Neuzugang stand nicht auf Kellers Liste – warum ein anderer Transfer platzte

Thomas Kessler und Christian Keller waren nicht immer einer Meinung. (Foto: Bucco)
Thomas Kessler und Christian Keller waren nicht immer einer Meinung. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln hat mit der Verpflichtung von Isak Johannesson für ein Ausrufezeichen auf dem Transfermarkt gesorgt. Ex-Sportchef Christian Keller verriet nun, dass er den Isländer wohl nicht verpflichtet hätte – und erklärte, warum ein anderer Transfer platzte.

Die Bundesliga-Konkurrenz dürfte nicht schlecht gestaunt haben, als der 1. FC Köln kurz nach dem Saisonende binnen weniger Tage die Verpflichtung von Ragnar Ache und Isak Johannesson bekanntgegeben hatte. Mit den beiden Top-Spielern der abgelaufenen Zweitliga-Saison hat der Aufsteiger durchaus für Aufsehen sorgen können.

Während der Transfers von Ache bereits von Ex-Sportchef Christian Keller vorbereitet gewesen und vom neuen Sportdirektor Thomas Kessler über die Ziellinie gebracht worden war, verriet Keller nun, dass er Johannesson hingegen wohl eher nicht verpflichtet hätte. „Ja, er war kein Spieler, den das Scouting zunächst ganz vorne gesehen hat“, bestätigte Keller gegenüber dem Express und der Kölnischen Rundschau, was Kessler am Mitgliederstammtisch bereits angedeutet hatte.

Keller hatte anderen Spieler im Fokus

Zwar sei der Isländer „ein guter Spieler“, aufgrund der hohen Ausstiegsklausel von knapp über fünf Millionen Euro jedoch nicht Kellers „erste Priorität auf der Achter-Position“. Stattdessen habe der ehemalige Sport-Geschäftsführer einen anderen Spieler für diese Position vorgesehen gehabt. „Warum diese Personalie letztlich dann nicht geklappt hat, weiß ich allerdings nicht“, sagte der 46-Jährige.

Um welchen Spieler es sich dabei konkret gehandelt haben soll, verriet Keller nicht. Jedoch wäre es nicht auszuschließen, dass Kessler Johannesson dem betreffenden Profi vorgezogen hat. Es wäre wohl nicht das erste Mal, dass der neue Sportdirektor in Personalfragen anderer Auffassung gewesen war als sein ehemaliger Vorgesetzter.

Darum scheiterte der Kenny-Wechsel

Ein Spieler, den jedoch sowohl Kessler als auch Keller verpflichten wollten, entschied sich derweil für einen anderen Club. Der FC hatte intensiv um die Dienste des ablösefreien Jonjoe Kenny von Hertha BSC gebuhlt. Trotz guter Gespräche entschied sich der Engländer jedoch am Ende für den finanzstärkeren Club PAOK Saloniki aus Griechenland. Ein Problem für den FC war dabei wohl, dass der Aufstieg in die Bundesliga erst am letzten Spieltag finalisiert werden konnte.

Denn wie Keller erklärte, habe der FC bereits nach der Januar-Transferphase die Gespräche mit Kenny über einen Sommer-Wechsel aufgenommen. „Kenny war ein für uns interessanter Spieler, der auch den FC interessant fand“, berichtete Keller. Wie alle Transfer-Kandidaten, mit denen der Ex-Sportchef gesprochen hatte, sei jedoch auch für den Rechtsverteidiger der Aufstieg eine Voraussetzung für einen Wechsel nach Köln gewesen.

So hat Thomas jetzt einen anstrengenden Sommer vor sich.

Christian Keller

„Aus dieser Perspektive war es ärgerlich, dass wir den Aufstieg nicht schneller realisiert haben, sonst wären viele Entscheidungen sicherlich früher möglich gewesen“, ergänzte Keller. Tatsächlich tut sich der FC seit den Transfers von Ache und Johannesson schwer, weitere Neuzugänge unter Dach und Fach zu bringen. Insbesondere, weil wie bei Kenny nach Saisonende häufig noch andere Vereine in die Verhandlungen mit eingestiegen sind. „So hat Thomas jetzt einen anstrengenden Sommer vor sich“, prognostizierte Keller seinem ehemaligen Mitarbeiter aus eigener Erfahrung noch einiges an Arbeit für die kommenden Wochen.

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