Ein 19-Jähriger dribbelt sich in die Herzen der FC-Fans. Said El Mala hatte entscheidenden Anteil am Punktgewinn des 1. FC Köln in Wolfsburg. Lukas Kwasniok sieht in dem Shootingstar „eine Waffe“, Isak Johannesson fühlt sich an Neymar erinnert.
Die Verantwortlichen des 1. FC Köln gaben sich in den vergangenen Wochen alle Mühe, die Erwartungen an Said El Mala zu bremsen. Nach dem 3:3 beim VfL Wolfsburg gab es für Lukas Kwasniok allerdings nichts mehr zu bremsen – eben weil El Mala für die Wölfe nicht zu bremsen war und mit seiner atemberaubenden Vorarbeit zum zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich ein Highlight des Nachmittags ablieferte.
„Er ist in diesen Situationen nicht zu verteidigen, das muss man einfach so sagen. Insofern ist er eine Waffe“, hielt Kwasniok fest, was in der Volkswagen Arena nicht zu übersehen war. „Dieses Dribbling gepaart mit dem Tempo – diesem Jungen steht eine große Laufbahn bevor“, prophezeite Kwasniok, knüpfte daran aber ein paar Bedingungen: „Wenn er demütig bleibt, wenn wir gut mit ihm arbeiten und er bereit ist, das anzunehmen.“ Kwasniok hat dabei keine Zweifel.
Johannesson bedankt sich bei „Neymar“
Ein Mitspieler fühlt sich bereits an einen brasilianischen Weltstar erinnert – einen ehemaligen Weltstar, muss man inzwischen wohl sagen. Denn Isak Johannesson, der von El Malas unwiderstehlichem Dribbling vor dem 2:2 profitierte und in Wolfsburg sein erstes Bundesliga-Tor erzielte, schrieb am Samstag auf Instagram: „Danke für den Assist, Neymar.“
Ganz so weit ist El Mala dann gewiss doch noch nicht, Thomas Kessler merkte an: „Ich habe mir mal die Laufdaten angeschaut. Es war unglaublich viel Intensität im Spiel. Wenn du dann reinkommst, fällt es dir mit dieser Unbekümmertheit etwas leichter, Eins-gegen-Eins-Situationen zu suchen.“
„Waffe“ statt „Platzpatrone“: Kwasnioks Warnung
Der FC-Sportdirektor lobte El Mala, aber auch den Rest des Teams: „Das hat Said sehr gut gemacht. Der Ausschlag war aber auch, dass vorher die ganze Mannschaft viel gearbeitet hat. Es ist schön zu sehen, dass wir Said so ins Spiel bringen können, dass er uns helfen kann.“
Zumal der 19-Jährige nicht nur mit seiner Vorarbeit zum 2:2, als er drei, vier Wolfsburger stehen ließ, für Gefahr sorgte. „Er hat nicht nur ein Solo hingelegt, sondern drei oder vier“, wusste auch Kwasniok, dass seine „Waffe“ die Bundesliga immer mehr aufmischt.
Wir müssen aufpassen, dass wir aus einer Waffe keine Platzpatrone machen.
Lukas Kwasniok
Doch für El Mala wird es wohl zunächst bei einer Joker-Rolle bleiben. „In der Bundesliga von Beginn an eine Waffe zu sein, ist noch ein weiter Weg“, erklärte der FC-Trainer: „Deswegen müssen wir aufpassen, dass wir aus einer Waffe keine Platzpatrone machen, wenn er zu früh 90 Minuten performen muss.“
Kwasniok wird nach wie vor Vorsicht walten lassen und hofft, „dass wir weiterhin viel Freude mit Said haben“. Aber eigentlich hofft der Kölner Coach nicht nur, er ist „überzeugt, weil das einfach ein Fußballer durch und durch ist“.








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