Der 1. FC Köln kämpft um eine Vertragsverlängerungen mit Damion Downs. Ex-Sportchef Christian Keller hat nun angedeutet, worin bei den Verhandlungen der Haken liegen könnte.
In der Nacht zu Montag (1 Uhr deutscher Zeit) kämpft Damion Downs mit den USA gegen Costa Rica um den Einzug ins Halbfinale des Gold Cups. Im letzten Gruppenspiel gegen Haiti hatte der Angreifer des 1. FC Köln aufgrund einer Prellung im Kader gefehlt. Die US-Amerikaner zeigten sich zuletzt jedoch zuversichtlich, dass Downs im Viertelfinale auf den Platz zurückkehren könne.
Ob die Verantwortlichen aus Köln die Partie verfolgen werden, ist angesichts des Zeitunterschiedes fraglich. Dennoch wird man beim FC ganz genau hinschauen, wie es mit den USA und vor allem mit Downs in dem Turnier weitergeht. Immerhin warten die Kölner noch immer auf eine Entscheidung des Spielers hinsichtlich des ihm vorgelegten Vertragsangebotes. Erst nach dem Gold Cup will Downs eine Entscheidung über seine sportliche Zukunft treffen. Wie der Kölner Stadtanzeiger am Sonntagabend berichtet, soll der FC Southampton inzwischen ein offizielles Angebot in Höhe von acht Millionen Euro abgegeben haben.
Damion Downs hat ein Verlängerungsangebot vorliegen, da würden alle mit den Ohren schlackern.
Christian Keller
Zwar sollen sich die Clubs in Verhandlungen befinden, dennoch will man Downs unbedingt in Köln halten. Dass der Stürmer ein für FC-Verhältnisse mehr als gut dotiertes Angebot vorliegen hat, bestätigte Sportdirektor Thomas Kessler bereits vor einigen Wochen auf dem Mitgliederstammtisch. Nun hat Ex-Sportchef Christian Keller dieses in einem gemeinsamen Interview mit Express und Kölnischer Rundschau noch einmal bestätigt. „Damion Downs hat ein Verlängerungsangebot vorliegen, da würden alle mit den Ohren schlackern. Die Entscheidung liegt nun beim Spieler“, sagte der im Mai ausgeschiedene Geschäftsführer.
Downs verneinte Gespräche im Januar
Dabei erklärte Keller, dass die Gespräche mit Downs und seiner Berateragentur bereits „seit Spätherbst“ laufen würden. Wobei es da wohl zumindest von Spielerseite eine unterschiedliche Auffassung zu geben scheint. Im Januar hatte der Stürmer im Interview mit dem GEISSBLOG jedenfalls erklärt, dass es zum damaligen Zeitpunkt noch keine Gespräche mit Keller über eine Verlängerung gegeben habe (zum Interview).
Der Ex-Sportchef machte dabei deutlich, dass Downs ohnehin nur im Falle des Aufstiegs zu einer Verlängerung bereit gewesen sei. „Damion hatte damals schon den Anspruch, Bundesliga zu spielen und nur für den Erstligafall zu verlängern“, meinte Keller. Dabei ließ der 46-Jährige durchblicken, was einer der Knackpunkt bei den Verhandlungen sei: die Höhe einer gewünschten Ausstiegsklausel.
Ausstiegsklausel als Knackpunkt
„Dann müssen gewünschte Rahmendaten wie beispielsweise Ausstiegsklauseln aber auch für den FC lohnenswert sein“, sagte Keller. Und weiter: „Ansonsten kann es unter Umständen attraktiver sein, einen Transfer zu realisieren und mit dem Transfererlös einen neuen Spieler mit ähnlichem oder bestenfalls besserem Leistungsniveau zu verpflichten.“ Bedeutet konkret: Der FC würde mit einem jetzigen Verkauf ein Jahr vor Vertragsende mehr Geld erzielen, als eine von Spielerseite geforderte Ausstiegsklausel bei Verlängerung zu einem späteren Zeitpunkt einbringen würde.
Nur so hatte der FC beispielsweise im Sommer 2021 doch noch mit Salih Özcan verlängern können. Nach dessen starker Saison unter Steffen Baumgart war die Enttäuschung groß gewesen, das Eigengewächs für eine vergleichsweise geringe Summe von fünf Millionen Euro an Borussia Dortmund zu verlieren. Zur Wahrheit gehörte damals jedoch auch, dass Özcan ohne die Ausstiegsklausel seinen Vertrag ein Jahr zuvor nicht hatte verlängern wollen.
Keller: „Da liege ich im Einzelfall auch mal falsch“
Rückblickend gab es jedoch auch einige Vertragskonstrukte, die für den FC weitaus weniger lohnenswert gewesen waren. Auch deswegen, so Keller, sei der FC unter anderem „finanzwirtschaftlich in Schieflage geraten“. Grund dafür seien Vertragsverlängerungen gewesen, „bei denen sehr frühzeitig jungen Spielern horrende Verträge gegeben wurden und die Spieler das in ihrer Leistungsentwicklung anschließend nicht bestätigen konnten.“
Eines der prominentes Beispiele der jüngeren Vergangenheit war dabei sicherlich Noah Katterbach, der am Ende seiner Zeit beim FC aufgrund seines Vertrages sogar zu den Topverdienern gehört hatte, dies aber längst nicht mehr mit seiner Leistung rechtfertigen konnte. „Ich habe den Ansatz im Sinne langfristigen Managements, erst Leistungsentwicklung, dann vertraglich nachziehen und nicht andersrum. Da liege ich im Einzelfall auch mal falsch. Aber ich finde, dass wir gerade bei jungen Spielern viele gute Entscheidungen getroffen haben“, sagte Keller abschließend zu den Verträgen mit jungen Talenten.
Downs zumindest hatte als Top-Torjäger in der vergangenen Saison maßgeblichen Anteil daran, dass der FC die direkte Bundesliga-Rückkehr realisieren konnte. Gleichzeitig war bei dem 20-Jährigen gut zu erkennen, dass die Entwicklung längst noch nicht ihr Ende erreicht hat. Für den Stürmer gilt es nun, seine Leistungen auch eine Liga höher zu bestätigen. Beim 1. FC Köln hofft man, dass dies am Geißbockheim passieren wird.








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