespräch anberaumt wurde. Das Ergebnis: Sportchef Christian Keller und Trainer Gerhard Struber müssen sofort gehen.

Der Grund: Der FC strauchelt und droht den fast schon sicher geglaubten Aufstieg in die Bundesliga auf den letzten Metern noch zu verspielen. Keller hatte sich am Samstag nach dem peinlichen 1:1 gegen Regensburg demonstrativ vor die Mannschaft und vor allem vor Struber gestellt und jegliche Konsequenzen ausgeschlossen. Damit aber kam er letztlich nicht durch.

Widerstand gegen Kellers Plan

GEISSBLOG-Informationen decken sich mit Berichten des Express und des Kölner Stadt-Anzeigers. Demnach fehlten Vorstand und Geschäftsführung am Sonntag beim U19-Viertelfinale gegen den HSV (3:2) aus drängendem Anlass. Man traf sich außerhalb des Geißbockheims zur Krisensitzung. Und diese ergab eine deutliche Ablehnung von Kellers Plan, auf Gedeih und Verderb mit Struber bis Saisonende weiterzumachen. Offen blieb zunächst nur, welche personelle Konsequenzen sich daraus ergeben würden.

Christian Keller nach dem Spiel gegen Regensburg. (Foto: IMAGO / RHR-Foto)
Christian Keller nach dem Spiel gegen Regensburg. (Foto: IMAGO / RHR-Foto)

Denn nur die Geschäftsführung und damit Keller kann einen Cheftrainer entlassen, nicht aber der Vorstand, selbst wenn sich dieser gegen Struber ausgesprochen haben sollte. Keller jedoch soll die Entlassung des Österreichers verweigert haben – und wer den prinzipientreue 46-Jährigen kennt, der weiß: Nach dessen Worten von Samstagabend war klar, dass er davon nicht abweichen würde.

Der Vorstand hat zwei Optionen

Also blieben dem Vorstand nur noch zwei Optionen: Werner Wolf, Eckhard Sauren und Carsten Wettich hätten der Geschäftsführung eine Weisung erteilen können, sich von dem Mitarbeiter Gerhard Struber per sofort zu trennen. Einer solchen Weisung müsste die Geschäftsführung folgen und wäre überstimmt. In der Regel führt eine solche Weisung jedoch zu einem Rücktritt der gesamten Geschäftsführung, weil diese einen Eingriff ins operative Geschäft darstellen würde und einem Misstrauensvotum gleichkäme.

So wurde es letztlich die zweite Option: im ersten Schritt die Entlassung des Geschäftsführers Sport und erst im zweiten Schritt die Entlassung des Cheftrainers. Keller und Struber werden also am Montag nacheinander respektive gemeinsam gehen. Finanz-Geschäftsführer Philipp Türoff soll einen Interims-Geschäftsführer Sport an die Seite gestellt bekommen, der kurzfristig alle sportlichen Entscheidungen inklusive der Trainerfrage klären soll.

Die Rolle des Gemeinsamen Ausschusses

Der 1. FC Köln wäre aber nicht der 1. FC Köln, wenn die Trainer- und Sportchef-Frage nicht auch eine Gremien-Frage wäre. Die Entlassung beziehungsweise Abberufung eines Geschäftsführers ist die Aufgabe des Gemeinsamen Ausschusses (GA). Jedoch kann der GA nur dann über einen Geschäftsführer entscheiden, wenn der Vorstand diese Personalie im GA zur Abstimmung stellt.

Präsident Werner Wolf ist noch bis Herbst 2025 im Amt. (Foto: Bucco)
Präsident Werner Wolf ist noch bis Herbst 2025 im Amt. (Foto: Bucco)

Was kompliziert klingt, hat tatsächlich seine Fallstricke. Der GA setzt sich zusammen aus den drei Vorständen, zwei Mitgliederräten, dem Aufsichtsrats- und dem Beirats-Vorsitzenden. In den vergangenen Monaten war die Kritik an Keller innerhalb des Gremiums stark gewachsen, allerdings nur von Seiten der Mitgliederräte, Lionel Souque (Aufsichtsrat) und Klaus Behrenbeck (Beirat).

Vorstand wendet sich von Keller ab

Damit war die Anti-Keller-Fraktion zwar in der Mehrheit (4:3), aber der Vorstand stand noch geschlossen hinter Keller. Und solange dies so blieb, konnte der GA nicht über Keller abstimmen. Dies hatte sich in den vergangenen Wochen aber verändert. Nach GEISSBLOG-Informationen soll sich Vizepräsident Carsten Wettich von Keller abgewendet haben, während insbesondere Eckhard Sauren, aber auch Präsident Werner Wolf noch Verfechter des umstrittenen Sportchefs waren.

Die schwachen Ergebnisse und Leistungen der letzten Wochen, das blamable 1:1 und vor allem der Druck der Fans in Verbindung mit der gefährlichen Tabellensituation haben nun aber doch noch zu einem Umdenken beim Vorstand geführt. Die Entscheidung lautet: Keller und Struber müssen gehen – und zwar sofort. Die Entscheidung soll am Montag verkündet werden.

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