Mission „Kölsche Jung“: Kwasnioks Vier-Stufen-Plan für den FC-Erfolg

FC-Trainer Lukas Kwasniok bei seiner Antritts-Pressekonferenz. (Foto: Bucco)
FC-Trainer Lukas Kwasniok bei seiner Antritts-Pressekonferenz. (Foto: Bucco)

Lukas Kwasniok hat sich beim 1. FC Köln einiges vorgenommen. Der neue Trainer will die Geißböcke stabilisieren und vor Erzrivale Borussia Mönchengladbach landen. Diese Ziele sollen seine Amtszeit beim FC prägen.

Bei seiner Antritts-Pressekonferenz im RheinEnergieStadion setzte Lukas Kwasniok direkt mal den Ton für die kommenden Jahre. So zumindest die Hoffnung des neuen Cheftrainers, der dem 1. FC Köln länger als seine unmittelbaren Vorgänger erhalten bleiben will. „Wir sind in einer Showbranche“, erklärte er und schob forsch, wie man ihn kennt, nach: „Wenn Sie einen langweiligen Typen haben wollen, bin ich hoffentlich der Falsche.“ Kwasniok möchte entertainen.

Und das in jeder Hinsicht, auf und neben dem Platz. Es verwunderte nicht, dass der Ex-Paderborner in Köln mit einem regelrechten Sprüche-Feuerwerk loslegte und auch die eine oder andere sportliche Ansage machte – wenngleich er seinen anvisierten Tabellenplatz nicht verraten wollte. Doch es ließ sich ein Vier-Stufen-Plan ausmachen, mit dem Kwasniok den FC zum Erfolg führen will.

Stufe eins: Die Mannschaft überzeugen

Erst einmal gilt es für den Deutsch-Polen, seine neuen Spieler von sich zu überzeugen. „Die Mannschaft braucht mich nicht unbedingt, in Form von meiner Person“, meinte Kwasniok bei seiner Vorstellung und relativierte umgehend: „Sie brauchen einen Trainer, auf den sie sich einlassen. Ich muss sie davon überzeugen, dass ich der Richtige bin.“ Im Laufe der Vorbereitung müsse das Team spüren: „Okay, dem Kollegen da draußen folgen sie wirklich aus Einsicht. Nicht weil sie es müssen, sondern weil sie die Überzeugung haben, dass hier etwas Gutes, etwas Großes entsteht.“

Das ist für den Funkel-Nachfolger der erste entscheidende Schritt. „Ich kann im Laufe der Vorbereitung schon sagen, ob wir eine erfolgreiche Saison spielen können oder ob es von Beginn an ein Kampf wird. Meine Ambition ist, mit dem Trainerteam, dem Staff und Thomas Kessler einen Geist zu erschaffen, der uns dazu befähigt, die ein oder andere Überraschung zu landen.“

Stufe zwei: Klassenerhalt

Seine persönlichen Träume in der Bundesliga schiebt Kwasniok zunächst mal beiseite.„Wenn ich Ihnen erzähle, worüber ich alles träume, wird die PK hier relativ lang dauern.“ Es gehe in der ersten Saison „nicht um Träume, sondern um realistische Ziele“. Und zwar? „Das nächste Ziel ist, diesen Tanker in der Bundesliga in ein möglichst ruhiges Gewässer zu führen. Das ist der nächste Step.“

Um den FC im Oberhaus zu etablieren, setzt der 44-Jährige auf die folgende Formel: „Euphorisiert auf der einen Seite, demütig und fleißig auf der anderen. Das ist der Ansatz für die nahe Zukunft.“ In einem Jahr könne man ihn dann noch mal nach den Träumen fragen, „wenn wir unser Ziel, ein weiteres Jahr in der Bundesliga spielen zu dürfen, erreicht haben“.

Stufe drei: Gladbach überholen

Neben dem Klassenerhalt hat der neue FC-Trainer allerdings noch etwas anderes Konkretes im Visier. Zwar wolle er für die Tabelle keine gewünschte Platzierung vorgeben, „aber es wäre schön, wenn wir vor Gladbach landen könnten“, schmunzelte Kwasniok und machte so seine erste Derby-Ansage in Richtung Niederrhein.

Seine Vorfreude auf die hitzigen Duelle ist riesig: „Das macht doch den Reiz aus, wenn du ein Spiel hast, worauf sich die Menschen wochenlang freuen. Wohl wissend, dass du je nach Ergebnis auch mal fünf Tage lang Dackel der Nation bist. Es sind noch mehr Emotionen dabei, du kannst den Menschen ganz viel geben und schenken.“ Erst recht, wenn Gladbach in der Endabrechnung mal wieder hinter dem FC landen sollte.

Stufe vier: Kölsche Jung

Kwasnioks Pläne mit dem FC sind langfristig, nicht umsonst hat man sich auf einen Vertrag bis 2028 geeinigt. „Logischerweise wünsche ich mir hier eine möglichst lange gemeinsame Zukunft mit dem Verein. Wir wollen den FC stabileren und nach und nach entwickeln“, sagt der Bundesliga-Debütant im Wissen, „dass die Uhren hier auch mal schneller ticken“.

Bei seinen letzten Stationen, in Saarbrücken und Paderborn, gelang es ihm jeweils, freiwillig zu gehen. „Ich durfte immer das Ende der Saison erleben. Einmal zwei Jahre und einmal vier Jahre – und ich wüsste nicht, was dagegen spricht, hier beim FC zwei oder drei Jahre oder noch länger zu arbeiten.“ Kwasnioks ganz persönliches Ziel für seine Station am Geißbockheim: „Ich möchte am Ende meiner Amtszeit hier als ‚Kölscher Jung‘ betitelt werden, weil wir erfolgreich waren und ich lange genug da gewesen bin, dass man mich so nennt.“ Die Mission „Kölscher Jung“ beginnt mit dem Trainingsauftakt am 7. Juli.

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