Ex-Talent stichelt: „Deshalb hat Köln schon öfter junge Spieler verloren“

Jens Castrop im Trikot von Borussia Mönchengladbach. (Foto: IMAGO / Ulrich Wagner)
Jens Castrop im Trikot von Borussia Mönchengladbach. (Foto: IMAGO / Ulrich Wagner)

In der Bundesliga kommt es 2025/26 zu einem Wiedersehen, welches viele Fans des 1. FC Köln treffen wird. Jens Castrop wird mit Borussia Mönchengladbach gegen seinen Jugend-Club antreten. Nun hat er den FC kritisiert.

Noch immer ist es für viele Fans des 1. FC Köln ein Rätsel, wie die Geißböcke im Sommer 2023 diese Transfer-Entscheidung treffen konnten. Jens Castrop, Eigengewächs in Köln und acht Jahre im Club, wurde für eine halbe Million Euro an den 1. FC Nürnberg verscherbelt, obwohl er sich dort während einer Leihe zum Stammspieler in der 2. Liga entwickelt hatte.

Der FC hätte den Youngster für ebenso eine halbe Million Euro zurückkaufen können. Stattdessen entschieden Sport-Geschäftsführer Christian Keller und Cheftrainer Steffen Baumgart, dass man den laufstarken U21-Nationalspieler nicht bräuchte. Und das, obwohl Castrop auf der Sechs und der rechten Außenbahn zuhause ist. Stattdessen verpflichteten die Geißböcke im selben Sommer Jacob Christensen und Rasmus Carstensen.

Castrop „auf der falschen Seite“

Dass diese Entscheidung einer der größten Fehler der sportlichen Führung in der jüngeren FC-Geschichte werden würde, war schon damals abzusehen. Zwei Jahre später ist sie für alle sichtbar. Der heute 21-Jährige ist inzwischen sechs Millionen Euro wert, und ausgerechnet Borussia Mönchengladbach ließ sich die Dienste des gebürtigen Düsseldorfers rund 4,5 Millionen Euro kosten.

Ein FC-Talent bei den Fohlen? Kein Widerspruch für Castrop, der auf den FC – zumindest in Teilen – nicht mehr gut zu sprechen scheint. Das machte der Youngster nun deutlich, als er in der Bild gegen den FC stichelte. Auf das Derby freue er sich. „Ich war schon immer ein totaler Derby-Typ. Aus der Jugend in Köln und vorher Düsseldorf kenne ich diese speziellen Duelle natürlich noch – damals halt noch auf der falschen Seite.“

Beim Übergang in den Profibereich hat es mit der Kommunikation mit den Oberen im Verein nicht gepasst

Jens Castrop

Von der falschen Seite zum falschen Umgang – nach dem Sticheln folgte Castrops Kritik am FC. „Die Zeit in der Jugend war top beim FC. Aber beim Übergang in den Profibereich hat es mit der Kommunikation mit den Oberen im Verein nicht gepasst, da ist vieles gar nicht gut gelaufen“, sagte Castrop und schob nach, was viele FC-Fans seit Jahren denken. „Deshalb hat Köln auch schon öfter gute junge Spieler verloren.“

Inzwischen hat sich das bei den Geißböcken zwar verändert. In diesem Sommer hat der FC die Kommunikation umgestellt und mit der Verlängerung der El-Mala-Brüder gezeigt, dass man bereit ist wieder für seine Nachwuchsspieler zu kämpfen. Doch Castrop ist eines der vielen Beispiele, wie die FC-Führung jahrelang an der Realität vorbei gehandelt hatte.

FC verkannte die Realität

Bei Spielern wie Tim Lemperle oder Justin Diehl konnten sich Keller und Co. noch mit unseriösen Berater-Gebahren herausreden. Bei Castrop verkannte man schlicht die Realität und verlor eines der besten Talente aus dem Nachwuchs, obwohl der FC nicht nur vertraglich alle Optionen auf der eigenen Seite gehabt hätte. Doch weder wollte Baumgart dem Spieler eine Chance geben, noch wollte Keller das Eigengewächs intern stützen und fördern. Es folgte der Abgang – und jetzt die langen Gesichter, den Spieler in Mönchengladbach zu sehen.

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