Said El Mala ist beim 1. FC Köln angekommen. Im Training hat der Youngster bereits eine erste Duftmarke hinterlassen – und über seinen Wechsel sowie unmoralische Angebote aus England gesprochen.
Aus dem Trainingslager in Bad Waltersdorf berichten Sonja Gauer, Martin Zenge und Marc L. Merten
Am Sonntagvormittag ging ein Raunen durch das Thermenstadion in Bad Waltersdorf. Said El Mala schnappte sich im Mittelfeld den Ball, zündete den Turbo und versenkte die Kugel sehenswert mit einem satten Schuss im rechten Knick. Damit setzte der 18-Jährige bei seiner zweiten Trainingseinheit im Dress des 1. FC Köln ein erstes Ausrufezeichen.
Gebraucht hätte es das wohl aber nicht, um bei den Fans schon jetzt in aller Munde zu sein. Nach seiner starken Drittliga-Saison und der auffälligen U19-EM flatterten jüngst die ersten unmoralischen Millionen-Angebote aus England bei Sportdirektor Thomas Kessler auf den Schreibtisch. Für El Mala jedoch kein Grund, jetzt in andere Sphären abzuheben.
El Mala: „Darauf bilde ich mir nichts ein“
„Ich gehe relativ locker damit um. Das macht nichts mit mir“, sagte der Flügelstürmer nun im Interview mit Radio Köln. „Natürlich“, so El Mala weiter, freue es ihn, „wenn andere Clubs Interesse haben, es mehr Fans werden oder man mehr in den Medien steht.“ Für ihn als erst 18-Jährigen sei es dabei wichtig, klar im Kopf zu bleiben. „Ich glaube, das bin ich. Darauf bilde ich mir auch nichts ein, weil ich einiges vor habe in den kommenden Saisons. Deswegen gehe ich da ganz gelassen mit um.“
Dass El Mala nach der U19-EM noch eine längere Pause vom Verein bekommen hat, habe ihm dabei gut getan. In den Urlaub geflogen ist der Shootingstar der abgelaufenen Drittliga-Saison aber nicht. So konnte der gebürtige Krefelder auch am Grillabend mit dem Team sowie dem obligatorischen Mannschaftsfoto dabei sein. „Das waren für mich wichtige Termine“, berichtete El Mala.
Youngster wollte Zeichen setzen
Kurz vor dem Abflug in die Steiermark sendete der FC mit der Vertragsverlängerung beider El-Mala-Brüder bis 2030 an Signal an die internationale Konkurrenz, die bereits in das Werben um Said eingestiegen war. „Mir war es extrem wichtig, ein Zeichen zu setzen. Jetzt bin ich hier und möchte Gas geben“, sagte der Junioren-Nationalspieler.
Dabei sei es schon „sehr krass“, wie die vergangenen Jahre für das Brüder-Paar gelaufen sind. Noch vor zwei Jahren kickten die El Malas beim TSV Meerbusch, ehe es zunächst in die U19 von Viktoria Köln ging. Nun stehen beide beim 1. FC Köln unter Vertrag. „Ich hatte jetzt genug Zeit, das zu verarbeiten. Wenn ich zurückblicke, ist es ein steiniger Weg gewesen. Umso schöner, dass es sich ausgezahlt hat und ich jetzt mein erstes Bundesliga-Jahr spielen kann“, sagte El Mala.
Straßenkicker macht auch mal was „außerirdisches“
Statt jeden Tag von Krefeld zu pendeln, ziehen die beiden El-Mala-Brüder nun in Köln zusammen. Auch wenn Malek anders als Said nun zunächst für die U21 spielen wird, teilen beide trotzdem denselben Arbeitsweg. Um die besondere Beziehung zueinander machen beide keinen Hehl, wohlwissend, „dass sich die Wege irgendwann trennen werden.“ Aber „solange wird noch können“, erklärte Said, „genießen wir es.“
Auf dem Platz überzeugt der 18-Jährige dabei insbesondere mit seinem Straßenfußballer-Gen. El Mala geht dabei keinem Eins-gegen-Eins aus dem Weg. „Wir waren viel auf dem Bolzplatz, da machst du auch einfach mal außerirdische Sachen. Wenn ich den Ball kriege, gehe ich sofort ins Eins-gegen-Eins. Wenn ich den Ball verlieren, hole ich ihn mir wieder und gehe beim nächsten Mal wieder rein. Das ist in meinem Kopf abgespeichert“, erklärte er.
Wenn ich den Konkurrenzkampf nicht habe, fehlt mir ein Reiz.
Said El Mala
Für sein erstes Bundesliga-Jahr hofft El Mala dabei auf möglichst viel Spielzeit. „Ich bin noch jung, das heißt für mich aber nicht, dass ich mich hintenanstellen muss“, sagte er durchaus selbstbewusst. Den Konkurrenzkampf auf seiner Position brauche er dabei. „Wenn ich den nicht habe, fehlt mir ein Reiz. Ich will den Fans und der Stadt zeigen, was ich kann.“ Einen ersten Anfang hat Said El Mala dabei bereits im Trainingslager in Bad Waltersdorf gemacht.








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