Maina lobt Kwasniok und hadert doch: „Es ist sehr schwierig“

Linton Maina will sich im harten Konkurrenzkampf durchsetzen. (Foto: Bucco)
Linton Maina will sich im harten Konkurrenzkampf durchsetzen. (Foto: Bucco)

In der vergangenen Saison undenkbar, nun knallharte Realität: Selbst ein Linton Maina muss beim 1. FC Köln um seinen Platz im Spieltagskader kämpfen. Der Flügelspieler spricht über sein zwischenzeitliches Aus und lobt Lukas Kwasnioks Entscheidungen.

Der starke Saisonstart verwundert sogar einen der inzwischen langjährigsten Profis des 1. FC Köln. „Dass wir eine gute Rolle spielen können, hat man in der Vorbereitung schon gemerkt“, sagt Linton Maina im FC-Podcast von Radio Köln und gibt gleichzeitig zu: „Aber ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht ein bisschen überrascht darüber bin, dass wir so gut sind. Für uns alle, für die Stadt und für die Liga ist das cool.“

Was Maina persönlich wohl noch cooler finden würde: Wenn er selbst einen noch größeren Anteil an diesem positiven Auftakt mit Platz sechs und zehn Punkten aus sechs Partien gehabt hätte. Erst einmal stand der Leistungsträger der Aufstiegssaison in Lukas Kwasnioks Startelf, einmal schaffte er es gar nicht in den Kader.

Maina: „Anpassen und klarkommen“

Maina hadert mit der neuen Realität, daraus macht er keinen Hehl. „Es ist sehr schwierig – und es wird auch nicht leichter. Es werden immer wieder neue Entscheidungen getroffen“, sagt der 26-Jährige über sein zwischenzeitliches Kader-Aus und den neuen Konkurrenzkampf. Dabei weiß er: „Man muss sich dem anpassen und damit klarkommen – Gas geben. Der Erfolg spricht für sich. Aber leicht ist es nicht, jeder will spielen und jeder will mitfahren.“

Es war das Auswärtsspiel in Wolfsburg, zu dem Maina nicht mitreisen durfte. Erstmals überhaupt in seiner FC-Zeit wurde der Flügelstürmer nicht für das Spieltagsaufgebot berücksichtigt. „Ich wusste es schon ein paar Tage vorher. Wir haben ein Gespräch geführt, in dem es auch um ein, zwei andere Sachen ging“, berichtet Maina von seinem Austausch mit Kwasniok.

Schienenspieler? „Nicht meine Lieblingsposition“

Der FC-Trainer sieht den gebürtigen Berliner noch lange nicht am Leistungslimit, wollte ihn anstacheln. Und immerhin: Auf das Wolfsburg-Aus folgten 113 Einsatzminuten gegen Leipzig, Stuttgart und Hoffenheim. Maina zeigt sich selbstbewusst – glaubt daran, dass er sich durchsetzen kann: „Ich habe letzte Saison einen ganz guten Sprung gemacht, nicht nur auf dem Platz. Ich weiß, was ich kann und was ich der Mannschaft geben kann.“

Die Rolle als Schienenspieler, die er quasi die komplette Vorbereitung über innehatte, sei dabei „sicherlich nicht meine Lieblingsposition“, meint Maina: „Ich glaube, dass ich meine Stärken vorne habe, links wie rechts. Auch wenn es die 2. Liga war, glaube ich, dass ich letzte Saison ganz gute Akzente gesetzt habe, auch in den Pokalspielen gegen Erstliga-Mannschaften.“

Es ist völlig normal im Fußball, dass die Spieler, die treffen, nicht so froh wären, wenn sie auf einmal nicht spielen würden. Das wäre bei mir genauso, wenn ich performen und treffen würde.

Linton Maina

Maina zeigt aber auch Verständnis dafür, dass er in dieser Saison noch nicht als Teil der Offensivreihe starten durfte. „Man muss sagen, dass die anderen Spieler gerade performen – und es ist völlig normal im Fußball, dass die Spieler, die treffen, nicht so froh wären, wenn sie auf einmal nicht spielen würden. Das wäre bei mir genauso, wenn ich performen und treffen würde.“

Insbesondere die Verpflichtungen von Jakub Kaminski, Marius Bülter und Said El Mala haben den Konkurrenzkampf in der Offensive gewaltig angeheizt; generell war der Umbruch mit mehr als zehn Zugängen gewaltig. „Die letzten Jahre sind wir fast nur über die Teamchemie gekommen. Wenn dann so ein Cut kommt und viele Spieler gehen, ist es für jeden etwas krass Neues, worauf man sich erst mal einstellen muss“, offenbart Maina, weiß aber auch, dass die Tür zur Startelf bei Kwasniok nie verschlossen ist: „Dass es schnell geht, hat man jetzt an ein, zwei Beispielen gesehen.“

Maina über Kwasniok: „Immer die richtigen Entscheidungen“

Wichtig sei, sich jede Woche im Training zu zeigen. „Dann guckt der Trainer, was das Beste ist – auch abgestimmt auf den Gegner“, spricht Maina die vielen Umstellungen Kwasnioks an, die bislang meist gefruchtet haben: „Das spricht gerade alles für ihn, er trifft immer die richtigen Entscheidungen. Deswegen probiert man, wenn man die Chance hat und auf dem Platz steht, den Plan des Trainers umzusetzen.“ Er selbst möchte künftig noch häufiger auf dem Platz stehen.

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