Lukas Kwasniok will beim 1. FC Köln für einen Kulturwandel sorgen. Dabei hat der Trainer klare Erwartungen an seine Spieler. Ein Beispiel aus Karlsruhe dürfte für die FC-Profis eine Warnung sein.
Durch die Transfersperre hat sich der Kader des 1. FC Köln in den vergangenen zwei Jahren kaum verändern können. Zwar sorgte das dafür, dass die Spieler auf wie neben dem Platz bestens aufeinander abgestimmt waren. Gleichzeitig jedoch waren viele Muster und Verhaltensweisen festgefahren.
Entsprechend sprechen die Verantwortlichen in diesem Sommer auch vermehrt von frischem Blut, dass durch die Neuzugänge nun wieder in die Mannschaft fließen kann. Auch dadurch will Lukas Kwasniok beim FC wieder für einen Kulturwandel sorgen. „Wenn du so lange als Team beisammen bist, will der eine dem anderen vielleicht nicht mehr so weh tun“, erklärte der Trainer jüngst im GEISSBLOG-Interview.
Diese Attribute sind unverhandelbar
Mit bislang sechs Neuzugängen und noch mehr Abgängen ist der Umbruch im Kader aber noch längst nicht abgeschlossen. Die Rollen in der Hierarchie werden gerade erst neu vergeben. Dabei macht Kwasniok in seinen ersten drei Wochen als FC-Coach bereits unmissverständlich klar, wer bei ihm die besten Karten hat. Unverhandelbar sind bei dem 44-Jährige nämlich Attribute wie Einsatzwillen, Intensität und Fleiß.
Um seine Anforderungen zu verdeutlichen, zog Kwasniok im Trainingslager eine Anekdote aus seiner Vergangenheit heran. „Als ich beim KSC Interimscoach war, habe ich in meinem ersten Spiel Manuel Torres in der Startelf gehabt, im zweiten Spiel aber auf der Bank gelassen“, berichtete der Trainer von der Saison 2016/17. Gegen Eintracht Braunschweig hatte es dabei lange 0:0 gestanden und Kwasniok wollte den Angreifer einwechseln.
Bank statt Einwechslung
„Das Spiel war am Siedepunkt, die Fans waren voll da. Also habe ich ihm signalisiert, zur Bank zu kommen“, erinnerte sich der gebürtige Pole. Torres sei jedoch nur wenig motiviert in Richtung Bank „angetrabt“, sodass Kwasniok ihn mehrfach lautstark ermahnt habe. „Er ist aber nicht schneller gelaufen. Deshalb habe ich ihn auf die Bank gesetzt und ihm gesagt: ‚Da bleibst du jetzt sitzen.‘ Stattdessen habe ich jemand anderen eingewechselt.“
Wenn du nicht in der Startelf stehst, hat das in der Regel Gründe.
Lukas Kwasniok
Für die FC-Profis dürfte diese Geschichte ein mahnendes Beispiel sein, zu keiner Zeit unter Kwasniok die Zügel schleifen zu lassen. „Das ist die Kultur, die ich schaffen will“, erläuterte der Trainer und führte aus: „Es sind 50.000 Zuschauer im Stadion. Für diese Fans, für deinen Verein, für deine Kameraden und dein Trainerteam hast du eine Verantwortung. Wenn du nicht in der Startelf stehst, hat das in der Regel Gründe.“
Das jedoch muss im Umkehrschluss nicht heißen, dass die Joker nicht über die nötige Qualität verfügen würden, der Mannschaft helfen zu können. Ganz im Gegenteil: Auch den Spielern zwölf bis 16 kommt am Spieltag eine besondere Rolle zu. „Auf der anderen Seite sind Einwechselspieler für mich Crunch-Time-Spieler. Die meisten Spiele werden hintenraus entschieden – da musst du da sein, da musst du mit allem bereit sein“, sagte Kwasniok und machte unmissverständlich klar: „Wer das nicht ist, kriegt mit mir ein Problem.“ Und wer das nicht glaubt, muss sich wohl nur bei Manuel Torres erkundigen.








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