Emin Kujovic hat sich im Talente-Ranking des 1. FC Köln heimlich, still und leise wieder nach oben gearbeitet. Jetzt soll der Mittelfeldspieler seinen Vertrag vorzeitig verlängern und bei einem Leih-Club die nächsten Schritte gehen.
Es schien, als würde es Redebedarf geben. Am Dienstagmittag, nach dem ersten Mannschaftstraining dieser Woche, schnappte sich Christian Keller auf dem Weg zum Kabinentrakt Emin Kujovic. Minutenlang sprach der Geschäftsführer des 1. FC Köln mit dem Mittelfeld-Talent, das mittlerweile wieder Dauergast im Profi-Training ist.
Und nach GEISSBLOG-Informationen gibt es aktuell tatsächlich Redebedarf zwischen Keller und Kujovic. Denn der FC will den bis 30. Juni 2026 laufenden Vertrag seines Eigengewächses gerne vorzeitig verlängern. Kujovic, in der U21 ein Leistungsträger, soll im kommenden Sommer verliehen werden, um oberhalb der Regionalliga die nächsten Entwicklungsschritte zu gehen.
Seit Januar wieder bei den Profis
Unter den Talenten der Geißböcke ist der 20-Jährige so etwas wie der heimliche Gewinner dieser Saison. Nachdem er in der vergangenen Spielzeit schon regelmäßig mit den Profis trainiert hatte, war Kujovic im Sommer 2024 dauerhaft zur U21 beordert worden, hatte beispielsweise nicht mit der Mannschaft von Gerhard Struber ins Trainingslager nach Bad Waltersdorf reisen dürfen.
Aber: Mit konstant guten Leistungen in der Regionalliga West hat sich der gebürtige Kölner zurück ins Blickfeld des Zweitliga-Teams gearbeitet. Auf vier Tore und drei Vorlagen im Mittelfeldzentrum der U21 folgte im Januar die erste Belohnung: Im Winter-Trainingslager in Estepona kehrte Kujovic in den Kreis der Profis zurück, ist seitdem Dauergast im Training und zählte zudem bereits sechsmal zum Spieltagskader.
Das ist ein junger Bursche, der viel mitbringt, der interessant ist.
Gerhard Struber über Kujovic
„Emin hat gute Fertigkeiten auf der Sechs, hat in der U21 schon mehrmalig angedeutet, dass er ein talentierter Spieler ist. Das ist ein junger Bursche, der viel mitbringt, der interessant ist“, lobte Struber vor dem Rückrunden-Auftakt und machte zugleich deutlich, dass Kujovic nachlegen muss: „Er hat schon noch einen Weg vor sich, um sich zu etablieren. Wir sind hier im Übergang zu den Profis. Inwieweit er diese Schritte hier machen kann, wird die Zukunft weisen.“
Kujovic, von dem sich die Verantwortlichen noch mehr Handlungsschnelligkeit wünschen, ist inzwischen der einzige U21-Akteur, der noch mit Strubers Team trainieren darf, wartet aber anders als Olli Schmitt und Mikail Özkan noch auf sein Debüt. Eine Leihe soll ihm helfen, dauerhaft zu einer Option für die Profis zu werden. Die Gespräche mit dem U-Nationalspieler Montenegros laufen, dem Vernehmen nach hat der FC bereits Ideen, was potenzielle Clubs angeht.

Vertreten wird der Sechser, der 2020 von Fortuna Köln ans Geißbockheim gewechselt war, von Sports360, der Agentur von Star-Berater Volker Struth. Um Kujovic kümmert sich dessen Sohn Luca. Ob der Spieler, an dem die FC-Verantwortlichen insbesondere seine Mentalität und Zweikampfqualitäten schätzen, den Plan des Vereins mitgeht, ist offen – noch gibt es keine Einigung über eine Verlängerung mit anschließender Leihe.
Kujovic „fällt in der Regionalliga deutlich auf“
Dass Kujovic ein gutes Beispiel dafür ist, dass sich Fleiß und Widerstandsfähigkeit im Nachwuchsbereich auszahlen können, dürfte aber außer Frage stehen. NLZ-Chef Lukas Berg erklärte im GEISSBLOG-Interview zuletzt: „Die U21 ist für uns der Prüfstein, da müssen alle durch. Salopp gesagt lauten die Entwicklungsschritte in der Regionalliga für einen jungen Spieler: erstens nichts kaputt machen, zweitens mitspielen und drittens auffällig werden. Am Beispiel von Emin Kujovic hat das gut funktioniert. Nachdem er eine sehr gute Entwicklung genommen hat, fällt er nun deutlich in der Regionalliga auf.“ Künftig soll er auch oberhalb der vierten Liga auffallen.








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