„Ernüchternd“: Kessler will „rational analysieren“ und Konsequenzen ziehen

Thomas Kessler hat sich zur Kader-Entscheidung rund um Said El Mala geäußert. (Foto: Bucco)
Thomas Kessler hat sich zur Kader-Entscheidung rund um Said El Mala geäußert. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln hat gegen den 1. FC Heidenheim gezeigt, wie weit der Weg zu einem stabilen Bundesligisten noch ist. Thomas Kessler formulierte am Sonntag nach der Niederlage eine indirekte Drohung an die Mannschaft.

Es war die wichtigste Frage am Sonntag gegen den 1. FC Heidenheim: Würde die Mannschaft des 1. FC Köln den Charaktertest bestehen und trotz des Klassenerhalts gegen den Tabellenletzten noch einmal nachlegen können? Die Antwort lautete nach schwachen 90 Minuten: nein.

Das sah auch Sportchef Thomas Kessler so. „Das Spiel war ernüchternd heute. Wir hatten uns mehr vorgenommen“, sagte der 40-Jährige. Kessler hatte intern das Duell auch ausgerufen als Hinweis auf die Planungen für die kommende Saison. Auf welche Spieler kann sich der FC verlassen? Wer muss womöglich damit rechnen, künftig einen schweren Stand zu haben?

Enttäuschender Auftritt, fehlende Entwicklung

Was Kessler dann 90 Minuten lang sah, konnte ihm nicht gefallen. Kristoffer Lund zeigte noch einmal, dass er aktuell kein konstantes Bundesliga-Format hat und der FC deshalb die Kaufoption wohl nicht ziehen wird. Auch Cenk Özkacar offenbarte gravierende Defizite am Ball. Zwar dürfte der Türke wohl in Köln bleiben, zeigte Kessler aber auch, warum es wichtig sein wird, einen spielstarken Linksfuß für die nächste Saison zu verpflichten.

Derweil konnte Linton Maina nicht überzeugen und außer seiner Geschwindigkeit keine Akzente liefern, zumal er seine Defensivarbeiten über lange Zeit sträflich vernachlässigte. Isak Johannesson konnte einmal mehr keine Werbung für sich auf der Acht machen. Immerhin meldete sich Joel Schmied zurück, der mit seiner Ruhe und Erfahrung wichtig werden könnte in der nächsten Saison. Ebenso Tom Krauß, der bis zu seiner Auswechslung einer der Besseren war. Zudem Marius Bülter, der nach monatelanger Flaute nun zum zweiten Mal in Folge treffen konnte.

Mir haben viele Dinge in dieser Saison gut gefallen, aber mir haben auch viele Dinge gezeigt, dass wir weiter an Stellschrauben drehen müssen

Thomas KEssler

„Wir sind hier nicht auf Abschiedstour“, machte Kessler klar. Nach der Saison werde man sich zusammensetzen. Denn: „Mir haben viele Dinge in dieser Saison gut gefallen, aber mir haben auch viele Dinge gezeigt, dass wir weiter an Stellschrauben drehen müssen.“ Und weiter: „Es tut uns gut, rational zu analysieren“ und dann die richtigen Konsequenzen zu ziehen.

Und diese Konsequenzen dürften in einem erneuten Schnitt im Kader münden. Was Kessler besonders ein Dorn im Auge ist: die spielerische Schwäche mancher Spieler, dazu die fehlende Entwicklung bei Profis, die schon länger beim FC sind, aber nicht mehr weiterkommen. So machte sich am Sonntag auch der scheidende Florian Kainz keine Illusionen: „Es wird viel passieren im Transfersommer.“ Und dabei könnte es auch Spieler treffen, die aktuell noch nicht damit rechnen.

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