„Am Ende ist es meine Karriere“: Doppelter Matchwinner lässt FC-Zukunft offen

Luca Waldschmidt beim Testspiel gegen den SC Verl. (Foto: Bucco)
Luca Waldschmidt beim Testspiel gegen den SC Verl. (Foto: Bucco)

Luca Waldschmidt hat seine Zukunft beim 1. FC Köln ligaunabhängig mit einem Fragezeichen versehen. Der Ex-Nationalspieler spürt bei den Geißböcken nur eingeschränkt das Vertrauen.

Mit seinen jüngsten Siegtreffern in Ulm und gegen Darmstadt hat Luca Waldschmidt unter Beweis gestellt, dass er im Aufstiegsrennen eine entscheidende Rolle für den 1. FC Köln einnehmen kann. Seine Gesamtbilanz dieser Saison, nur elf Startelf-Einsätze an 24 Zweitliga-Spieltagen, stimmt aber nach wie vor nachdenklich – auch Waldschmidt selbst.

Auf die Frage, ob er beim FC das Vertrauen spüre, sagt der 28-Jährige im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger: „Mal so, mal so – um ehrlich zu sein. Wenn man immer wieder angezweifelt wird, kann man das nicht ganz beiseiteschieben.“

Waldschmidt: Klärendes Gespräch mit Struber

Ob Waldschmidt damit interne oder externe Zweifel meint, bleibt offen. Mit Trainer Gerhard Struber gab es jedenfalls Redebedarf. „Der Coach und ich hatten vor einiger Zeit ein längeres Gespräch“, berichtet Waldschmidt: „Ich habe ihm gesagt, was mir ganz guttun würde und was für mein Spiel schwieriger ist. Der Trainer will ja auch, dass meine Stärken besser zur Geltung kommen. Deshalb war es gut, dass wir ein offenes, ehrliches Gespräch hatten.“

Trotz seiner zuletzt entscheidenden Rolle scheint der Siegener nur bedingt in Strubers taktisches Korsett zu passen. Waldschmidt erinnert sich an seine gemeinsame Zeit mit Stefan Kuntz bei der U21-Nationalmannschaft. Der Ex-Trainer und jetzige HSV-Boss habe ihm mitgegeben: „Luca, ich brauche dir nicht zu sagen, was du mit dem Ball zu machen hast – mach‘ einfach.“

Ich liebe den Verein, die Stadt und will nichts lieber, als dass wir erfolgreich sind

Luca Waldschmidt

Bei Struber dürfte die Herangehensweise eine etwas andere sein, Waldschmidt meint allerdings: „Ich war in meiner Karriere mit Abstand am besten, wenn ich regelmäßig gespielt und gewisse Freiheiten hatte.“ Dann könne er „eine meiner größten Stärken, das Gefühl für Räume und Situationen, am besten ausspielen“.

Trotz seiner wenigen Startelf-Auftritte bezeichnet Waldschmidt es als sein „absolutes Ziel, beim FC zu bleiben“. Mit dem Zusatz: „Wenn wir aufsteigen.“ Sollte die Rückkehr in die Bundesliga nicht gelingen, könnte der eigentlich bis 2027 gebundene Offensivakteur dank einer Ausstiegsklausel gehen. Wobei ein anderer Club diese Option natürlich erst mal ziehen müsste.

Waldschmidts FC-Liebe mit einem Aber

Doch selbst für Aufstiegsfall enthalten Waldschmidts Aussagen kein uneingeschränktes „Ja“ zu einer FC-Zukunft. Er gehe davon aus, weiter den Geißbock auf der Brust zu tragen, erinnert aber an seine nicht zufriedenstellenden Einsatzzeiten: „Ich will spielen und der Mannschaft mit meiner Qualität helfen. Darum bin ich nach dem Abstieg auch beim FC geblieben, ich wollte etwas geraderücken. Doch dafür muss ich auf dem Platz stehen. Und das war zuletzt aus unterschiedlichen Gründen nicht so oft der Fall.“

Die verbleibenden acht Partien dürften offenbaren, ob Waldschmidt nachhaltig einen Platz im Struber-Team findet und sich sein Wunsch nach einer gemeinsamen Zukunft erfüllt. „Ich liebe den Verein, die Stadt und will nichts lieber, als dass wir erfolgreich sind“, sagt er und ergänzt: „Aber am Ende ist es meine Karriere. Ich will spielen.“

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