Der 1. FC Köln trifft in der 2. Runde des DFB-Pokals auf den FC Bayern München. Das hat das Los am Sonntagabend ergeben. So fallen die Reaktionen im Kölner Lager aus.
Die beiden Mannschaften standen am Sonntag schon zum Anstoß bereit, doch Schiedsrichter Tobias Reichel wartete noch einige Augenblicke, bis sich der rote Pyro-Nebel in Müngersdorf ein wenig gelichtet hatte. Michael Trippel nutzte den kurzen Moment, um das Ergebnis der fast zeitgleich stattfindenden Pokal-Auslosung im Stadion zu verkünden.
Als der Stadionsprecher den FC Bayern München als Gegner bekannt gab, waren die Reaktionen auf den Rängen verhalten. Kein Jubel, aber auch keinen Raunen: Die Stimmung blieb schlichtweg unverändert. Das änderte sich jedoch nach dem Schlusspfiff des fulminanten 4:1-Heimerfolges gegen den SC Freiburg.
Kaminski zuversichtlich
Nach den Feierlichkeiten ob des Sieges stimmten die Fans auf der Südtribüne das allseits bekannte „Zieht den Bayern die Lederhosen aus“ an. Der klare Sieg über die Breisgauer schien den Optimismus auf die dritte Pokalrunde zumindest bei den Anhängern nicht geschmälert zu haben. Auch beim FC zeigte man sich angesichts des Loses wenig schockiert. „Das ist Fußball. Alles kann passieren“, sagte Jakub Kaminski, der gegen die Bayern immerhin für Wolfsburg schonmal ein Tor erzielt hatte.
Speziell im Heimspiel sehen die Kölner ihre Chancen gegen den amtierenden Meister gut – zumal Bayern in den letzten fünf Jahren gleich dreimal in Runde zwei gescheitert war. „50.000 Leute werden hier sein, wir haben die immer die Chance, zu gewinnen. Es ist nur ein Spiel“, meinte Kaminski weiter. Während der Pole bereits drei Partien gegen die Münchener absolviert hat, kommt es für Lukas Kwasniok zu einer Premiere.
Kwasniok ohne Bayern-Erfahrung
„In der U17 und U19 habe ich schonmal gegen die Bayern gespielt“, sagte der 44-Jährige. Als Profi-Trainer hatte es Kwasniok aber noch nicht mit dem Rekordmeister zu tun gehabt. Dabei verwies der in Trainer auch darauf, dass das Bundesliga-Hinspiel zwischen dem FC und den Bayern erst im Januar stattfindet. „Es wird Zeit, dass es im Jahr 2025 auch ein Duell gegen die Bayern gibt. Es ist noch ein bisschen Zeit, wir werden es genießen und versuchen, uns bis dahin noch zu verbessern.“
Thomas Kessler sah derweil bei der Auslosung einen gewissen Transfer-Zusammenhang. Nachdem die Kölner in den vergangenen Jahren gleich dreimal Regensburg zugelost bekommen hatten, während nicht nur Ex-Sportchef Christian Keller vom Jahn zum FC gewechselt war, machte der Sportdirektor nun mit einem Augenzwinkern den Transfer von Jonas Urbig für das Los verantwortlich.
Kessler hätte sich anderen Gegner gewünscht
„Mein erster Gedanke war: Wir hätten keinen Spieler zu Bayern transferieren sollen“, sagte Kessler schmunzeln auf den Pokal-Gegner angesprochen. „Wir verkaufen einmal in 50 Jahren, abgesehen von Poldi, einen Spieler an den FC Bayern und dann spielst du gegen Bayern im Pokal.“ Urbig zumindest wird aufgrund der Pokal-Sperre für Manuel Neuer wohl definitiv in Müngersdorf zwischen den Pfosten stehen.
Immerhin ein Wunsch ist für die Kölner mit der Auslosung von Ex-Schiedsrichter Felix Brych in Erfüllung gegangen. Der FC darf sich über ein Heimspiel und damit über weitere Einnahmen freuen. Kessler ist aber so ehrlich: „Wenn ich mir einen anderen Gegner hätte wünschen können, hätte ich einen anderen genommen.“
Nun muss der FC aber zum siebten Mal in der Geschichte des Pokals gegen die Münchener antreten – nur einmal gingen die Kölner dabei als Gewinner vom Platz, 1972 mit 5:1. Zuletzt gab es dieses Pokal-Duell 2003, damals gingen die Geißböcke als Zweitligist mit 0:8 baden. „Im DFB-Pokal ist es doch so schön: Der Gewinner bleibt“, sagte Kessler und fügte optimistisch hinzu: „Wenn wir ins Finale wollen, müssen wir halt den FC Bayern schlagen.“








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