Stimmen zur ersten FC-Pleite: „Dann wäre hier vieles möglich gewesen“

Der 1. FC Köln hat erstmals in dieser Saison verloren. (Foto: IMAGO / Christian Schroedter)
Der 1. FC Köln hat erstmals in dieser Saison verloren. (Foto: IMAGO / Christian Schroedter)

Trotz der ersten Niederlage der Saison ist der 1. FC Köln am Samstagabend nach einer engagierten Leistung erhobenen Hauptes vom Platz gegangen. Die Stimmen zum 1:3 bei RB Leipzig.

Aus Leipzig berichtet Marc L. Merten

Jan Thielmann

„In der ersten Halbzeit haben wir dumme Gegentore kassiert. Die zweite Halbzeit sind wir besser angegangen. Leipzig hat sich zurückgezogen, dadurch hatten wir mehr Chancen. Aber es fehlte das zweite Tor für uns. Es ist schwer, hier einem Zwei-Tore-Rückstand hinterherzulaufen. Wir hatten schon in der ersten Halbzeit zwischenzeitlich gute Ballbesitzphasen, haben die Leipziger laufen lassen. Bei meinem Tor habe ich den Ball gut mit links getroffen. Das bringt mir im Endeffekt aber nichts, wenn wir null Punkte mit nach Hause nehmen. Wenn du 1:3 hinten liegst, stehst du mit dem Rücken zur Wand und kannst nur noch alles nach vorne werfen. Die Tore aufzuholen, ist uns nicht gelungen, aber wir ziehen trotzdem positive Schlüsse, haben ein ordentliches Spiel gemacht. Wir schauen, dass wir in den nächsten Wochen wieder ins Punkten kommen.“

Luca Waldschmidt

„Ich denke schon, dass für uns etwas drin gewesen wäre. Aber es gab eine Phase in der ersten Halbzeit, in der wir zu viele Ballverluste hatten, den Ball zu einfach hergegeben haben. Dann kam der Gegner, dann kam Welle für Welle. So haben wir kurz vor der Halbzeit zwei Dinger gekriegt, das darf uns nicht passieren. Nach dem 1:1 hatte ich das Gefühl, dass wir da sind und mithalten können. Das 1:1 hätten wir halten müssen, dass wir unsere Chancen kriegen, hat man in der zweiten Halbzeit gesehen. RB hat sich dann ein bisschen zurückgezogen – klar sind wir dadurch automatisch schneller in die gegnerische Hälfte gekommen und hatten unsere Chancen, die man gegen so einen Gegner machen muss, wenn man etwas holen will. Wir haben ein ordentliches Spiel gemacht, aber die Niederlage tut weh, das ist extrem ärgerlich.“

Tom Krauß

„Wir wollten schon etwas mitnehmen. Am Ende muss man sagen, dass die zwei Tore vor der Halbzeit sehr, sehr bitter waren. Wenn wir mit einem 1:1 in die Halbzeit gegangen wären, wäre hier vieles möglich gewesen. Oder wenn wir durch Ragnar das 2:3 gemacht hätten, dann wäre es noch mal ein anderes Fußballspiel geworden. So aber ist es nicht befriedigend, weil wir verloren haben. Am Ende muss man auch sagen, dass Bakayoko eine gewisse Qualität hat. Auch der Freistoß war gut geschossen. RB hat einfach individuelle Qualität. Dass wir absolut da und gewillt waren, hat man trotzdem gesehen. Es ist ein bitterer Tag, aber wir müssen die Niederlage schnell verarbeiten und weitermachen.“

Eric Martel

„In der ersten Halbzeit war es ein recht ausgeglichenes Spiel. Ich fand, dass wir das Spiel nach dem 1:1 im Griff hatten. Dann haben wir uns zwei Dinger unnötig einschenken lassen. Da kam eine Welle nach der anderen, wir sind nicht rausgekommen. Wenn man hier mit zwei Toren hinten liegt, wird es schwer. Wir müssen die Standards besser verteidigen. Jedes Mal, wenn ein Ball reingeflogen ist, hat es lichterloh gebrannt.“

Thomas Kessler

„Wir haben die Gegentore zu einem sehr unglücklichen Zeitpunkt bekommen. Kurz vor der Halbzeit tat das natürlich extrem weh. Aber gerade in der zweiten Halbzeit war die Mannschaft sehr couragiert und hatte eine riesige Chance durch Ragnar. Wenn wir da das 3:2 gemacht hätten, hätten wir hintenraus noch mal ein spannendes Fußballspiel erlebt. Wir müssen uns einfach vorwerfen, dass wir nicht den nötigen Punch hatten, noch mal ein Tor zu schießen. Trotzdem fand ich die Leistung sehr ordentlich.“

Lukas Kwasniok

„Es war über 90 Minuten ein verdienter Sieg für Leipzig, weil RB im richtigen Moment die Tore erzielt hat. Wir lassen leider zu häufig Standards zu, produzieren viel zu viele Eckbälle und Freistöße. Aber man hat schon gemerkt, dass wir fußballinhaltlich im Stande sind, eine gute Leistung abzurufen. RB hatte Zugriffsprobleme, genau in diesem Moment haben wir das 1:1 gemacht. Der Killer war dann ein toll herausgespieltes Tor des Gegners unmittelbar vor dem Ende der ersten Halbzeit. Du kannst nicht alles verteidigen. Krauß hat es gegen Bakayoko herausragend gemacht, aber dann macht er Übersteiger und in der Box war es nicht einfach zu verteidigen. Dann haben wir durch einen Standard auch noch das 1:3 kassiert. Wir haben alles versucht, mussten zur Pause Bülter rausnehmen, weil er ein Eisbein abbekommen hat. Mit jeder Minute, in der wir nicht den Anschluss gemacht haben, haben wir immer mehr Offensivspieler gebracht. Ache hatte die große Chance zum 2:3, dann wäre es noch mal spannend und heikel geworden. So müssen wir einfach akzeptieren, dass heute nicht mehr drin war, weil RB schon auch drei, vier Aktionen im Konter hatte, wo sie den Deckel hätten draufmachen können. An sich sind wir mit der Leistung – in Anbetracht dessen, dass es aus meiner Sicht der beste Gegner der ersten vier Spiele war – schon einverstanden. Darauf können wir aufbauen.“

Ole Werner

„Ich sehe alles genauso wie Lukas. Es war ein verdienter Sieg, weil wir nach dem Ausgleich das Tempo verschärfen konnten und Dinge angepasst haben. Das war für mich heute die wichtigste Erkenntnis, nach dem Rückschlag ruhig geblieben zu sein. Wir hatten gegen den Ball Zugriffsprobleme. Dass wir über Standards gefährlich werden können, darüber bin ich froh, weil du die vermeintlich leichten Tore in einer Saison brauchst. In der zweiten Halbzeit waren wir 15 Minuten gut im Spiel, dann sind wir zu passiv geworden. Köln hat alles nach vorne geworfen und ist eine Mannschaft, die schwer zu verteidigen ist. Wir hätten das Spiel über Konter zumachen können, waren aber zu passiv. Dennoch bin ich mit dem Ergebnis und der Leistung zufrieden.“

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