Keine ausgleichende Ungerechtigkeit: Kwasniok sieht zwei Fouls, Dankert nur eins

Bastian Dankert wurde am Samstag zum VAR-Bildschirm gerufen. (Foto: IMAGO / Schroedter)
Bastian Dankert wurde am Samstag zum VAR-Bildschirm gerufen. (Foto: IMAGO / Schroedter)

Der Kölner Keller hat am Samstag einmal mehr für Aufsehen gesorgt. Im Spiel zwischen dem VfL Wolfsburg und dem 1. FC Köln hat eine vermeintlich einfach zu überprüfende Situation am Ende fast sechs Minuten gedauert.

Am Ende ertönte der Schlusspfiff in der Volkswagen Arena erst gegen 17.45 Uhr. Schon im ersten Durchgang war die Partie rund zehn Minuten aufgrund des Unwetters über dem Wolfsburger Stadion unterbrochen gewesen. Im zweiten Durchgang sorgten dann eine Pyroshow, mehrere Verletzungsunterbrechungen sowie ein sechsminütiger VAR-Eingriff für eine ellenlange Nachspielzeit von 14 Minuten.

Dass die Überprüfung des vermeintlichen 2:1 von Marius Bülter zu einer derart langen Verzögerung im Kölner Keller führte, sorgte dabei für großes Unverständnis. Sowohl im Stadion als auch den TV-Bildschirmen wunderten sich die Fans, was überhaupt genau überprüft wurde. Angezeigt wurde eine vermeintliche Abseitsposition des Torschützen, doch diese hätte eigentlich mithilfe der kalibrierten Linie weitaus schneller erfasst werden können.

Dankert überprüft Situation selbst

Als Schiedsrichter Bastian Dankert dann an den Video-Bildschirm gerufen wurde, um sich die Situation selbst einmal anzuschauen, war die Verwirrung noch größer. Faktische Entscheidungen wie das Abseits gehören schließlich nicht zu jenen, die der Unparteiische noch einmal an den TV-Bildern überprüfen soll. „Technische Probleme gab es offensichtlich. Deswegen hat es länger gedauert, als sich alle das gewünscht haben“, sagte auch Trainer Lukas Kwasniok nach der Partie.

Das Problem: Wölfe-Profi Patrick Wimmer hatte das Abseits nach dem Freistoß von Isak Johannesson aufgehoben. Aber wohl nur, weil Joël Schmied den Österreicher zuvor gestoßen hatte und Wimmer somit im Fallen die Wolfsburger Abseitslinie verschob. Dieses Foul war es letztlich, dass Dankert an den Bildschirmen noch einmal bewerten sollte – was am Ende rund sechs Minuten in Anspruch nahm.

Kwasniok sieht zwei Fouls

„Bei meinem Tor hat Joël den Spieler wohl umgestoßen. Das ist bitter“, sagte Bülter, dem so sein dritter Saisontreffer aberkannt wurde. Zumal beim 1:1 von Amoura Timo Hübers ebenfalls von Vinicius Souza mit einem Stoß zu Fall gebracht worden war. Diese Szene ahndete der Schiedsrichter jedoch nicht als Offensiv-Foul.

Dass der eigene Treffer nicht gezählt hatte, war für Kwasniok derweil okay. „Für mich war es ein Foul“, sagte der Trainer zur Situation rund um Schmied und Wimmer. Allerdings sah der 44-Jährige anders als Dankert zwei Vergehen. „Aber vor dem 1:1 war es auch ein Foul“, meinte Kwasniok. Am Ende wird der Trainer jedoch wohl damit leben können. Nach rund 135 Minuten in der Volkswagen Arena hieß es schließlich am Ende 3:3.

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