„Nicht in die Tasche lügen!“ Wie Kwasniok der RB-Kohle trotzen will

Lukas Kwasniok mit Kapitän Marvin Schwäbe. (Foto: Bucco)
Lukas Kwasniok mit Kapitän Marvin Schwäbe. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln ist bislang das Überraschungsteam der Bundesliga – doch Lukas Kwasniok verlangt von seiner Mannschaft noch viel mehr. Vor dem Auswärtsspiel bei RB Leipzig warnt der Trainer: „Sonst haben wir keine Chance!“

Wer hätte gedacht, dass der 1. FC Köln als Tabellendritter – und damit vier Plätze vor den Roten Bullen – nach Leipzig reist. Die Favoritenrolle liegt dennoch klar bei den Sachsen, die in den vergangenen Jahren ein Abo auf die Champions-League-Teilnahme hatten und deren Kaderwert mehr als viermal so hoch wie jener der Geißböcke geschätzt wird.

„Wir sind Underdog und in dieser Rolle fühlen wir uns wohl“, sagt Lukas Kwasniok. Schließlich war der FC vom Papier her auch gegen die Europapokal-Teilnehmer Mainz und Freiburg sowie die ambitionierten Wolfsburger gewiss nicht die favorisierte Mannschaft und holte dennoch sieben Punkte.

Kwasniok fordert „breite Brust“

Fakt ist dennoch: Nach dem starken Start geht der FC mit viel Selbstvertrauen ins Spiel gegen RB. „Das können wir aktuell – egal, wo wir hinfahren, und egal, wer zu uns kommt. Das haben wir uns erarbeitet, das will ich auch sehen, dass wir mit breiter Brust auftreten“, so Kwasniok, der aber auch warnt: „Dennoch sollten wir uns nicht größer machen, als wir sind.“

Schon nach dem 3:3 in Wolfsburg hatten die Kölner Verantwortlichen betont, dass trotz der bereits gesammelten sieben Punkte noch längst nicht alles passt. „Wir sind gut und erfolgreich gestartet, aber ich finde es nicht in Ordnung, wenn wir uns etwas in die Tasche lügen. Wir haben eine gute Energie, einen unfassbar guten Geist, ein tolles Herz, eine Aufopferungsbereitschaft – aber im Spiel mit dem Ball ist schon noch Luft nach oben“, unterstreicht Kwasniok noch einmal.

Dass sie gute Fußballer in ihren Reihen haben, ist nicht ganz so verwunderlich, da sie ein paar Mark in der Tasche haben, die sie auf dem Markt investieren können.

Lukas KWasniok

Leipzig wird ein gewaltiger Härtetest für den rundum erneuerten FC – womöglich die bislang schwierigste Aufgabe für Kwasniok. Zwar ist die Mannschaft von Ole Werner mit einem 0:6 bei den Bayern katastrophal in die Saison gestartet, doch mit einem 2:0 gegen Heidenheim und einem 1:0 in Mainz folgten zwei Siege.

„Sie wollen back to the roots, haben sich die RB-DNA wieder auf die Fahnen geschrieben“, weiß Kwasniok und zählt auf: „Leipzig hat eine sehr intensive Mannschaft, die die meisten intensiven Läufe und Sprints hinter den Bayern absolviert. Das gilt es, erst einmal zu kontrollieren.“

Kwasniok will intensiveren 1. FC Köln

Der FC rangiert bei den angesprochenen Statistiken auf den Plätzen 16 und 15. „Unsere Aufgabe wird sein, diese Intensität mitzugehen, sonst haben wir keine Chance. Das müssen wir einfach so sagen“, fordert Kwasniok: „Wir laufen sehr viel, jetzt müssen wir noch einen Zahn zulegen.“

Hinzu kommt, dass bislang kein Bundesligist mehr Zweikämpfe als RB gewonnen hat. Auf die sechs Gegentreffer in der Allianz Arena folgte kein weiteres. „Sie haben sehr wenig zugelassen, weil sie sehr gut gegen den Ball gearbeitet haben“, macht der FC-Trainer noch einmal darauf aufmerksam, dass sein Team mit dem Ball gute Lösungen benötigt.

Neuzugänge für 136 Millionen Euro

In der Defensive gilt es für die Geißböcke derweil, Leipzigs individuelle Klasse einzudämmen. „Dass sie darüber hinaus gute Fußballer in ihren Reihen haben, ist nicht ganz so verwunderlich, da sie ein paar Mark in der Tasche haben, die sie auf dem Markt investieren können“, spricht Kwasniok die finanzielle Übermacht des Gegners an.

Nachdem Red Bull in den vergangenen Jahren viel Kohle in den Kader gepumpt hatte, stehen in diesem Sommer 136 Millionen Euro Ausgaben für Neuzugänge rund 190 Millionen Euro an Einnahmen für Abgänge gegenüber. Kwasniok will diesen gewaltigen Zahlen trotzen: „Das ist eine gute Mannschaft, die versuchen wird, uns zu schlagen – aber wir versuchen alles, damit es nicht so kommt.“

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