Zwei ehemalige Nachwuchsspieler des 1. FC Köln stehen seit Freitag vor Gericht. Ihnen wird ein illegales Autorennen mit Todesfolge vorgeworfen. Lange Haftstrafen drohen.
Es geschah im Dezember 2023: Zwei damals noch in Diensten des 1. FC Köln stehende Fußballer (Namen der Redaktion bekannt) sollen sich auf der Autobahn A555 von Köln nach Bonn ein illegales Autorennen geliefert haben. Mit über 200 km/h sollen die beiden damals 20-Jährigen unterwegs gewesen sein. Bis sie einen vorausfahrenden VW Polo in einem vermeintlichen Wettstreit überholen wollten und es zu einem schweren Unfall kam.
Um diesen Unfall geht es seit diesem Freitag (20. Februar 2026) vor dem Landgericht Köln. Zwei Jahre lang hat die Staatsanwaltschaft ermittelt, bewusst ein langwieriges Gutachten gewählt, um die Kollision auf der A555 möglichst genau zu rekonstruieren. Denn letztlich sollen die beiden Fahrer mit ihren Autos seitlich aneinander geraten sein und dann das eigentlich unbeteiligte Fahrzeug gerammt haben. Der VW Polo explodierte durch die Wucht des Aufpralls und die beiden Insassen – eine 49-Jährige aus Lüdenscheid mit ihrer 23-jährigen Tochter – starben noch an der Unfallstelle.
Keine Zeugen vom 1. FC Köln geladen
Am Freitag wurde nun die Anklage verlesen. Es geht um ein verbotenes Kraftfahrzeugrennens mit Todesfolge. Der Strafrahmen liegt im Fall einer Verurteilung bei einem bis zu zehn Jahren Gefängnis. Allerdings hat das Landgericht laut Kölner Stadt-Anzeiger mitgeteilt, dass je nach Verlauf des Verfahrens auch eine Strafe wegen Mordes nicht ausgeschlossen sei. Ein Urteil ist für den 20. April 2026 vorgesehen.
Der 1. FC Köln ist nach GEISSBLOG-Informationen nicht mehr Bestandteil des Prozesses. Demnach müssen keine Verantwortlichen der Geißböcke vor Gericht aussagen. Zwar wurde der FC in den vergangenen zwei Jahren mehrfach von Ermittler- und anwaltlicher Seite kontaktiert, um den Umgang des Vereins mit den Spielern zu beleuchten. Doch als Zeugen sind keine FC-Verantwortliche geladen worden.
Verträge der Spieler liefen 2024 aus
Der Unfall ereignete sich an einem späten Freitagabend im Dezember 2023 auf dem Heimweg nach dem Regionaliga-Derby der FC-U21 gegen Fortuna Köln (3:3) im Franz-Kremer-Stadion. Nachdem die Geißböcke Kenntnis von dem Unfall erlangten, wurden die Spieler zunächst freigestellt. Weil ihre Verträge ein halbes Jahr später im Sommer 2024 ohnehin ausliefen, trennte man sich schließlich nach Vertragsende. Inzwischen sind beide Spieler anderweitig im Fußball aktiv und haben Vereine in der 5. Liga gefunden.







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