Die U19 des 1.FC Köln ist keine drei Wochen nach dem verlorenen Finale um die Deutsche Meisterschaft in die Vorbereitung auf die Saison 2026/27 gestartet. Stefan Ruthenbeck hat einen großen Umbruch zu moderieren – und das klare Motto: Trauern war gestern, der Blick geht nach vorne.
Der Vizemeister legt schon wieder los: Am Mittwochabend, pünktlich um 17:30 Uhr, hat die neue U19 des 1. FC Köln die Saisonvorbereitung aufgenommen. Bei sonnigem Wetter versammelten sich 17 Talente auf Trainingsplatz zwei am Geißbockheim – inklusive zwei Probespielern.
Noch fehlte das ein oder andere bekannte Gesicht, ein Teil der Mannschaft ist noch unterwegs auf Klassenfahrt. Doch das trübte die Stimmung genauso wenig wie die kurze Verschnaufpause nach dem verlorenen Meisterschafts-Endspiel in Hoffenheim (0:2) vor gerade mal 17 Tagen. Das junge Team zeigte ab der ersten Minute, dass die Vorfreude auf die neue Saison groß ist.
Sommerumbruch: Fluch und Segen zugleich
Einer durfte natürlich nicht fehlen: Erfolgstrainer Stefan Ruthenbeck, der wie jedes Jahr vor der Aufgabe steht, eine neue Mannschaft zu formen. Diese Saison sei der Einschnitt jedoch besonders tief. „Die Truppe ist sehr, sehr jung. Wir haben aufgrund des Alters viele Spieler verloren, die teilweise zwei Jahre lang der Stamm dieser Mannschaft waren. Jetzt müssen wir neue Spieler entwickeln“, erklärt Ruthenbeck im Gespräch mit dem GEISSBLOG, betont: „Dieses Jahr ist der Umbruch extremer als in den Jahren zuvor, definitiv.“
„Dieses Jahr ist der Umbruch extremer als in den Jahren zuvor, definitiv.“
Stefan Ruthenbeck
Mehr als zehn Spieler aus der U17 sind aufgerückt – darunter die Top-Talente der bisherigen B-Junioren, Emanuele Esposito und Milan Nikolic. Wer in der U19 wirklich Fuß fassen kann, wird sich zeigen. Dazu kehren mit Emil Nahmmacher (Viktoria Köln) und Niklas Abert (Fortuna Köln), beide Jahrgang 2008, zwei Spieler zurück, die ein Jahr ausgeliehen waren. „Gefühlt sind das auch neue Spieler“, so Ruthenbeck.
Zwei namenhafte Talente bleiben in der U19
Noch ist sein Kader aber nicht komplett. Der U19-Coach plant bestenfalls mit 23 Feldspielern – darunter zwei externe Neuzugänge, die aktuell noch gesucht werden. Zwei bekannten Leistungsträgern kommt beim Neustart derweil eine besondere Rolle zu: Benjamin Ley und Lennard Völp. Beide haben sich trotz ihres jungen Jahrgangs (2008) bereits in der Vizemeister-Saison als Stammkräfte etabliert und als verlässliche Stützen erwiesen.
„Sie haben schon etwas nachgewiesen“, sagt Ruthenbeck über seine neuen Anführer, macht aber auch darauf aufmerksam, dass auf seine Mannschaft generell viel Arbeit wartet: „Wir haben ein paar Jungs dabei, die hinter den Erwartungen geblieben sind – aus persönlicher Sicht, aber auch für uns. Da heißt es, mit ihnen so zu arbeiten, dass sie die nächsten Schritte gehen können.“
Auftakt in der Hitze – Niederlage abgehakt
Der Auftakt am Mittwoch war der Startschuss hierfür. Das Ruthenbeck-Team absolvierte einen strukturierten ersten Trainingstag – ohne Schatten. Nach einer Aufwärmphase mit Ballgewöhnung in einer Passform ging es ziemlich schnell in die intensiveren Aktionen über: Übungen in Kleingruppen, eine Spielform in drei Teams und ein Abschlussspiel mit Torschuss rundeten die Einheit ab. Die Atmosphäre auf dem Platz: spürbar positiv.
Den Schmerz über das verlorene Finale gegen Hoffenheim hat Ruthenbeck zwar schnell, aber gewissenhaft verarbeitet. Eine ehrliche Analyse mit dem Staff, ein Blick auf das, was gut war und was nicht gereicht hat. Damit nun ein gezielter Schritt nach vorne gelingt. „Wir müssen den Fokus schnellstmöglich auf die neuen Aufgaben richten und die jungen Spieler auf die U21, den Profibereich oder eine gute Saison bei der U19 vorbereiten. Das ist jedes Jahr unsere Aufgabe, dafür muss ich schnell abhaken und neu starten.“
Am 2. August ist die erste Runde im DFB-Pokal
Zeit zum Innehalten blieb und bleibt ohnehin kaum: Die Vorbereitung ist eng getaktet. Bereits am Sonntag geht es nach Kaiserslautern zum ersten Testspiel, in der Folgewoche nach Bielefeld. Dazu kommt eine englische Woche sowie ein Turnier gemeinsam mit Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach und Fortuna Düsseldorf. Eine Woche Pause wird es im Juli in den Sommerferien geben. Danach geht es sofort ins viertägige Trainingslager nach Hennef, von wo aus das Team am 2. August direkt zum ersten DFB-Pokalspiel aufbricht.
„Die Werte waren so gut, dass wir direkt darauf aufbauen können.“
Stefan Ruthenbeck
Die körperliche Grundlage ist dabei bereits gelegt: Leistungsdiagnostik und Spiroergometrie wurden schon zum Saisonende durchgeführt. „Die Werte waren insgesamt so gut, dass wir direkt darauf aufbauen können. Da haben die U17 und die U19 gute Arbeit geleistet“, sagt ein zufriedener und optimistischer Ruthenbeck.







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