„Ab und an angeeckt“: So blickt Lemperle auf seine FC-Zeit zurück

Tim Lemperle und Jan Thielmann begrüßen sich. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)
Tim Lemperle und Jan Thielmann begrüßen sich. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)

Tim Lemperle hat den 1. FC Köln im Sommer ablösefrei in Richtung TSG Hoffenheim verlassen. Während der Länderspielpause blickt der Angreifer noch einmal auf seine Zeit in der Domstadt zurück – und dankt explizit Ex-Trainer Gerhard Struber.

Vor knapp einer Woche hatte Tim Lemperle nur wenig Grund zur Freude. Zwar begrüßte der Stürmer seine ehemaligen Teamkollegen in der PreZero-Arena vor dem Spiel noch herzlich, während der 90 Minuten zwischen dem 1. FC Köln und der TSG Hoffenheim hatte die Freundschaft jedoch geruht. Lemperle rieb sich im Trikot der TSG immer wieder auf, blieb am Ende jedoch glücklos und musste nach seiner Auswechslung in der 64. Minute tatenlos dabei zusehen, wie seine Mannschaft mit 0:1 gegen seinen Ex-Club verlor.

Inzwischen dürfte der Angreifer die Niederlage jedoch abgehakt haben. Während der Länderspielpause hat Lemperle nun allerdings in einem Interview auf der Homepage der TSG noch einmal auf seine Zeit beim FC zurückgeblickt. Lemperle war 2017 als damals 15-Jähriger vom FSV Frankfurt in die FC-Akademie gewechselt.

Lemperle spricht über FC-Jugend

„Es war für meine persönliche Entwicklung sehr gut, diesen Weg zu gehen, in Köln mehr Verantwortung für mich zu übernehmen und zum ersten Mal von Zuhause weg zu sein. Das eine oder andere Jahr unter der Obhut meines Vaters hätte mir aber vielleicht dennoch gutgetan“, erinnert sich Lemperle dabei und erklärt: „Ich habe damals gern Grenzen getestet. Ich habe auch mit meinem damaligen Trainer in der U17 häufiger mal diskutiert, weil er in meinen Augen das Training schon mal zu früh beendet hat, wenn ich noch Bock hatte, weiterzumachen. Ich bin damals ab und an angeeckt, aber nie mit einem bösen Gedanken.“

Gemeint ist damit der heutige Darmstädter Co-Trainer Martin Heck, mit dem die FC-U17 2019 die deutsche Meisterschaft gefeiert hatte. Den Titel hatte Lemperle am Ende aber gar nicht auf dem Platz miterlebt, wurde der Stürmer schon vorzeitig in die U19 zu Stefan Ruthenbeck hochgezogen. Beiden Trainern hat Lemperle dabei viel zu verdanken.

Lemperle: „Hatte hin und wieder Konflikte“

„Sie haben mich damals ein Stück weit so genommen, wie ich bin“, sagt der heutige TSG-Profi.“ Auch wenn ich hin und wieder mal Konflikte hatte, haben sie mich immer wieder eingefangen. Ich konnte von beiden wirklich sehr viel mitnehmen, deshalb bin ich ihnen sehr dankbar.“ Dabei hatte es insbesondere in seiner Jugendzeit durchaus „den einen oder anderen Grund gegeben, mich aus dem Kader zu nehmen“, gibt der Spieler selbst zu.

Sein Profi-Debüt feierte Lemperle am 27. Juni 2020 beim 1:6 gegen Werder Bremen unter Markus Gisdol. Zu vermehrten Einsätzen kam der gebürtige Frankfurter dann allerdings erst unter Steffen Baumgart – wenn auch ausschließlich als Joker. Über eine Leihe nach Fürth reifte Lemperle dann zu einem gestandenen Profi und war nach seiner Rückkehr zum FC eine feste Säule im letztjährigen Aufstiegskader.

Dank an Struber und Funkel

„Auch von allen Trainern, die danach bei den Profis kamen, habe ich viel gelernt“, sagt Lemperle. „Ich habe meinem damaligen FC-Coach Gerhard Struber viel zu verdanken, auch sein Nachfolger Friedhelm Funkel hat am Ende natürlich eine wichtige Rolle eingenommen.“ Nach einer Saison mit Höhen und Tiefen behalte Lemperle vor allem das Endspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern „in sehr guter Erinnerung“.

Dabei hatte Lemperle nur wenige Tage zuvor bekanntlich mit seinem Ausflug auf das Rheinroxy-Partyschiff inklusive Krankenhaus-Aufenthalt für öffentliches Aufsehen gesorgt. Auch deswegen dürfte der ehemalige Junioren-Nationalspieler von den zahlreichen FC-Anhängern in Sinsheim deutlich weniger freundlich begrüßt worden sein. Dennoch behält Lemperle seine Zeit in Köln überwiegend in positiver Erinnerung.

Es ist hier deutlicher ruhiger, das tut mir gut.

Tim Lemperle

In Hoffenheim erlebt der Spieler nun allerdings ein wesentlich unaufgeregteres Umfeld. „Es ist hier deutlicher ruhiger, das tut mir gut“, sagt er selbst. „Ich bin sehr glücklich, diesen Schritt gemacht zu haben.“ Ausschlaggebend für den Wechsel sei dabei die sportliche Perspektive gewesen – auch wenn der FC am Ende in Sinsheim gewinnen konnte und nach sechs Spieltagen drei Punkte vor der TSG Hoffenheim in der Tabelle liegt.

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