Friedhelm Funkel hat beim 1. FC Köln nur wenig Zeit, um seine neue Mannschaft vor den beiden Zweitliga-Endspielen richtig kennenzulernen. Im Vergleich zu 2021 trifft der Trainer praktisch auf ein runderneuertes Team.
Seine neue Aufgabe beim 1. FC Köln ist sogleich einfach wie schwierig. Friedhelm Funkel muss an den verbleibenden zwei Spieltagen einen drei-Punkte-Vorsprung über die Ziellinie bringen, um nicht nur seinen persönlichen siebten Bundesliga-Aufstieg perfekt zu machen, sondern auch die Geißböcke zum siebten Mal in der Vereinsgeschichte nach oben zu führen.
Das Problem daran ist jedoch, dass der Trainer auf eine inzwischen völlig verunsicherte Mannschaft trifft. Der FC konnte nur eines der letzten fünf Spiele gewinnen. Dabei schienen die Spieler zuletzt gänzlich ihrer Stärken beraubt worden zu sein, sodass praktisch kaum ein Akteur mehr an seine Normalform herangekommen war.
Funkel bleibt nicht viel Zeit
Die Hoffnungen am Geißbockheim ruhen nun darauf, dass Funkel den Fokus der Spieler wieder aufs Wesentliche lenkt, sie an die Basics erinnert und ihnen neues Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten einimpft. Immerhin hat die Mannschaft nach wie vor den wertvollsten Kader der 2. Liga und hätte rein von der Qualität längst die Aufstieg eingetütet haben können. Die Chancen dafür waren da.
Viel Zeit bleibt Funkel dafür nicht. Bis zum ersten von zwei Endspielen in Nürnberg hat der neue Trainer nur drei volle Tage für Gespräche und bestimmte Trainingsinhalte. Sollte der FC am Ende nicht in die Relegation müssen – oder dürfen – würde Funkels Rettungsmission gerade einmal 14 Tage andauern. „Wenn man nur zwei Spiele hat, ist es schon schwieriger, als wenn man sechs, acht oder 13 Spiele hat“, gab Funkel selbst am Mittwoch zwei Tage vor seinem Comeback-Spiel zu.
Nur Kainz und Thielmann noch übrig
Umso komplizierter wird die Aufgabe für den Trainer, da seit seinem letzten Engagement in Köln nur noch wenige Profis aus dem Kader übrig geblieben sind. 2021 hatte Funkel den FC inklusive der Relegation in acht Spielen doch noch zum Klassenerhalt geführt. Dafür hatte der heute 71-Jährige immerhin über einen Monat Zeit gehabt. Nun muss der Nachfolger von Gerhard Struber binnen weniger Tage seine Arbeit verrichten.
Die beiden Spieler, die von damals noch übrig geblieben sind, heißen derweil Florian Kainz und Jan Thielmann. Kainz kehrte zum Zeitpunkt von Funkels Amts-Übernahme gerade erst von einer schweren Knie-Verletzung zurück, gehörte aber schnell zur Anfangsformation des Trainers und bereitete im Relegations-Rückspiel gegen Kiel zwei Treffer vor. Thielmann fehlte derweil beim Funkel-Start aufgrund einer Muskelverletzung und kam in den letzten fünf Spielen als Joker zum Einsatz. Mit Erfolg: Gegen Schalke bereitete er den erlösenden Siegtreffer von Sebastiaan Bornauw vor, gegen Kiel gelang ihm ebenfalls ein Assist.
Lemperle und Obuz im erweiterten Kader
Darüber hinaus gehörten damals auch Tim Lemperle und Marvin Obuz zum erweiterten Kader von Funkel. Lemperle stand dabei jedoch nur bei Funkels Debüt gegen Bayer Leverkusen im Kader, zum Einsatz kam er allerdings nicht. Marvin Obuz wurde von Funkel derweil in keinem Spiel für das Aufgebot berücksichtigt. Matthias Köbbing stand zu diesem Zeitpunkt ebenfalls schon beim FC unter Vertrag, war jedoch auch nie Teil des Spieltagskaders.
Trotzdem sei die bislang kurze Eingewöhnungsphase für Funkel „wirklich schnell“ gegangen. „Musste es aber auch“, sagte der Trainer, der sich zuversichtlich zeigt: „Ich glaube, es passt zwischen Mannschaft und mir in der Kürze der Zeit. Das ist reibungslos verlaufen.“ Dass sich der Kader des 1. FC Köln in den vergangenen vier Jahren einmal gänzlich runderneuert hat, kann am Ende vielleicht sogar auch ein Vorteil für die Mannschaft sein. Immerhin kennen damit nur ganz wenige Spieler bereits die Ansprachen und Tricks des neuen Fußballlehrers. Eine erste Antwort darauf wird es schon am Freitagabend geben.








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