Auf Martels Spuren: „Solche Spieler haben auf dem Markt ihren Preis“

Rav van den Berg führt die U21 der Niederlande als Kapitän an. (Foto: IMAGO / Pro Shots)
Rav van den Berg führt die U21 der Niederlande als Kapitän an. (Foto: IMAGO / Pro Shots)

Der 1. FC Köln hat nach Eric Martel erneut den Kapitän einer U21-Nationalmannschaft in seinen Reihen: Rav van den Berg soll die niederländische Auswahl zur Europameisterschaft führen. Warum der FC bereit war, für den Innenverteidiger tief in die Tasche zu greifen.

Für Rav van den Berg begann die Saison mit etwas Verzögerung, doch nach diesen zehn Tagen dürfte der Niederländer vollends in der neuen Spielzeit angekommen sein. Erst debütierte der Abwehrmann in der Bundesliga für den 1. FC Köln, verlor beim 4:1-Sieg gegen den SC Freiburg keinen einzigen Zweikampf (der GEISSBLOG berichtete). Und nun führte er die niederländische U21-Nationalmannschaft erstmals als Kapitän aufs Feld.

Bondscoach Michael Reiziger ernannte van den Berg vor dem Start der EM-Qualifikation (2:2 gegen Israel) zum neuen Anführer. Der frühere Weltklasse-Verteidiger von Ajax Amsterdam und Barcelona erklärte: „Rav hat eine besondere Ausstrahlung. Er ist eine Führungsfigur und mit seiner Kampfbereitschaft ein Vorbild für die anderen Jungs.“

Berg: „Transfer sportlich maximal wichtig“

Diese Anführerqualitäten in jungen Jahren erinnern an Eric Martel, der in den vergangenen Saisons nicht nur beim FC zu den Leistungsträgern und Antreibern zählte, sondern auch Kapitän der deutschen U21-Nationalmannschaft war. Für die Kölner Verantwortlichen war van den Bergs Chefmentalität einer der Gründe, die Transferkasse zum Glühen zu bringen – mit acht Millionen Euro Ablöse plus Boni machten sie den Innenverteidiger zum teuersten FC-Zugang seit Sebastiaan Bornauw (2019).

„Ein Transfer in einer solchen Größenordnung haben wir beim FC länger nicht gemacht. Auch wenn man sagen muss, bei den Summen, die in diesem Sommer bewegt wurden, fällt dieser Transfer fast schon verschwindend gering aus“, sagte Lukas Berg, der Technische Direktor des Aufsteigers, zuletzt im Interview mit dem GEISSBLOG. Dieses „bedeutende Investment“ habe man nicht nur als Wette auf eine noch höhere Ablösesumme in der Zukunft getätigt, „sondern weil der Transfer für uns sportlich maximal wichtig ist“.

Über Köln in die Premier League?

Was Berg meinte: „Wir hatten uns vorgenommen, uns in der Innenverteidigung deutlich zu verstärken. Rav kommt unserem gesuchten Profil sehr nahe, und solche Spieler haben auf dem Markt ihren Preis. Dazu mussten wir dann auch bereit sein.“ Dank seiner Leistung vor der Länderspielpause dürfte van den Berg am Samstag in Wolfsburg erneut in der Startelf stehen. „Er hat gegen Freiburg gezeigt, warum er uns helfen kann. Und natürlich bringt er auch das Potenzial mit, seinen Wert über die Jahre noch zu steigern“, so Berg.

Avanciert van den Berg in der Bundesliga dauerhaft zum Stammspieler und läuft er im Sommer 2027 als niederländischer Kapitän bei der U21-Europameisterschaft auf, dürfte der eine oder andere Club aus der Premier League bei den Geißböcken anklopfen. Dass der aus Middlesbrough gekommene 21-Jährige früher oder später eine Rückkehr auf die Insel anstrebt, hat er bereits verraten (der GEISSBLOG berichtete).

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