Erst Wüste, dann England: FC-Urgestein jetzt Trainer in der Premier League

Alexander Bade mit Peter Stöger und Manfred Schmid.
Erfolgreiches Trio beim 1. FC Köln: Alexander Bade (M.) mit Peter Stöger und Manfred Schmid. (Foto: imago/Manngold)

Er trägt den 1. FC Köln seit Kindesbeinen im Herzen, aber er trainiert nun einen Premier-League-Club: Alexander Bade ist unter Chefcoach Matthias Jaissle aus der Wüste zu Newcastle United gewechselt.

Was Said El Mala und Jakub Kaminski in diesem Sommer nicht gelang, das hat ein wahres Urgestein des 1. FC Köln geschafft: Den Sprung zu einem Spitzenclub der Premier League. Oder zumindest soll Torwarttrainer Alexander Bade unter Cheftrainer Matthias Jaissle mit dafür sorgen, dass aus Newcastle United genau das wird.

Nach drei Jahren beim saudischen Club Al-Ahli haben die Eigner aus Newcastle die Überzeugung gewonnen, dass mit dem deutschen Trainergespann nach den Millionen-Investitionen endlich der ersehnte Erfolg in die fußballverrückte Stadt im Norden Englands einkehrt.

Alexander Bade aus der Wüste in die Premier League

Dass es überhaupt soweit kam, hat Bade rückblickend den Viktoria-Machern Franz Wunderlich und Olaf Janßen zu verdanken, die ihn vereinbarungsgemäß aus seinem Vertrag ließen, als Jaissle 2023 spät in der Vorbereitung einen Torwarttrainer mit Erfahrung für sein Projekt in der Wüste suchte. 

„Das war ein Glücksfall“, gesteht Bade, der nach langen Jahren als Torwarttrainer beim 1. FC Köln unter den Trainern Zvonimir Soldo, Volker Finke, Frank Schaefer, Stale Solbakken, Holger Stanislawski und schließlich Peter Stöger die einzige Konstante in einem turbulenten Club war. Schon als Spieler hatte er von 1990 bis 1994 hinter Bodo Illgner sowohl die letzte Zeit als Spitzenclub als auch von 2000 bis 2006 die ersten Jahre als Fahrstuhlmannschaft mit zwei Aufstiegen und drei Abstiegen erlebt.

Mit Peter Stöger auf Reise durch Europa

Mit dem Österreicher Stöger aber fand er einen Freund, dem er zu Borussia Dortmund, Austria Wien und Ferencvaros Budapest folgte, ehe er zurück in Köln bei der Viktoria anheuerte. 

Ohne Jaissles Anruf hätte das auch eine Sackgasse werden können. Doch dann kam das Abenteuer in der Wüste. „Die drei Jahre in Saudi-Arabien haben meine Familie und ich sehr genossen. Das Leben dort ist toll, weil alles etwas relaxter ist, die Sonne immer scheint und die Saudis wahnsinnig freundliche Menschen sind“, sagt Bade im GeißbockEcho über die erfolgreiche Zeit.

In seiner letzten Saison räumte der inzwischen 56-Jährige mit Ah-Ahli noch einmal richtig ab, verteidigte den Titel in der asiatischen Champions-League, holte den saudischen Super-Cup, sein Schützling Edou Mendy gewann zudem den „Goldenen Handschuh“ des besten Liga-Keepers.

Bade: „Der Fußball hat sich dort sehr schnell entwickelt, hat aber klimatisch bedingt eine andere Intensität als in Europa. Aber es spielen dort außergewöhnliche Fußballer und die saudischen Spieler lernen schnell dazu. Die Fans sind auch sehr enthusiastisch und bei den großen Spielen hatten wir eine tolle Atmosphäre mit 60.000 Zuschauern. Fußball spielt in Saudi-Arabien eine große Rolle und wir waren auch sehr erfolgreich, sodass die Zeit wirklich außergewöhnlich schön war.“

Bade: „Newcastle erinnert mich an Köln und den FC“

Doch wenn die Premier League ruft, dann zögert man nicht – auch wenn das Wetter in Nordengland nach den warmen Jahren in Saudi-Arabien durchaus gewöhnungsbedürftig für Bade und seine Familie werden wird. „Inzwischen haben wir uns hier in Newcastle gut eingelebt. Die Premier League ist nochmal eine ganz andere Nummer. Die Professionalität im ganzen Verein ist beeindruckend und die ganze Stadt steht hier hinter dem Verein, was mich stark an Köln und den FC erinnert. Der Start in die Saison lief gut und es macht wirklich Spaß, die Spiele in dieser Atmosphäre zu verfolgen“, sagt Bade. Mit zwei Siegen, zwei Remis und einer Niederlage befinden sich die Magpies in Schlagdistanz auf die anvisierten europäischen Plätze.

Seinen 1. FC Köln, den er auch als gebürtiger Berliner schon als Kind im Herzen trug, vergisst er aber nicht: „Der FC ist und bleibt immer in meinem Blick. Ich finde, sie haben es letzte Saison als Aufsteiger sehr ordentlich gemacht und sind verdient in der Liga geblieben. Diese Saison wird sicher nicht einfacher, aber sie haben eine junge und talentierte Mannschaft mit spannenden Offensivspielern. Wenn sie defensiv stabil bleiben, beziehungsweise werden, kann es eine tolle Saison werden.“

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