Nach Forderung an den FC: Waldschmidt wechselt Berater – Abschied möglich?

Luca Waldschmidt kam auf fünf Tore und drei Vorlagen in den letzten zehn Saisonspielen. (Foto: Bucco)
Luca Waldschmidt kam auf fünf Tore und drei Vorlagen in den letzten zehn Saisonspielen. (Foto: Bucco)

Luca Waldschmidt hatte nach dem Aufstieg angekündigt beim 1. FC Köln bleiben zu wollen – unter einer Bedingung. Nun wechselt der Offensivspieler den Berater. Ein Zeichen für einen möglichen Abschied?

Nach vielen Jahren in den Händen von Volker Struth, verlässt Luca Waldschmidt überraschend die Berateragentur Sports360 und wird künftig von SBE Management in der Schweiz vertreten. Der Offensivspieler des 1. FC Köln wechselt damit zur Agentur von Leart Pacarada betreut.

Der Wechsel hat beim 1. FC Köln so manchen Verantwortlichen überrascht. Auch, weil Struth dem Spieler im Sommer 2024 zum Verbleib in Köln geraten hatte, um seiner ins Wanken geratene Karriere wieder Stabilität zu verleihen. Durch den Aufstieg schien Waldschmidts Verbleib in Köln für die Bundesliga so gut wie sicher. Das ist jetzt nicht mehr so.

Wie plant Kwasniok mit Waldschmidt?

Sportdirektor Thomas Kessler wollte dem Berater-Wechsel zwar keine hohe Bedeutung zumessen, doch auch der 39-Jährige kennt die Gesetze der Branche, und ein Berater-Wechsel in einer Transferphase bedeutet in der Regel, dass sich ein Spieler umorientiert. „Luca hat mich darüber informiert“, sagte Kessler am Mittwoch. „Das ist im Fußball gang und gäbe und für mich kein Zeichen, dass sich da was tun könnte. Wie Luca sich vertreten lässt, ist alleine Sache des Spielers.“

Wahrscheinlich ist aber, dass sich der 29-Jährige (Vertrag bis 2027) alle Optionen offen halten will. Kölns neuer Trainer Lukas Kwasniok behält sich in seiner Fußballidee zwar die Idee eines Zehners und Spielmachers offen, hat diesen in der jüngeren Vergangenheit aber eher situativ eingesetzt und nicht in einer ständigen Stammformation. Das dürfte auch Waldschmidt wissen, und so scheint sich der Spieler aktuell Gedanken darüber zu machen, wo sein Platz beim FC unter Kwasniok sein könnte.

Am Ende ist es meine Karriere. Ich will spielen.

Luca Waldschmidt im MÄrz 2025

Das deckt sich mit den Aussagen des Spielers aus dem Frühjahr. Bereits im März, damals noch unter Gerhard Struber, hatte Waldschmidt erklärt: „Ich liebe den Verein, die Stadt und will nichts lieber, als dass wir erfolgreich sind. Aber am Ende ist es meine Karriere. Ich will spielen.“ Eine klare Ansage, die sich auch durch den Aufstieg nicht veränderte. Denn nach der Rückkehr in die Bundesliga wiederholte Waldschmidt seine Forderung nach einem Stammplatz beim FC.

Nach dem Aufstieg erklärte Waldschmidt: „Mir ist extrem wichtig auf dem Platz zu stehen und der Mannschaft zu helfen. Ohne überheblich sein zu wollen, glaube ich, dass ich auf den Platz gehöre.“ Und weiter auf die Frage, ob er auch nächste Saison in Köln spielen würde, wich der Offensivspieler aus: „Wenn der FC so mit mir plant, dann sehr, sehr gerne.“ Der Umkehrschluss würde einen Abschied in diesem Sommer wahrscheinlicher machen.

Erst am Saisonende mit Einfluss

Nun also der Beraterwechsel: Waldschmidt weiß, dass er mit seinem noch zwei Jahre gültigen Vertrag eigentlich eine Sicherheit hätte. Doch mit 29 Jahren könnte der Ex-Nationalspieler auch noch einmal auf einen großen, letzten Vertrag über womöglich vier Jahre spekulieren.

Zwar spielte Waldschmidt in der abgelaufenen Zweitliga-Saison lange schwach und blühte erst in der Schlussphase der Spielzeit auf. Dort aber konnte er mit fünf Toren und drei Vorlagen in zehn Spielen ein Ausrufezeichen setzen. Der Routinier übernahm Verantwortung, zeigte sich nervenstark und trug nicht nur mit seinem zwischenzeitlichen 2:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern am letzten Spieltag entscheidend zum FC-Aufstieg bei.

Eine Frage der Ablöse?

Würde der 1. FC Köln aber Waldschmidt ziehen lassen? Nach GEISSBLOG-Informationen käme das – wie zuvor bei Damion Downs und Max Finkgräfe – auf die Ablösesumme an. Der FC weiß um Waldschmidts Qualitäten, weiß aber auch, dass der 29-Jährige diese selbst in der 2. Liga nicht konstant unter Beweis stellen konnte. Waldschmidt will nun offenbar abwarten, wie Kwasniok ihn einzusetzen gedenkt. Dann könnte im Laufe des Augusts Bewegung in die Personalie kommen – oder klar werden, dass Waldschmidt ein Schlüsselspieler für den FC in der Bundesliga werden soll.

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