Nach FC-Aus: „Großer Traditionsclub aus Deutschland“ wollte Struber

Gerhard Struber wurde im Mai 2025 beim 1. FC Köln entlassen. (Foto: Bucco)
Gerhard Struber wurde im Mai 2025 beim 1. FC Köln entlassen. (Foto: Bucco)

Gerhard Struber hat bestätigt, dass es direkt nach seinem Aus beim 1. FC Köln auch Anfragen aus Deutschland gegeben habe. „Auch von einem großen Traditionsclub.“

Nach 15 Spielen in der Championship liegt Gerhard Struber mit Bristol City auf Platz acht und damit außerhalb der Aufstiegs- und Playoff-Ränge. Der Österreicher, im Mai beim 1. FC Köln entlassen, will mit dem Club aus dem englischen Westen in die Premier League aufsteigen. Nach Platz sechs im Vorjahr und nun im elften Jahr in Englands 2. Liga soll der Coup gelingen.

Doch beinahe wäre Struber nicht in Bristol gelandet, denn eigentlich wollte der Österreicher nach der Zeit beim FC eine Pause einlegen. „Das Aus in Köln war nicht leicht“, gestand der 48-Jährige nun in einem Interview mit transfermarkt.de. „Im ersten Moment ging es für mich, ehrlich gesagt, in die Richtung eine Pause zu machen. Weil ich das Fußballland England sehr schätze, war für mich aber klar: Kommt ein Verein, bei dem ich mit meiner Spielidee erfolgreich sein kann, würde ich das machen.“

Wollte der FC Schalke 04 Struber?

Dabei hätte Struber neben Bristol City auch andere Clubs übernehmen können. An Anfragen soll es jedenfalls nicht gemangelt haben. „Direkt nach dem Köln-Aus hat es etwa Anfragen aus Deutschland gegeben – auch von einem großen Traditionsklub“, sagte Struber, verriet aber den Namen nicht. Womöglich nur Zufall, aber zwei Tage vor Strubers Entlassung hatte der FC Schalke 04 Kees van Wonderen entlassen.

„Auch aus Saudi-Arabien und der Türkei war etwas dabei“, fuhr Struber fort. „Ich habe einiges abgesagt, das für mich nach Köln nicht infrage gekommen wäre. Aber England ist für mich ein Fußballplanet. Als Trainer bekommst du nicht so oft die Möglichkeit, dort zu arbeiten. Mit den Rahmenbedingungen war es für mich die Chance, wieder Fahrt aufzunehmen. Es war auch die beste Entscheidung. Als wir mit dem Training begonnen haben, hatte ich den 1. FC Köln komplett hinter mir gelassen und vollen Fokus auf diese neue Aufgabe.“

Es ist immer eine Frage des Stils, wie man auseinandergeht und eine solche Situation beendet

Gerhard Struber

Indirekt gestand Struber, dass er sich nach dem FC-Aus geärgert hat, den Aufstieg nicht mehr als Trainer erlebt zu haben. Ein halbes Jahr später „gibt überhaupt keinen Ärger mehr“, sagte Struber nun. „Das hat schon ein bisschen Zeit gebraucht. Aber ich schaue inzwischen anders darauf zurück. Ich habe in diesem Jahr viel lernen und mitnehmen können. Dafür bin ich immer dankbar – unabhängig davon, wie es endete.“

In dieser Hinsicht ließ Struber durchblicken, dass er das Aus am Geißbockheim als stilllos empfunden hatte. „Es ist immer eine Frage des Stils, wie man auseinandergeht und eine solche Situation beendet“, sagte Struber. Weil neben Struber auch Sportchef Christian Keller entlassen worden war, hatte es innerhalb des FC Diskussionen gegeben, wer Struber schließlich entlassen und es dem Österreicher mitteilen würde. Auch konnte sich der 48-Jährige nicht persönlich von der Mannschaft verabschieden. So gingen Struber und der FC nicht im Guten auseinander.

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