Nach wochenlangen Protesten aus den aktiven Fanszenen in der Bundesliga und 2. Liga hat die Innenministerkonferenz vorerst auf harte Eingriffe in den Fußball verzichtet. Auch die Anhänger des 1. FC Köln hatten gegen die Pläne protestiert.
Personalisierte Tickets, Überwachung mittels KI und Gesichtserkennung im Stadion – dagegen haben sich die Fußballfans in der Republik in den vergangenen Wochen lautstark gewehrt. Nach wochenlangen Debatten über die Sicherheit in Fußballstadien hat die Politik vorerst Abstand von drastischen Maßnahmen genommen.
Die Innenministerkonferenz (IMK) präsentierte am Freitag in Bremen ihre Beschlüsse; der Druck von Fans und Verbänden scheint Wirkung gezeigt zu haben. Mehr Verantwortung für die Vereine und eine unabhängige Kommission für Stadionverbote – aber keine umstrittenen Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte der Fans.
Nur vage Äußerungen
„Wir haben uns auf einen klaren Kurs verständigt: Dialog statt Konfrontation“, erklärte Bremens Innensenator und IMK-Vorsitzender Ulrich Mäurer diplomatisch. „Zusammen mit den Vereinen und den Fans haben wir das gemeinsame Interesse, dass sich die Menschen im Stadion sicher fühlen.“
Das hatte zuletzt noch anders geklungen. Doch offenbar hat die Politik die lautstarken Reaktionen auf die eigenen Pläne wahrgenommen. So äußerte sich der SPD-Politiker auch zum kontroversen Thema Stadionverbote: „Bei den Stadionverboten schaffen wir einheitliche Standards durch eine zentrale, unabhängige, bundesweite Kommission.“ Mit Blick auf weitere Themen wie Pyrotechnik gelte es zudem, „weiter sensibel“ vorzugehen.
Stadionverbote sollen einheitlich werden
Hamburgs Innensenator Andy Grote ergänzte: „Dazu gehört die Verständigung auf eine zentrale Stadionverbotskommission und eine bundesweit einheitliche Umsetzung von Stadionverboten nach klaren Standards.“ Die Verantwortlichen wollen Stadionverbote künftig „zielgerichtet anwenden bei denen, die zu den wenigen gehören, die für Gewalt verantwortlich sind.“
Im Gegensatz zu früheren Plänen soll die Kommission allerdings nur eine Art Fachaufsicht ausüben. Die vorhandenen dezentralen Strukturen lokaler Stadionverbotskommissionen mit ihren Sanktionsrechten bleiben bestehen.
Was die Fanverbände sagen
Aus Sicht des Dachverbands der Fanhilfen bedeuten die Ergebnisse der IMK jedoch nur einen Teilerfolg. „Die Proteste der Fans, Vereine und weiteren Akteure haben unverkennbar klargemacht, dass die Maßnahmen der Innenministerkonferenz in der Breite der Gesellschaft abgelehnt werden“, heißt es in einer Stellungnahme. Jedoch seien die IMK-Entscheidungen am Ende erneut ohne Beteiligung von Fanvertretern zustande gekommen
Die Fanorganisation „Unsere Kurve“ reagierte ebenso zurückhaltend. Mit Blick auf die Stadionverbote blieben weiterhin „viele Fragen offen“, sagte ihr Sprecher Thomas Kessen. So bleib nach wochenlangem Säbelrasseln vieles im Argen und allgemein gehalten.







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