Kwasniok erklärt schwachen FC: „Dann kann dir das um die Ohren fliegen“

Isak Johannesson erlebte gegen Arnheim einen schwarzen Tag. (Foto: Bucco)
Isak Johannesson erlebte gegen Arnheim einen schwarzen Tag. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln hat sich gegen Vitesse Arnheim zu einem 7:4-Sieg gequält. Trotz der sieben Treffer lagen die Geißböcke im Testspiel zunächst mit 0:3 gegen den niederländischen Zweitligisten zurück. Lukas Kwasniok sprach hinterher über die Gründe.

Lukas Kwasniok hat am Sonntag gegen Vitesse Arnheim eine taktische Variante ausprobiert. Gegen den niederländischen Testspiel-Gegner brachte der Trainer des 1. FC Köln zunächst nur einen gelernten Innenverteidiger in der Startformation. Eine Formation, die dem FC große Probleme bereitete.

Nach dem 7:4-Sieg sprach der FC-Coach über die Reaktion seiner Spieler auf den 0:3-Rückstand nach 40 Minuten sowie über die anschließenden sieben Treffer – drei davon in nur neun Minuten von Mittelstürmer Ragnar Ache.

Das sagte Kwasniok über…

…den Zwischenstand von 0:3 nach 40 Minuten: „Das bedeutet im Umkehrschluss, dass es danach 7:1 ausgegangen ist. In einem Testspiel ist es wichtig, die Dinge richtig einzuordnen. Dazu gehört, dass wir überrascht waren, wie griffig und gallig die Arnheimer hier aufgetreten sind. Die haben um ihr Leben gefightet. Wenn du dann den Ball ins Mittelfeld spielst und nicht darauf vorbereitet bist, hast du ein Problem. Wenn du dann den Ball verlierst, aber nur einen etatmäßigen Innenverteidiger auf dem Feld hast, kann dir das um die Ohren fliegen. Genau das ist passiert.“

…zur Aufstellung: „Wenn heute der erste Spieltag gewesen wäre, wären wir nicht so aufgelaufen. Sinn und Zweck der Aufstellung war, dass wir uns den Gegner zurechtlegen wollten, um ihn bespielen zu können und im letzten Drittel mehr Aktion zu haben. Das ist uns aber nicht gelungen, weil wir im Aufbau zu fehlerhaft waren. Dennoch können solche Situationen in einer Saison auftauchen, wenn du zum Beispiel 0:1 hinten liegst, aber dominant bist und noch mehr Offensivpräsenz auf den Platz bringen musst. Ich habe heute gemerkt, dass sich so mancher nicht ganz so wohl in der Rolle gefühlt hat. Dafür ist ein Testspiel aber da, um es eben zu testen. Es kann eine Option für die letzten 15 Minuten in einem Spiel sein. Das geht aber nur, wenn die Sechser ballsicher agieren. Das war heute aber nicht der Fall. Dann fliegt dir das um die Ohren.“

Kwasniok fragt bei Johannesson nach

…die Reaktion nach dem 0:3: „Es ist egal, gegen wen und wann und in welchem Spiel: Du musst immer ein hohes Energielevel an den Tag legen. Das haben die Jungs auch nach dem 0:3 getan. Sonst kannst du nicht in so kurzer Zeit drei Tore erzielen. Das war ein ganz wichtiger Fingerzeig der Jungs in meine Richtung, dass sie sich nicht von negativen Ereignissen beeinflussen lassen. Es war nicht alles optimal, aber sieben Tore musst du erst einmal erzielen. Wir müssen nichts schönreden, sondern müssen einfach weitermachen, weil noch nicht alles da ist, wo wir es uns vorstellen.“

…Isak Johannesson und dessen Fehler: „Ich fand, dass Isak aus seinem Dilemma nicht mehr richtig rausgekommen ist. Deshalb habe ich ihn nach so 45 Minuten mal kurz zu mir rausgeholt und ihn gefragt, ob bei ihm alles okay ist, weil ich es so nicht von ihm kenne. Er war nicht richtig online, aber er hat verneint, dass etwas bei ihm vorliegt, eine Verletzung oder sowas. Das hat uns heute überrascht, wird ihn aber nicht aus der Bahn werfen. In der Form und der Häufigkeit wird ihm das nicht noch mal passieren, da bin ich mir ziemlich sicher.“

Vorsichtige Entwarnung bei Ache

…den Hattrick von Ragnar Ache und seine Verletzung: „Das ist hoffentlich nur eine Lappalie. Es würde mich sehr wundern, auch nach seinen Aussagen zu mir, wenn es etwas Wildes wäre. Insofern sind wir guter Dinge. Die Tore waren für ihn sehr wichtig, weil er einen Tick länger braucht als andere, sich in einer neuen Umgebung zurecht zu finden. Da hilft ihm das Toreschießen. Insofern gehe ich davon aus, dass ihn das beflügelt. Vielleicht war es aber auch das Kapitänsamt und wir haben heute den neuen Kapitän gefunden. (lacht)“

…das Debüt von Marius Bülter: „Ich wollte ein sehr offensives Pärchen links und rechts haben. Marius kennt unsere Abläufe noch nicht, aber man sieht, was ihn ausmacht. Er macht die Haken im Eins-gegen-Eins, hat eine gewisse Torgefahr. Aber auch er muss hier erst einmal ankommen. Wir geben den Neuzugängen noch ein, zwei Wochen. Dann werden sie zum Pflichtspiel-Auftakt in Regensburg hoffentlich auf einem Top-Niveau sein.“

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