Der 1. FC Köln nimmt beim 1. FC Heidenheim einen Punkt mit, lässt aber den Sieg liegen. Hinterher ärgern sich die FC-Profis über den verpassten Dreier, geben sich aber auch selbstkritisch. Die Stimmen aus Heidenheim.
Aus Heidenheim berichtet Marc L. Merten
Marvin Schwäbe
„Nach der ersten Hälfte sind wir mit dem Punkt nicht unzufrieden. Die zweite Hälfte hat aber mehr gezeigt. Wir konnten befreiter aufspielen, haben an ein paar Stellschrauben gedreht und sind so zu einigen Torchancen gekommen, auch weil sich Heidenheim etwas mehr zurückgezogen hat. Wir hätten sicher auch gewinnen können. Beim 0:1 sehe ich den Ball erst, als er über Erics Kopf hinweg fliegt – und da schlägt er auch schon über mir ein. Den trifft er überragend. Ironisch gesagt: Schön, dass so ein Tor immer uns trifft. Wir wollten hier gewinnen, aber wenn die ein Tor des Jahres schießen, muss man die Erwartungen während des Spiels etwas anpassen.“
Jakub Kaminski
„Wir hatten die Chance zum Sieg. Wir hatten viele, gute Möglichkeiten nach dem schnellen Ausgleich durch Said. Am Ende hat es nicht gereicht. Das erste Gegentor war überragend, das zweite hätten wir besser verteidigen müssen im Strafraum. Davor war es aber ein Foul an Alessio. Ich habe sofort zum Schiri gesagt, dass da was mit dem Arm war, aber wir müssen akzeptieren, dass es nicht gepfiffen wurde. Wir haben uns trotzdem zweimal gut zurückgekämpft.“
Eric Martel
„Zum Schluss ärgert es einen, dass wir nicht mehr das 3:2 gemacht haben. Die letzte Chance war ja schon recht deutlich. In der ersten Halbzeit waren wir echt unsauber, haben in einigen Aktionen die Bälle verloren und die Konter nicht gut verteidigt. Dann schwimmst du erst einmal hier in Heidenheim. Wichtig war, dass wir nach der Pause mit Energie rausgekommen sind. Hier ist es eklig zu spielen, deshalb zeigt es den Charakter der Mannschaft, dass wir hier zweimal zurückgekommen sind. Es war wichtig, dass wir nicht verloren haben. Der Punkt ist für die Tabelle sehr wichtig.“
Lukas Kwasniok
„Die Zuschauer haben ein wildes Spiel erlebt, weil die beiden Mannschaften viel auf den zweiten Ball gespielt haben. Dadurch entstehen viele unkontrollierte Situationen. Wir hatten einen guten Start mit zwei ordentliche Aktionen. Dann unterläuft uns leider ein Fehler im Spielaufbau. Der Gegner führt den Einwurf schnell aus und Pieringer setzt den Ball gut. Unsere Reaktion war beachtlich und wir egalisieren das Spiel. Wir hatten das Gefühl, dass es dann ausgeglichen war. Heidenheim hat einen breiten Spielaufbau, der nicht einfach zu pressen ist. Ich war nicht bereit dafür ins Eins-gegen-Eins zu gehen. Leider mussten wir einen Eckball in Unterzahl wegen der Kopfverletzung von Castro-Montes verteidigen. Das war genau der Spieler, der den kurz ausgeführten Ball hätte verteidigen sollen. Da haben wir nicht sofort reagiert. Conteh hätte das Spiel vorentscheiden können am zweiten Pfosten. In der zweiten Halbzeit haben wir mehr Mann gegen Mann angelaufen. Dann waren wir die bessere Mannschaften und können uns darüber ärgern, nicht die drei Punkte mitgenommen zu haben. Ich weiß, dass alle über die Torchancen sprechen, aber sinnbildlich für den Geist in unserer Mannschaft war die Aktion von Kristoffer Lund. Er hat heute nicht begonnen, weil er in den letzten Wochen nicht das Glück auf seiner Seite hatte. Seine Grätsche gegen Conteh war eigentlich ein Tor wert. Conteh hältst du normalerweise nicht auf, aber Lundi hat es geschafft. Das freut mich wie die Bereitschaft der Jungs sich dagegen zu stemmen. Ich habe einen guten Geist, eine gute Attitüde gesehen. Kein Spieler war über 30 Jahre alt. Dazu zwei Debütanten. Deshalb sind wir zufrieden.“
Frank Schmidt
„Wenn wir das Spiel gewinnen wollen, müssen wir die zwei Chancen von Ibrahimovic aufs kurze Eck und Conteht zum 3:1 nutzen. Köln hätte schon vor der Halbzeitpause das 2:2 machen können. Dann haben wir uns die zweite Halbzeit aber ganz anders vorgestellt. Den Fehler vor dem 2:2 müssen wir uns selbst ankreiden. Auch El Mala musst du anders stellen, wenn er nach innen zieht. Um ehrlich zu bleiben: Köln hatte in der zweiten Halbzeit viel mehr Chancen und wir hatten einen überragenden Torhüter. Mich kotzt dieses Unentschieden an. Ich brauche eine Nacht, um das zu verarbeiten.“








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