Krauß über „brutale Erfahrung“ und das „Leiden“ gegen seinen Ex-Club

Tom Krauß kehrt am Samstag mit dem FC zu seinem Heimatclub zurück. (Foto: Bucco)
Tom Krauß kehrt am Samstag mit dem FC zu seinem Heimatclub zurück. (Foto: Bucco)

Acht Jahre lang hat Tom Krauß im Nachwuchs und später bei den Profis von RB Leipzig gespielt. Am Samstag kehrt der Mittelfeldspieler mit dem 1. FC Köln in seine Geburtsstadt zurück. Vor dem für ihn besonderen Spiel sprach der 24-Jährige über…

…den Saisonstart mit sieben Punkten: „Es bringt auf jeden Fall ein gewisses Selbstvertrauen. Vor allem wenn man sieht, wann wir die Punkte geholt haben. Auch in Regensburg hat keiner mehr dran geglaubt, dass wir weiterkommen. Das zeigt, was wir für ein Zusammenhalt in der Mannschaft haben. Die Spieler, die reinkommen, können die Partie auch immer nochmal drehen. Das schweißt uns zusammen.“

…die Comeback-Qualitäten der Mannschaft: „Wir haben eine gute Kaderbreite, jeder will sich zeigen. Das ist Konkurrenzkampf, jeder will spielen. So pusht sich jeder nach oben, entwickelt sich aber auch weiter. Das ist wichtig, um am Ende solche Spiele zu ziehen. Das sagt, wie wir als Mannschaft sind.“

…seine eigene Rolle zwischen Joker und Startelf-Spieler: „Am Ende will man immer spielen. Mir ist aber auch wichtig, ruhig zu bleiben, gut zu trainieren und dem Trainer zu zeigen, dass ich da bin. Ich bin nicht unruhig, es ist erst der dritte Spieltag. Ich war jetzt einmal auf der Bank, das war okay. Es war ein Spiel, in dem offensivere Spieler gefragt waren. Ich muss weiter gut trainieren und geduldig bleiben.“

Krauß: „Wenn die Akzeptanz nicht da wäre…“

…seine Chancen gegen seinen Ex-Club RB Leipzig zu spielen: „Das kommt auch drauf an, mit welcher Formation wir spielen. In den bisherigen drei Spielen haben wir mit drei unterschiedlichen Formationen gespielt. Wir sind sehr variabel. Am Ende muss ich gut trainieren und dann entscheidet der Trainer.“

…die Akzeptanz innerhalb der Mannschaft bezüglich der vielen Startelf-Wechsel: „Wenn die Akzeptanz nicht da wäre, hätten wir die Punkte nicht so geholt. Das Niveau im Training ist sehr hoch, jeder will sich zeigen. Das wird wichtig für den Lauf der Saison.“

…die Außenseiterrolle in Leipzig: „Wir rechnen uns immer Chancen aus, sonst müssen wir nicht dahin fahren. Wir gehen wie in Wolfsburg als Underdog in das Spiel rein. Diese Rolle haben wir gut angenommen. Wir wollen jeden Gegner ärgern und so viele Punkte wie möglich holen. Wir wissen, dass es ein schwieriges Spiel wird und wir vielleicht auch mal richtig leiden müssen. Sie haben mit Ball eine richtig gute Qualität.“

Krauß‘ Rückkehr in die Heimat

…seine Beziehung zu RB Leipzig: „In dem Verein hat sich viel verändert, seit ich weg bin. Natürlich kenne ich noch ein, zwei Personen und Spieler. Für mich ist es eine Rückkehr in meine Heimat. Meine Familie und Freunde sind da, es ist etwas besonderes. Alleine schon, dass ich am Freitag im Hotel mit ihnen werde reden können. Sie sind sehr wichtig für mich. Ich habe meine gesamte Jugend bei RB verbracht und mich da auch sehr wohl gefühlt. Es ist meine Heimatstadt, bin da geboren und war dort bis ich 19 war. Ich freue mich, alle wiederzusehen.“

…den Respekt von Leipzig für die bisherigen Leistungen vom FC: „Es ist unser Verdienst, wie wir uns in den letzten Spielen gezeigt haben. Wir kommen schon mit einer Brust, wollen das auf dem Platz zeigen und keinen Angsthasen-Fußball spielen. Mir ist aber egal, ob sie Respekt haben oder nicht. Am Ende fahren wir dahin und wollen gewinnen.“

Wenn du dort in den Strafraum gehst, hast du Rugby gespielt.

Tom krauß über die championship

…seine Zukunft: „Ich habe in Bochum und jetzt hier den Spaß am Fußball zurückgefunden. Ich will jetzt in einem Verein und einer Stadt ankommen, mich etablieren. Deswegen werde ich nicht verrückt, wenn ich jetzt mal auf der Bank sitze. Ich will hier einfach ankommen und mit der Mannschaft Erfolg haben. Ich bin froh, hier zu sein, ich wollte den Wechsel zum FC unbedingt.“

…seine Zeit bei Luton Town in der Championship: „Für mich war es eine brutale Erfahrung. Es ist ein bisschen ein anderer Fußball. Mit Ball ist alles viel enger als in Deutschland, da habe ich mich weiterentwickelt. Wenn du dort in den Strafraum gehst, hast du Rugby gespielt. Hier ist vieles sofort ein Foul, da wird nicht mal hingeschaut oder es wird sofort gesagt, dass du eine Pussy bist. Die Innenverteidiger sind zwei Meter groß und haben einen Bizeps wie sonst was. Auch das Stadion war speziell, der Auswärtsblock direkt an der Wohnsiedlung. Abgebrochen habe ich das dann aber am Ende wegen familiärer Probleme.“

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