Was für eine Energieleistung, welch ein Jubel. Die A-Junioren des 1. FC Köln stehen im Finale um die Deutsche Meisterschaft. Zweimal kamen die Geißböcke im Halbfinale nach Rückstand zurück und siegten schließlich mit 5:3 nach Elfmeterschießen beim SV Werder Bremen. Die Taktik von Trainer Stefan Ruthenbeck ging voll auf.
Erstmals seit 1992 stehen die A-Junioren des 1. FC Köln wieder im Finale um die Deutsche Meisterschaft und treffen dort auf Bayer Leverkusen. Doch damit nicht genug: Da die Profis aus Leverkusen auch im nächsten Jahr in der Champions League antreten, ist schon jetzt klar, dass neben dem Werkself-Nachwuchs auch der Finalist des Junioren-Endspiels über die sogenannte „Meisterrunde“ für die UEFA Youth League qualifiziert ist.
Eigentlich ist die U19 des 1. FC Köln eine Mannschaft, die sich über eigenen Ballbesitz definiert. Doch vor dem Halbfinale bei Werder Bremen hatte sich das Trainerteam um Stefan Ruthenbeck etwa anderes einfallen lassen. 120 Minuten standen die Kölner kompakt in der Defensive, machten die Räume eng und den spielstarken Bremern damit das Leben schwer.
120 Minuten Unterstützung von der Seitenlinie
„Wir wussten um den guten Ballbesitzfußball der Bremer und waren daher darauf vorbereitet, dass Werder mehr Phasen mit dem Ball haben würde. Wir wollten dann gezielt in die Umschaltsituationen kommen“, sagte Ruthenbeck, dessen Taktik voll aufging.
Dabei überstanden die FC-Talente wieder einmal kritische Momente. Wie schon in Stuttgart, als man einen 0:3-Rückstand drehte, ließen sich die Kölner von den Führungen der Bremer nicht aus dem Konzept bringen. Und auch hier hatte Ruthenbeck seinen Anteil. Über die komplette Spielzeit pushte er seine sichtbar müder werdenden Spieler von der Seitenlinie und machte ihnen so Mut.
Marutzki wird zum Helden
Für viele Zuschauer deutlich zu hören, beschränkte er sich in der Pause der Verlängerung auf einige deutliche Worte an sein Team. „Jungs, volle Pulle jetzt! Wir hauen jetzt noch einmal alles raus!“, so die kurze und knackige Ansage. Mit Erfolg! Der Ausgleichstreffer zum 2:2 durch den eingewechselten Alessandro Puzzo bescherte dem FC doch noch das Elfmeterschießen. Ruthenbeck: „Wir haben hintenraus noch einmal mutig gewechselt, alles nach vorne geworfen und alles angelaufen, was anzulaufen war.“
Dass der FC in der Vorbereitung auf das Match wirklich gar nichts dem Zufall überlassen hatte, zeigte sich dann im Elfmeterschießen, in dem Torwart Mikolaj Marutzki zum Helden des Tages wurde. Der FC-Keeper hatte die Bremer Elfmeterschützen und deren übliches Schussverhalten auf der Trinkflasche notiert, scheute auch nicht die ein oder andere verbale Provokation und wehrte gleich zwei Elfmeter ab.
„Das macht was mit den Jungs!“
Im Fokus steht auch für Ruthenbeck nun selbstverständlich erst einmal das Finale auf der anderen Rheinseite, am kommenden Sonntag in der BayArena. Dennoch freut sich der 53-Jährige schon jetzt auf die Youth League in der nächsten Saison: „Für die Ausbildung der Spieler ist das noch einmal ein zusätzlicher Impuls. Und gerade für unsere Top-Spieler kann der Wettkampf auf internationalem Top-Niveau ein großer Schub sein. Das kann Gier entwickeln. Wenn wir dann auf einmal nach Belgien, Österreich, Schweiz, Italien, England oder in ein anderes Land dürfen: Das macht was mit den Jungs. Das wird etwas Besonderes!“







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