FC will Polizei kontaktieren: Viele Fragen rund um Fan-Einsatz

Das "Clown"-Banner in der Stuttgarter Fankurve. (Foto: GEISSBLOG)
Das "Clown"-Banner in der Stuttgarter Fankurve. (Foto: GEISSBLOG)

Der 1. FC Köln will nach dem Spiel beim VfB Stuttgart den Kontakt zur Polizei suchen. Diese hatte am Samstag hunderte FC-Fans festgesetzt und wieder nach Hause geschickt.

Hunderte Fans des 1. FC Köln haben am Samstagabend das Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart verpasst. Der Grund: Mehrere Busse mit Anhängern aus der aktiven Fanszene waren mittags am Rasthof Siegburg von einem Großaufgebot der Polizei kontrolliert, festgehalten und schließlich nach Köln zurückgeschickt worden.

In einer ersten Reaktion erklärte der FC dazu: „Leider wird unsere aktive Fanszene heute nicht im Stadion sein. Die Polizei hat die Busse auf der Fahrt am Rasthof Siegburg gestoppt und die Weiterfahrt untersagt“, hieß es auf der Plattform X. „Laut Polizei soll eine Auseinandersetzung mit Fans von Borussia Mönchengladbach auf ihrem Weg zum Auswärtsspiel nach Frankfurt gedroht haben. Ein Teil unserer Gruppe (rund 700 Personen) ist daraufhin zum Spiel der U21 ins Franz-Kremer-Stadion gefahren.“

FC-Bosse suchen nach Antworten

Am Sonntag wollten sich die Verantwortlichen der Geißböcke auf GEISSBLOG-Nachfrage noch nicht weiter zu den Vorfällen äußern. Doch nach Informationen dieser Onlinezeitung wollen sich die FC-Bosse mit der Polizei einerseits und Vertretern der Ultras andererseits in Verbindung setzen, um die Vorfälle zu beleuchten. Aktuell seien viele Fragen offen, hieß es.

Die Kölner Fankurve ohne aktive Fanszene. (Foto: Gauer)
Die Kölner Fankurve ohne aktive Fanszene. (Foto: Gauer)

Dazu gehörten die Fragen, wie es zu der Annahme kam, es könne ein Aufeinandertreffen mit Gladbach-Fans geben, und welche Gegenstände bei den Durchsuchungen auf dem Rasthof tatsächlich sichergestellt wurden. Auch will der FC dem Social-Media-Gerücht nachgehen, ob sich einige Kölner Fans tatsächlich auf dem Rasthof vermummt hatten. Darüber hinaus wollen die FC-Verantwortlichen auch eine Antwort auf die Frage, ob künftig Betretungsverbote in deutschen Städten für Auswärtsfans zur Regel werden könnte. Denn genau diese Sorge haben die FC-Bosse.

Auswärtsfans bald eine Seltenheit?

Diese Praxis ist inzwischen bei europäischen Wettbewerben häufiger im Einsatz. So verbieten Länder und Städte ausrichtender Vereine bei Champions League, Europa League oder Conference League den Fans mancher Vereine die Einreise. Die Begründung lautete bislang – wie nun auch im Fall der FC-Fans auf dem Weg nach Stuttgart: Gewaltprävention und Verhinderung einer Eskalation. Ob tatsächlich eine Auseinandersetzung mit Gladbach-Fans gedroht hat, wurde zunächst nicht bekannt.

Am Samstagabend hatten sich die Fans vor Ort in der MHP Arena gegen die Polizei verbündet und diese mit Wechselgesängen aus beiden Kurven provoziert. Dazu stand „Selbst am Karneval ist die Polizei der größte Clown“ auf einem Banner in der Stuttgarter Fankurve. Eine solche Solidarisierung hatte man zuletzt auch beim Derby des FC in Leverkusen beobachtet, als die Kölner Ultras das Stadion nicht betreten hatten und daraufhin auch die Bayer-Ultras den Block verließen.

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