Der 1. FC Köln ist im DFB-Pokal mal wieder beim SSV Jahn Regensburg zu Gast. Für Lukas Kwasniok kommt es zum Wiedersehen mit einem alten Bekannten – dessen Mannschaft der FC-Trainer nicht künstlich starkreden will.
Es hätte fraglos leichtere Lose gegeben, vor allem wenn man sich die Vorgeschichte des 1. FC Köln anschaut. Mit dem SSV Jahn Regensburg treffen die Geißböcke in der ersten Pokalrunde auf jenen Club, der den FC sowohl in der Saison 2020/21 (Achtelfinale) als auch 2022/23 (1. Runde) ausgeschaltet hat – jeweils mit 6:5 nach Elfmeterschießen.
„Jede Mannschaft stellt eine Gefahr dar. Regensburg ist unangenehm zu bespielen“, warnt Lukas Kwasniok vor seiner Pflichtspiel-Premiere am Sonntagnachmittag und weiß zugleich: „Die Vorzeichen haben sich im Vergleich zu den letzten Spielen etwas verändert.“ Bei den beiden Pokal-Erfolgen gegen den FC war Regensburg jeweils Zweitligist gewesen. Nun treffen die Kölner auf einen Drittligisten, der mit einem Punkt aus zwei Partien einen Fehlstart hingelegt hat und Tabellenvorletzter ist.
Kwasniok: „Jede Runde ist heavy, aber…“
„Regensburg hat nach dem Abstieg einen Umbruch zu bewältigen“, sagt Kwasniok und betont daher bei aller Vorsicht: „Ich will sie nicht künstlich stärker machen, das mag ich nicht. Das wird eine harte Nuss, aber wir fahren als Bundesligist dahin – mit der Überzeugung in die eigene Stärke.“
Nach einer optimistisch stimmenden Vorbereitung befindet sich der FC in der klaren Favoritenrolle. „Wir freuen uns darauf, zeigen zu können, was wir drauf haben. Jedes Spiel in jeder Runde ist heavy, aber wir wollen als Bundesligist in Regensburg unter Beweis stellen, dass wir zu Recht in die zweite Runde einziehen“, hofft Kwasniok auf ein erfolgreiches Debüt.
Ich freue mich, mit Michael Wimmer einen alten Weggefährten zu treffen. Da werden zwei nicht so sportliche Typen an der Seitenlinie zugegen sein.
Lukas Kwasniok
Ein erneutes Aus in Regensburg wäre eine Woche vor dem Bundesliga-Start ein erheblicher Stimmungsdämpfer. Zumal jede Pokalsaison des FC mit der leisen Hoffnung verbunden ist, doch mal wieder in Richtung Berlin vorzustoßen – im vergangenen Jahr fehlten beim dramatischen Viertelfinal-Aus Leverkusen nur wenige Minuten zum sensationellen Halbfinal-Einzug.
Kwasniok kennt sich mit Pokal-Überraschungen aus, stand in der Saison 2019/20 mit Regionalligist Saarbrücken im Halbfinale. Endstation war ebenfalls gegen Leverkusen (0:3). „Das Gute damals in Saarbrücken war, dass wir nicht zu viel geträumt, sondern geackert haben. Wir wollen auch jetzt die erste Runde mit aller Hingabe angehen“, gibt Kwasniok die Marschrichtung vor.
Um so viel Geld geht es im Pokal
Ein Einzug in die 2. Runde wäre der Startschuss zur jährlichen Millionen-Jagd, die der Pokalwettbewerb mit sich bringt. Für die Teilnahme an der 1. Runde zahlt der DFB 211.886 Euro aus, für die 2. Runde gibt es bereits 423.772 Euro – nimmt man die Zuschauereinnahmen hinzu, die stets zwischen beiden Mannschaften aufgeteilt werden, könnte die Millionengrenze dann schon geknackt werden.
Spätestens im Achtelfinale (847.544 Euro) würden die Pokalprämien in den siebenstelligen Bereich springen und allein der Viertelfinaleinzug bringt 1.695.088 Euro. Das Halbfinale, das der FC zuletzt so knapp verpasst hat, ist mit 3.390.175 Euro dotiert. Der Final-Verlierer kassiert zusätzliche 2.880.000 Euro, der Pokalsieger 4.320.000 Euro.
Kwasniok trifft auf früheren Zimmergenossen
Kwasniok sind all diese Summen wohl zunächst mal egal, der FC-Trainer hat viel mehr ein spezielles Duell an der Seitenlinie im Kopf: „Ich freue mich, mit Michael Wimmer einen Weggefährten zu treffen, mit dem ich mich in der U17 und U19 duelliert habe.“
Der ehemalige Trainer des VfB Stuttgart hat zur neuen Saison den Jahn übernommen und ist ein alter Bekannter Kwasnioks. „Wir hatten das Vergnügen, uns beim Eignungstest zum Fußballlehrer ein Zimmer zu teilen. Wir kennen uns aus dem Effeff“, berichtet der FC-Trainer und schmunzelt: „Da werden zwei nicht so sportliche Typen an der Seitenlinie zugegen sein.“







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