Rätsel um Neuzugänge: Warum lässt Struber dieses Duo links liegen?

Joël Schmied und Imad Rondic. (Foto: IMAGO / DeFodi Images)
Joël Schmied und Imad Rondic. (Foto: IMAGO / DeFodi Images)

Joël Schmied und Imad Rondic haben zuletzt beim 1. FC Köln zwei Spiele in Folge nur auf der Bank gesessen. Hat Sportchef Christian Keller mit dem Duo daneben gegriffen?

Es sind nicht die Tage der Winter-Neuzugänge beim 1. FC Köln. Jusuf Gazibegovic arbeitet an seinem Comeback, will unbedingt noch einmal in den Aufstiegskampf eingreifen, muss sich aber gedulden. Anthony Racioppi erlebte am Freitag einen schwarzen Tag, verschuldete für die U21 zwei Gegentore bei seinem Pflichtspiel-Debüt für die Geißböcke.

Derweil saßen Joël Schmied und Imad Rondic am Sonntag bei Hannover 96 erneut nur 90 Minuten auf der Bank – wie schon eine Woche zuvor gegen Preußen Münster. Dafür, dass Sportchef Christian Keller mit dem Quartett die Aufstiegschancen der Geißböcke noch einmal erhöhen wollte, ging dieser Plan bislang nicht auf.

Gazibegovic kein Upgrade

Gazibegovic hatte vor seiner schweren Sprunggelenksverletzung aus dem Spiel gegen Darmstadt zumindest angedeutet, dass er eine Alternative auf der Rechtsverteidiger-Position sein könnte. Zumindest gegenüber Rasmus Carstensen, den der FC im Winter an Lech Posen verlieh, war der Bosnier ein Upgrade. Gegenüber Jan Thielmann allerdings konnte Gazibegovic noch nicht demonstrieren, dass er das Niveau noch einmal hebt.

Während Racioppi noch nicht zu bewerten ist, sollte immerhin Schmied das Niveau in der Abwehrzentrale verbessern. Beim FC argumentiert man aktuell, dass der Schweizer immerhin zehn von 14 Spielen in der Startelf gestanden hätte. Das lag aber auch daran, dass mit Julian Pauli der Senkrechtstarter der Hinrunde ausgefallen war. Zur Wahrheit gehört: Schmied machte Fehler, verschuldete zwei Elfmeter und saß nun gegen Münster und Hannover jeweils nur auf der Bank.

Schmied noch mit Schwächen

Das lag sicherlich auch daran, dass der 26-Jährigen vor beiden Partien angeschlagen war. Doch Fakt ist auch: Bislang konnte Schmied noch nicht zeigen, warum Keller im Winter über zwei Millionen Euro Ablöse an den FC Sion zahlte. Der gebürtige Berner ist zwar nominell der schnellste Innenverteidiger im Kader, hat in Sachen Zweikampfhärte und Positionierung aber noch Schwächen, die sich bislang immer wieder zeigten, wenn der FC hoch verteidigte.

Perspektivisch traut man ihm beim FC die Bundesliga zu. Dafür muss Schmied aber noch einen großen Entwicklungsschritt gehen. Viel Zeit hat er nicht mehr, zumindest nicht in dieser Saison. Dann wird er beweisen müssen, ob er sich in der Sommer-Vorbereitung stabiler präsentieren kann. Die Konkurrenz wird eher noch zunehmen, vor allem, wenn Pauli wieder vollständig fit ist und der FC tatsächlich einen weiteren Innenverteidiger verpflichten sollte. Am Mittwoch sickerte das Interesse an Tim Oermann vom VfL Bochum durch (der GEISSBLOG berichtete).

Rondic enttäuscht bislang auf ganzer Linie

Noch komplizierter ist die Lage bei Rondic. Der Mittelstürmer konnte seinem Treffer und seiner guten Leistung in Paderborn nichts folgen lassen. Einem blassen Auftritt gegen die Hertha folgte ein erschreckender Leistungsnachweis in Fürth, als Trainer Gerhard Struber den Neuzugang beinahe schon nach 30 Minuten vom Feld genommen hätte, ihn und die Mannschaft dann aber nach 45 Minuten erlöste. Seitdem saß Rondic nur noch auf der Bank.

Dass Rondic nicht die Wunschlösung für die Mittelstürmer-Position im Winter war, ist bekannt. Auf welcher Position der 26-Jährige im Schattenkader tatsächlich stand, wird man nie klären können. Jedoch traut selbst beim FC dem 1,90 Meter großen Angreifer aktuell kaum jemand die Bundesliga schon zu. Rondic wurde mit dem Hintergedanken verpflichtet: Sollte er funktionieren, hat der FC für kleines Geld einen Mittelstürmer verpflichtet, der Freude bereitet. Sollte er nicht funktionieren, würde sich wohl ein Abnehmer für einen ähnlichen Betrag finden.

Unter dem Strich enttäuschende Winter-Transfers

Das Problem: Erstens hat letzterer Gedanke schon bei Nikola Soldo nicht funktioniert und dürfte auch bei Florian Dietz und Sargis Adamyan nicht aufgehen. Zweitens haben die Verantwortlichen mit dem Rondic-Deal Youngsters wie Damion Downs und Tim Lemperle verärgert, die deutlich weniger Gehalt kassieren als der Bosnier, an denen aber nun die Last des Aufstiegs hängt, während Rondic auf der Bank schmort.

Keine glückliche Konstellation, zumal der FC weitere Tore des Mittelstürmers gut gebrauchen könnten. Drei Spiele haben Rondic und Schmied noch Zeit, sich über die 2. Bundesliga für die nächste Saison zu empfehlen. Der FC kann gute Leistungen des Duos dringend gebrauchen, um das Saisonziel Aufstieg zu erreichen. Dann werden die Uhren ab Juli ohnehin wieder auf Null gestellt und jeder Spieler kann sich neu empfehlen. Doch bis dahin bleibt: Die Winter-Transferperiode war einmal mehr beim FC eine Enttäuschung.

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