Kehrt Isak Johannesson gegen Union Berlin in die Startelf des 1. FC Köln zurück? Lukas Kwasniok erklärt, warum er die Anlaufschwierigkeiten des Bundesliga-Neulings für normal hält, nimmt den Isländer allerdings auch in die Pflicht.
Der Platz, den Isak Johannesson in den vergangenen Wochen einnahm, war ein ungewohnter. Sowohl gegen St. Pauli als auch in Leverkusen saß der Mittelfeldakteur des 1. FC Köln zunächst auf der Bank. In der kompletten vergangenen Saison bei Fortuna Düsseldorf und auch in der laufenden Spielzeit unter Lukas Kwasniok hatte Johannesson zuvor immer beginnen dürfen, wenn er fit war.
Nun aber hatte der FC-Trainer den Eindruck, dass der Isländer überspielt sei, verordnete ihm eine Pause (der GEISSBLOG berichtete). Kwasniok nimmt inzwischen durchaus den gewünschten Effekt wahr. „Die mentale Verfassung ist jetzt wieder eine bessere. Diese Lust, diese Gier aufs Fußballspielen und Gewinnen merkt man – er ist voll da“, sagt der Kölner Coach vor dem Heimspiel gegen Union Berlin, bei dem Johannesson in die Anfangsformation zurückkehren könnte: „Er stellt jetzt wieder mehr als in den vergangenen ein, zwei Wochen eine Startelf-Option dar.“
Wann kommt der geniale Fuß zur Geltung?
Der für mehr als fünf Millionen Euro aus Düsseldorf verpflichtete Spielmacher soll nun zeigen, warum Kwasniok ihn bereits zu Paderborner Zeiten als Wunschspieler betitelt hatte. Vor gut einem Jahr hatte der Trainer in der Talkshow At Broski geschwärmt: „Der linke Fuß hat etwas Kreatives, etwas Geniales. Er ist mein absoluter Lieblingsspieler in Düsseldorf.“
Dieser linke Fuß führte in der Bundesliga bislang allerdings lediglich zu einer Torbeteiligung, vor mehr als drei Monaten beim 3:3 in Wolfsburg. Kwasniok hat Geduld: „Ich kenne Isak schon ein paar Jahre, weil sich unsere Wege in der 2. Liga ein paarmal gekreuzt haben. Er hat auch in der 2. Liga ein wenig gebraucht. Das ist ganz normal, so geht es ihm jetzt auch in der Bundesliga. Du musst dich adaptieren und anpassen.“
In seiner ersten Saison in Düsseldorf hatte Johannesson während der kompletten Hinrunde kein einziges Mal getroffen. In der Rückrunde gelangen ihm immerhin vier Tore – in der Folgesaison dann elf sowie sechs Vorlagen, was wiederum den FC auf den Plan rief.
Kwasniok fordert: „Ins Tornetz und nicht ins Fangnetz“
Kwasniok hofft spätestens nach dem Jahreswechsel auf eine ähnliche Entwicklung und glaubt weiterhin an den genialen linken Fuß: „Er hat diese Gabe, er hat diese Qualität – aber die Bundesliga ist einfach deutlich herausfordernder. Es ist intensiver, dann hast du nicht mehr ganz den Fokus beim Abschluss. Wir tun alle gut daran, das realistisch einzuschätzen.“ Die Lunds, Sebulonsens und Johannessons „dieser Welt“ hätten nun mal „noch nie Bundesliga gespielt“.
Den Isländer offensiver einzusetzen, damit seine Torgefahr mehr zur Geltung kommt, hält der Trainer indes nicht für die richtige Lösung. „Isak hat seine Tore in Düsseldorf als nachstartender Spieler gemacht. Er liebt es, am Spielaufbau beteiligt zu sein, um dann nachzustarten.“ Auch beim FC rücke er in die gefährlichen Zonen nach. „Aber entweder wird er nicht gefunden oder er schießt halt den Ball in den Fangzaun – bisher“, schmunzelt Kwasniok.
Am Samstag gegen Union könnte Johannesson von Beginn an die Möglichkeit erhalten, es besser zu machen und sein Bundesliga-Niveau unter Beweis zu stellen. „Er hat jedes Wochenende die Chance, den Ball ins Tornetz und nicht ins Fangnetz zu schießen“, nimmt Kwasniok ihn in die Pflicht. Aus dem Wunschspieler soll in Zukunft ein Unterschiedsspieler werden. Der FC-Trainer zeigt sich „überzeugt, dass Isak die Dinger früher oder später ins Tornetz reinpfeffert“.








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