„Auf eine Sache festlegen“: Zurückhaltender Kwasniok will „Welten“ vereinen

Lukas Kwasniok beim Test gegen Bergisch Gladbach. (Foto: Bucco)
Lukas Kwasniok beim Test gegen Bergisch Gladbach. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln startet am Montag in seine zweite Trainingswoche der Sommer-Vorbereitung. Welche Lehren Lukas Kwasniok aus seinem Start als Trainer gezogen hat und worauf in den nächsten Tagen der Fokus liegen wird.

Aus dem ersten Testspiel einer Sommer-Vorbereitungen lassen sich meist nur wenig Erkenntnisse ziehen. Die Gegner sind in der Regel unterklassig, vielmehr geht es für die Profi-Mannschaften darum, erst einmal wieder in die Abläufe und das Spiel mit dem Ball reinzukommen.

Entsprechend hatte auch der 7:1-Erfolg des 1. FC Köln am Samstag beim Mittelrheinligisten SV Bergisch Gladbach nur wenig Aussagekraft. Die 5000 Fans in der Belkaw-Arena konnten sich über sieben Tore ihrer Mannschaft und die Debüts der Neuzugänge freuen. Viel mehr aber auch nicht. „Die Sterne vom Himmel haben wir nicht gespielt. Das war auch nicht erwartbar nach fünf Trainingstagen“, sagte ein gelassener Kwasniok nach seinem ersten Spiel als FC-Trainer.

Kwasniok in der Beobachter-Rolle

Der 44-Jährige war dabei am Samstag überwiegend in der Beobachter-Rolle. Auf lautstarkes und aktives Eingreifen von der Seitenlinie verzichtete Kwasniok in Bergisch Gladbach. „Ich gebe nicht sofort immer alles vor, sondern muss auch schauen, wer in der Lage ist, gewisse Dinge in die Hand zu nehmen. Insofern war ich recht zurückhaltend“, erklärte der Fußballlehrer seine Rolle beim Test. Auch am Freitag beim zweiten Spiel gegen Fortuna Köln will Kwasniok ähnlich vorgehen, „weil ich die Jungs erst mal unter Wettkampfbedingungen und im Spiel kennenlernen muss und will.“

Bis zum Spiel im Südstadion liegen aber noch einmal vier weitere Trainingstage vor dem Bundesliga-Aufsteiger. In dieser will Kwasniok mit seinen Spielern „an der Intensität, an den Abläufen arbeiten.“ Bislang habe die Mannschaft „das Wording und ein paar grundsätzliche Vorstellungen mitbekommen.“ Ab jetzt soll es immer mehr um Detailarbeit, insbesondere in den Systemen, gehen.

Trainer will „den nächsten Step machen“

Noch vor der Abfahrt ins Trainingslager am 19. Juli will Kwasniok „den nächsten Step machen“, nachdem er die Spieler zum Kennenlernen zunächst frei hatte spielen lassen. Dass bis zum Pflichtspielstart am 17. August im DFB-Pokal gegen Jahn Regensburg noch viel Arbeit vor dem Trainer und seiner Mannschaft liegt, weiß auch der gebürtige Pole. „Aktuell treffen einfach viele Welten aufeinander. Junge Spieler, ältere Spieler, die unterschiedlichen Herangehensweisen in der vergangenen Saison – das ist aktuell viel Mischmasch.“

Gegen Bergisch Gladbach hatte der Trainer im ersten Durchgang im 3-4-3 spielen lassen, stellte in der zweiten Halbzeit dann auf ein 4-3-2-1 um. Zwar soll die Mannschaft in der kommenden Saison im Idealfall beide Systeme flexibel spielen können, der Fokus soll aber laut Kwasniok auf einer Formation liegen. „Wir müssen gucken, dass wir uns auf eine Sache festlegen und die voller Überzeugung angehen.“

Wie alle Menschen, ob online oder vor Ort, gesehen haben: es ist Arbeit.

Lukas kwasniok

Mit Beginn der neuen Trainingswoche dürfte sich Kwasnioks favorisiertes System dann immer mehr herauskristallisieren. Im Trainingslager in Bad Waltersdorf steht dann bereits der nächste Schwerpunkt auf dem Plan. „Dort legen wir einen Fokus auf die Arbeit gegen den Ball“, blickte Kwasniok voraus. „Ich freue mich darauf, aber“, ergänzte der Trainer nach dem Test in Bergisch Gladbach, „wie alle Menschen, ob online oder vor Ort, gesehen haben: es ist Arbeit.“ Und die geht der FC ab Montag wieder an.

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