Gegen Eintracht Frankfurt wäre für den 1. FC Köln mehr drin gewesen. Doch nicht nur die chronische Schwäche bei Standards macht den Geißböcken einen Strich durch die Rechnung. Lukas Kwasniok findet deutliche Worte.
Es lief die fünfte Minute der Nachspielzeit in der ersten Halbzeit. Der 1. FC Köln hätte mit einem respektablen 1:1 gegen Eintracht Frankfurt in die Pause gehen können. Die Geißböcke waren in Ballbesitz und wollten in der Abwehrreihe flach und kontrolliert aufbauen. Ein weiter Schlag hätte wohl Sekunden später zum Abpfiff der Halbzeit geführt. Stattdessen verlor der FC den Ball in der eigenen Hälfte und kassierte Sekunden vor der Pause noch das 1:2.
Es war der Knackpunkt in einem Spiel, das der FC nicht hätte verlieren müssen. Doch am Ende machten die Geißböcke zu viele Fehler. „Bei den beiden Gegentoren vor der Halbzeit spielen wir uns auf unseren Außen fest, statt gerade auch mal in der 45. plus fünf einfach mal den Ball tief zu schlagen“, klagte Marvin Schwäbe hinterher. Und Marius Bülter ergänzte: „Wir machen zu einfache Fehler im Spielaufbau. Das sind Fehler, mit denen wir Frankfurt einladen, obwohl von denen eigentlich nichts kam. Das tut weh.“
Das Problem mit dem Exit-Ball
Vor der Ecke, die zum 1:1 führen sollte, hatte der FC über die linke Abwehrseite den Ball verloren. Vor dem 1:2 spielte der FC der Eintracht ins Pressing und überließ Sebastian Sebulonsen an der Seitenauslinie sich selbst. „Was mich stört: Ich will die Außenverteidiger da nicht flach angespielt haben“, sagte Lukas Kwasniok. „Ich will gar nicht, dass sie sich da in irgendeiner Form schon freilaufen, weil du dann keinen guten Spielvortrag mehr hast.“
Was er meinte: Nach dem Pass von Joel Schmied auf Sebulonsen hätte der Norweger nur ein kurzes Zeitfenster gehabt, um womöglich zentral über Denis Huseinbasic aufzulösen. Andernfalls wäre ihm nur der Vertikalpass nach vorne geblieben. Doch dafür war der Druck der Frankfurter schon zu groß – die Auflösung nach hinten über Schmied war bereits zugestellt. „Wenn du da angespielt wirst, hast du noch die Möglichkeit, einen Exit-Ball auf Ache zu spielen“, erklärte Kwasniok. Aber dafür war es zu spät.
Wieder der doppelte Lund
Auch Thomas Kessler kritisierte, dass sich der FC selbst eine Falle gestellt hatte. „Beide Gegentore resultierten aus Pressingsituationen, wo wir uns selber reingespielt haben“, sagte der Sportdirektor. „Das war sehr ärgerlich. Wir haben auf Bundesliga-Niveau schon Lehrgeld bezahlt.“ Wie schon in Gladbach hatte sich der FC im Ballbesitz schwer getan. „Entweder waren die Bälle schnell weg oder wir haben es nicht clever gespielt.“
Dazu kamen die individuellen Fehler in der zweiten Hälfte, die am Ende den Stecker zogen. Bei beiden Treffern sah Kristoffer Lund – wie schon in Gladbach – nicht gut aus. Beim 1:3 konnte er Doan nicht folgen, beim 1:4 nahm er erst den falschen Laufweg, statt den Pass auf Burkardt zu klären, ehe er dann auch noch wegrutschte. „Fehler und unglückliche Situationen passieren, aber dass es direkt vor einem Gegentor passiert, ist schade“, sagte Kapitän Marvin Schwäbe diplomatisch.
Auf Dauer wirst du keine Spiele gewinnen, wenn du so viele Gegentore bekommst
Marius Bülter
Marius Bülter wurde da schon deutlicher. „Wir machen zu viele einfache Fehler, die aktuell eiskalt bestraft werden“, sagte der Stürmer. „Dann kassierst du in der Bundesliga, gerade gegen gute Mannschaften wie Frankfurt, halt vier Gegentore. Auf Dauer wirst du keine Spiele gewinnen, wenn du so viele Gegentore bekommst.“ Eine klare Warnung für die kommenden Wochen, die individuellen Aussetzer wieder einzustellen. Sonst dürfte es auch in Bremen schwer werden, etwas Zählbares mitzunehmen.






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