Mit einem unerwarteten Manöver wollten Grüne, CDU und Volt den 1. FC Köln nur zwei Monate vor den Wahlen in der Domstadt um jegliche Chancen auf einen Ausbau am Geißbockheim bringen. Doch am Donnerstag sind die Parteien mit ihrem Versuch gescheitert.
Der Rat der Stadt Köln hat am Donnerstagnachmittag einen politischen Paukenschlag abgewendet. Die Parteien stimmten mehrheitlich gegen einen Antrag der Regierungsparteien (Grüne, CDU, Volt), welcher dem 1. FC Köln das Genick im Kampf um den Ausbau am Geißbockheim gebrochen hätte.
Dieser Antrag sah vor, dem Umweltverband BUND eine Pflegevereinbarung für die Gleueler Wiesen für drei Jahrzehnte auszustellen und damit verbunden die Errichtung von Aufbauten auf dem Gelände zu untersagen. Damit wäre es dem FC – und jedem anderen Verein – bis ins Jahr 2055 unmöglich geworden, Fußball- oder andere Sportplätze auf den Gleueler Wiesen zu errichten.
CDU muss kleinlaut einlenken
Dass dieser Antrag letztlich abgelehnt wurde, war dem kleinlauten Einlenken der CDU-Fraktion auf politischen und gesellschaftlichen Druck hin geschuldet. Nach Bekanntwerden des Antrags hatten der 1. FC Köln ebenso wie die SPD hektisch Gespräche aufgenommen, denn parallel läuft bekanntlich noch ein Prüfverfahren beim Oberverwaltungsgericht Münster. Ein Ratsbeschluss im Sinne des BUND hätte diesem Verfahren auf fragwürdige Weise vorgegriffen und rechtlich praktisch nicht mehr rückgängig gemacht werden können.
Daher sprach FC-Geschäftsführer Philipp Türoff im Vorfeld der Abstimmung im Rat von „Hochverrat“ und von einem „konstruierten Manöver“, um auf „perfide Art und Weise“ eine rechtliche Entscheidung des OVG zu umgehen. Entsprechend kamen am Donnerstagmittag über 300 Menschen zum Rathaus, um gegen diesen politischen Trick zu demonstrieren.
Das war ein politisches Eigentor mit Ansage – und ehrlich gesagt: einfach peinlich
Oliver Seeck, Vorsitzender des Kölner Sportausschusses (SPD)
Mit Erfolg – auch weil sich innerhalb der CDU am Donnerstag Grabenkämpfe aufgetan hatten. Teile der Partei waren keineswegs begeistert von dem Weg der Regierungsfraktion. Zwei Monate vor der Kommunalwahl in der Domstadt schienen einige Unions-Politiker versuchen zu wollen, mit den Themen Umwelt- und Naturschutz zu punkten, während andere fürchteten, dass ihnen dadurch zahlreiche FC-Fans als Wähler weglaufen könnten.
So sah es auch Oliver Seeck, Vorsitzender des Kölner Sportausschusses (SPD): „Wer sich erst öffentlich gegen den FC positioniert, dann hektisch zurückrudert, sorgt nicht für Klarheit, sondern für maximale Verwirrung“, kritisierte Seeck. „Das war ein politisches Eigentor mit Ansage – und ehrlich gesagt: einfach peinlich. Der Verein, der seit Jahren auf Planungssicherheit wartet, wird erneut zum Spielball parteipolitischer Manöver. So verspielt man Vertrauen – und nicht nur beim FC.“
CDU verliert mehr als eine Abstimmung
Am Ende zog die CDU ihren Antrag zwar nicht zurück, stimmte aber dagegen, obwohl sie die Abstimmung selbst eingebracht und zunächst noch unterstützt hatte. So kamen die Grünen und Volt nicht mehr auf die nötige Mehrheit. Eine Niederlage, die für Grüne und Volt verkraftbar war, weil sie ursprünglich ohnehin eingepreist gewesen war. Die CDU hingegen verlor nicht nur die Abstimmung, sondern auch viel Glaubwürdigkeit. Zwei Monate vor dem Urnengang keine gute Voraussetzung für den Wahlkampf.








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