Ellyes Skhiri ist der womöglich unglücklichste Spieler dieser Weltmeisterschaft. Niederlagen, Patzer und zum Abschluss gleich mehrere Kuriositäten – der frühere Mittelfeldmotor des 1. FC Köln hat ein Turnier zum Vergessen erlebt.
Wenn sich der WM-Traum als ein nicht enden wollender Albtraum entpuppt: Für Ellyes Skhiri hätte das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko nicht schlechter laufen können. In drei Partien kassierte der Ex-Profi des 1. FC Köln drei deutliche Niederlagen mit Tunesien. Zwischendurch noch ein Trainerwechsel, dazu immer wieder individuelle Patzer – und als krönender Abschluss ganz viel Slapstick.
Bei der 1:3-Niederlage gegen die Niederlande im dritten und letzten Gruppenspiel war es nach drei Minuten Skhiri, der Oranje auf die Siegerstraße brachte. Eine scharfe Flanke von Denzel Dumfries lenkte der 31-Jährige ins Tor seiner bereits vorab ausgeschiedenen Tunesier.
Skhiri zu spät zur zweiten Halbzeit
Es war das zweitschnellste Eigentor der WM-Geschichte – und nicht Skhiris erster Patzer im Turnier. So hatte er sich bei der Auftakt-Klatsche gegen Schweden (1:5) einen haarsträubenden Ballverlust am eigenen Strafraum geleistet, der mit einem Gegentor bestraft wurde. Und auch beim 0:4 gegen Japan nutzte der Gegner einen Ballverlust des Frankfurt-Profis aus.
Es passte zu Skhiris völlig gebrauchter WM, dass sich im letzten Gruppenspiel in der Nacht zu Freitag nun auch noch seine Trikot-Beflockung löste – eine sinnbildliche Szene. Doch damit nicht genug Slapstick. Als Schiedsrichterin Katia Garcia die zweite Halbzeit anpfeifen wollte, fehlte der Tunesier auf dem Rasen – er kam zu spät aus der Kabine, sodass der Anpfiff wiederholt werden musste.
„Das kann ja auch nicht wirklich ihr Ernst sein. Also bei dieser Mannschaft geht wirklich alles schief“, war ARD-Kommentator Tom Bartels schier fassungslos. Von den niederländischen Fans wurde Skhiris Verspätung mit einem Pfeifkonzert quittiert.
Tunesischer WM-Rekord für Skhiri
Bei so viel Pleiten, Pech und Pannen geriet ein Rekord des früheren Kölner Fanlieblings zur Randnotiz. Denn Skhiri, der die tunesische Auswahl in allen drei Gruppenduellen als Kapitän anführte, avancierte mit seinem insgesamt neunten WM-Einsatz zum Spieler mit den meisten WM-Partien seines Heimatlandes.
Dieser Fakt wird womöglich das einzig Positive sein, das er vom Turnier mitnimmt. Wie es für ihn nun weitergeht, ist bekanntlich unklar. Sein Vertrag in Frankfurt läuft noch ein Jahr, doch der Mittelfeldakteur gehört zu den zahlreichen Verkaufskandidaten.
In den vergangenen Wochen und Monaten fiel sein Name auch immer wieder rund um den FC. Die Kölner stellen ihr Mittelfeldzentrum nach den Abgängen von Eric Martel und Denis Huseinbasic neu auf – und am Geißbockheim hatte der Routinier, zumindest vor der WM, durchaus noch Fürsprecher, die ihm in seiner Rolle beim FC die Rückkehr zu alter Stärke zutrauten. Dieses Turnier allerdings dürfte an Skhiris Selbstvertrauen nicht spurlos vorbeigehen.








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