„Fällt schwer, darüber zu sprechen“: Geheimnis um Wagners Edeljoker

Luca Waldschmidt schießt gegen Bayer Leverkusen das Tor des 1. FC Köln.
Said El Mala schaut zu, wie Luca Waldschmidt gegen Bayer Leverkusen trifft. )Foto: imago/Nordphoto)

Auf Luca Waldschmidts Nervenstärke kann sich der 1. FC Köln derzeit verlassen. Nutzen dürfte es ihm wenig: Trainer René Wagner schätzt seine Qualitäten von der Bank und spricht weiterhin nicht über Startelf-Chancen. Es ist der Fluch der guten Tat.

Nach seinem Elfmetertor beim FC St. Pauli behielt Luca Waldschmidt auch bei seiner ersten Chance gegen Bayer Leverkusen die Nerven. Der Angreifer des 1. FC Köln, der nach 72 Minuten für Isak Johannesson eingewechselt wurde, holte Said El Mala beinahe den Ball vom Fuß und traf trocken zum 1:2 ins Eck. 

Damit schaffte er, was zuvor sowohl Shootingstar El Mala als auch Leistungsträger Jakub Kaminski einfach nicht gelingen wollte. Jeder Versuch, Janis Blaswich im Tor von Bayer 04 Leverkusen zu überwinden, scheiterte. „Ich hatte gehofft, dass Said mich sieht. Als ich den Ball dann hatte, war es nicht mehr ganz so schwer”, schmunzelte Waldschmidt über sein Tor.

Waldschmidt: „Es ist eine Sache von Vertrauen“

Damit erfüllte er die von René Wagner zugedachte Joker-Rolle einmal mehr perfekt. Für den FC-Trainer ist solch ein Spieler auf der Bank Gold wert, der in der Schlussphase die gegnerischen Defensiv-Reihen attackieren kann. Zumal Waldschmidt in der Nachspielzeit sogar um ein Haar noch der Ausgleich gelungen wäre. Andererseits hätte eine bessere Chancenverwertung den Kölnern in diesem Spiel schon früher helfen können. Und für die hätte der effiziente Waldschmidt womöglich in der Startelf sorgen können.

Wagner möchte weiterhin nicht offenlegen, was dem 29-Jährigen zur Anfangsformation fehlt. Der Coach macht ein regelrechtes Geheimnis daraus: „Das sind Themen, die Luca und ich intern besprechen werden. Wir haben einen offenen Austausch – er kennt die Gründe. Dabei will ich es gerne belassen.“

Auch Edeljoker Waldschmidt gibt angesprochen auf seine Startelf-Aussichten zu: „Mir fällt es schwer, darüber zu sprechen, denn das ist nicht meine Aufgabe. Es ist eine Sache des Vertrauens.“ Das spürt er von Wagner, wie er zuletzt nach dem 1:1 gegen St. Pauli versichert hatte.

Waldschmidt: „Das ist nicht mein Ziel“

„Es gibt Spiele, die später aufgehen. Manche gehen sofort los, wie heute. Ich bin ein Spielertyp, der manchmal weniger im Spiel ist. Trotzdem habe ich über 90 Minuten die Geduld, um in Aktionen zu kommen. Das Selbstvertrauen habe ich. Das habe ich schon häufiger gezeigt“, klingt Waldschmidt, als wisse er um seine Joker-Qualitäten und habe dennoch Bock, mal wieder zu beginnen.

Wobei der Ex-DFB-Star nicht auf eine Belohnung für ein Spiel hinarbeitet – der Offensivspieler will dauerhaft Teil der Startformation sein. Diesen Anspruch hatte er bereits im Winter deutlich gemacht, war damals aber von Wagner-Vorgänger Lukas Kwasniok abgestraft worden.

„Mal wieder von Anfang an zu spielen, ist nicht mein Ziel“, sagte Waldschmidt nun über seine Rolle – mit der Betonung auf „mal wieder“. Wichtig sei, „zu wissen, welche Qualität vorhanden ist und sein soll. Ich versuche einfach, wenn ich auf dem Platz bin, mein Bestes zu geben. Das liegt in meiner Hand.“  Alles andere muss Coach Wagner entscheiden. Doch solange Waldschmidt seine Rolle so perfekt ausfüllt, könnte ihn der Fluch der guten Tat in der Reservistenrolle festhalten. Anspruch hin, Treffer her.

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